Unterwegs für Menschen, die Hilfe brauchen

Gesundheitsministerium NRW unterstützt auch im Kreis Wesel ein Projekt zur Bekämpfung von Wohnungslosikeit, mobiles Beratungsbüro ist im Einsatz

KREIS WESEL. „Da hat das Ministerium ein richtig gutes Papier auf den Weg gebracht“, lobt Brunhild Demmer, Vorsitzende des Cartiasverbandes Moers-Xanten das Konzept zur Bekämpfung von Wohnungslosigkeit vom Minisiterium für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW. Die Landesinitiative heißt „Endlich ein Zuhause“. Der Caritasverband setzt es für den Kreis Wesel gemeinsam mit dem AWO Kreisverband Wesel um.

Heiko Hohenhaus und Katharina Soyke sind mit dem Mobilen Beratungsbüro unterwegs
NN-Foto: L.C.

Zwei Mitarbeiter der Caritas sind nun mit einem mobilen Beratungsmobil unterwegs mit Haltestationen in Kamp-Lintfort, Rheinberg, Sonsbeck, Xanten, Neukirchen-Vluyn, Repelen und Kapellen. Brunhild Demmer stellt klar: „Das mobile Beratungsbüro ergänzt unsere Sprechstunden der Beratungsstellen in Moers, Kamp-Lintfort, Rheinberg und Xanten. So erreichen wir Menschen, die nicht die festen Sprechstunden nutzen.“ Aus „Endlich ein Zuhause“ – das ein trautes Heim assoziert, hat der Caritasverband den Slogan entwickelt „Jeder Mensch braucht ein Zuhause!“ Das bedeutet auch, dass jeder Mensch für sich definieren darf, wie er sich ein Zuhause vorstellt. Nur weil viele eine komfortable dauerhafte Bleibe bevorzugen, gibt es durchaus Menschen, die ihrem Freiheitsdrang freien Lauf lassen und sich bewusst für ein Leben auf der Straße entscheiden und sich wohlfühlen, wenn sie eine Zeit lang in ihr Zelt unter der Autobahn schlüpfen können.

Kostenfreie Beratung und schnelle Hilfe

Für Brunhild Demmer ist es daher wichtig, dass die beiden Mitarbeiter Katharina Soyke und Heiko Hohenhaus zunächst den Kontakt zu den Menschen herstellen und herausfinden, was deren Bedarf ist. Erst im Gespräch bei einer Tasse Tee oder Kaffee kann man ermitteln, wo der Schuh drückt, ist auch die Erfahrung von Heiko Hohenhaus, der die städtischen Notunterkünfte in Moers betreut hat. Für Katharina Soyke ist dieser Bereich Neuland. Nach ihrem Psychologie-Studium hat sie im November in diesen Fachbereich gewechselt, sie arbeitet auch im betreuten Wohnen mit hilfsbedürftigen Menschen. „Wir haben in unserem Bus, in dem unser mobiles Beratungsbüro eingerichtet ist, die Möglichkeit, Anträge auszufüllen und auszudrucken, wir können direkt Kontakte zu speziellen Fachdiensten herstellen, wir helfen bei der Sicherung des Lebensunterhaltes und in besonderen Notlagen. Wir haben warme Schlafsäcke und Socken an Bord, so dass wir schnelle Hilfe leisten können.“, berichtet sie von der Arbeit, die aber auch für sie bedeutet, erst einmal Vertrauen aufzubauen, Geduld aufzubringen und Kontinuität in dem Beratungsangebot. Das Angebot ist kostenfrei, die Beratung absolut vertraulich, der Datenschutz wird gewährleistet.

Wohnungsmarkt ist leer

Wenn der Obachlose motiviert werden konnte, seine Situation zu ändern und es um die Vermittlung in eine Wohnung geht, wird‘s auch für die Experten schwierig, da der Wohnungsmarkt nicht viele Angebote – und erst recht nicht für diese Klientel – bereit hält. „Es gab eine Zeit, da sollten Notunterkünfte abgeschafft werden. Doch inzwischen ist ihre Anzahl auf das Vier- bis Fünffache gestiegen gegenüber vor zehn Jahren“, beleuchtet Demmer die städtische Aufgabe, für Obdachlose zu sorgen. Auf dem privaten Wohnungsmarkt sieht es schlecht aus, so bleiben Menschen, die übergangsweise in einer (wenig komfortablen) Notunterkunft untergebracht werden, oft viel länger dort, bis passende Räume gefunden sind.
Doch für viele Menschen „am Rande unserer Gesellschaft“ ist der Schlafplatz nicht das einzige Problem. Der Kreis Wesel schätzt ihre Zahl auf 884. Sie haben Existenzängste, finanzielle Schwierigkeiten, eventuell Alkohol- oder Drogenabhängigkeiten. Begegnungen auf Augenhöhe tuen ihrem Selbstwertgefühl gut. Sie fühlen sich wahrgenommen, wenn Heiko Hohenhaus oder Katharina Soyke auf sie zukommen, sie ernst nehmen, sich für ihre Probleme interessieren. Daher wird der Bus nicht nur an diesen Haltestationen stehen, sondern auch direkt zu den Menschen in existenzieller Not hinfahren. Eine Kontakaufnahme ist daher auch außerhalb der Beratungszeiten möglich, sowohl für die Betroffenen als auch für Menschen aus ihrem Umfeld, die sich Sorgen machen und darauf hoffen, dass ihnen geholfen werden kann.

Standorte

Das mobile Beratungsbüro des Cartiasverbandes Moers-Xanten hält unter anderem:
in Rheinberg, Eschenstraße 28 montags von 11 bis 13 Uhr
in Sonsbeck, Herrenstraße 2, dienstags von 11 bis 13 Uhr
in Xanten, Poststraß dienstags von 14 bis 16 Uhr

Die Kontaktaufnahme kann sowohl telefonisch als auch per Mail erfolgen. Ansprechpartner sind:
Heiko Hohenhaus Telefon
0176 15430204
Katharina Soyke Tel.efon
0176 15430027
e-Mail: BeratungMobil@caritas-moers-xanten.de