Bewegen und Ernähren nach Kneipp

Stationen mit Aufforderungscharakter rund um Nord- und Südsee Xanten laden zum Verweilen ein

XANTEN. Die Xantener Nord- und Südsee sind bekannt für ihre vielen Wassersportmöglichkeiten, die Erholungssuchende vor allem im Sommer rege nutzen. Nun hat der Betreiber – das Freizeitzentrum Xanten – auch den 16 Kilometer langen Rundweg attraktiver gestaltet. Beim Spaziergang gibt es nun immer wieder Stege mit tollen Ausblicken über die Wasserfläche und weitere attraktive Stationen. Der Kletterpark, den Kinder und Erwachsene unentgeltlich erobern dürfen, wurde nun offiziell eröffnet.

Die Grundschüler der Hagelkreuzschule Lüttingen machen‘s vor und die Verantwortlichen vom Freizeitzentrum Xanten folgen mutig: Gesellschafter Ralf Berensmeier (Kreis Wesel), Thomas Görtz (Stadt Xanten) und Axel Hoppe (Regionalverband Ruhr), dahinter Projektleiter Stephan Tietz und Leiter FZX Wilfried Meyer. NN-Foto: Lorelies Christian

Er liegt am Ufer der Xantener Südsee auf halber Strecke zwischen Jugendherberge Wardt und Hafen Xanten. Mit Rad oder zu Fuß ist er leicht zu erreichen und nicht zu übersehen. Immerhin ist er 110 Meter lang.
Während die Erwachsenen – die Gesellschafter Ralf Berensmeier (Kreis Wesel), Axel Hoppe (Regionalverband Ruhr) und Thomas Görtz (Stadt Xanten) sowie Projektleiter Stefan Tietz und Leiter des FZX Wilfried Meyer sich den Bewegungsparcours aus Distanz anschauen, klettern die Kinder der Hagelkreuzschule Lüttingen bereits an der Boulderwand. Dann laufen sie den Steg hoch, um zur Dschungel-Hängebrücke zu gelangen. Sicher ist sicher und so nutzen sie das Netzgeländer zum besseren Halt. Unten angekommen macht ihnen das Balancieren auf den Holzstämmen Spaß. Hangeln, Klettern, Laufen und Balancieren – das Üben der Motorik auf spielerische Weise ist heute nicht mehr überall möglich und hat ganz offensichtlich großen Reiz.
Projektleiter Stephan Tietz erläutert: „Der Steg zur Dschungel-Hängebrücke ist als Rampe angelegt, die auch mit dem Rollstuhl befahren werden kann. So können auch gehbehinderte Menschen den schönen Ausblick auf die Südsee und den Hafen Xanten von oben genießen. Die Anlage ist bewusst für Jung und Alt konzipiert. Auf den großen Findlingen kann man sich ausruhen und auch die Sitzbänke laden zum Verweilen ein. Eine barrierefreie WC-Anlage ist an diesem Platz ebenfalls installiert, so dass der Aufenthalt länger dauern darf.
Das Freizeitzentrum Xanten hat das Projekt „Gesundheitstourismus Xantener Nord- und Südsee“ nach der Philosophie von Sebastian Kneipp ausgerichtet. Das Land NRW fördert die Maßnahme mit 80 Prozent. Alleine die Kletteranlage hat rund 10 Prozent der Fördermittel gekostet, also fast 380.000 Euro.

Die Phacelia blüht momentan violett und bereitet den Boden vor für den Anbau von Gemüse. Freuen sich aufs Gärtnern: (v.l.): Angela Näther, Oskar Haan, Thomas Görtz, Axel Hoppen, Ralf Berensmeier, der kleine Belá, Larissa Lohkamp und Rolf Nacken. NN-Foto: Lorelies Christian

Ernährung nach Kneipp

Ein weiterer Projektteil ist die Kneipp Gesundheitssäule „Ernährung“. Sie ist hinter dem Hochseilgarten an der Xantener Südsee in Wardt angelegt. Das FZX hat dazu die Fläche gestellt mit Blick auf die Wasserskianlage, im Hintergrund auf den Xantener Dom. Zusätzlich hat das FZX die Genossenschaft Inselbrot Wardt und den Verein „Wardt zusammen“ mit ins Boot geholt. Kneipp hob die heilsame Wirkung von Pflanzen hervor. Gesunde Ernährung wird gefördert durch frisches Obst und Gemüse, das wusste Kneipp bereits im 19. Jahrhundert. Auf der 7.000 Quadratmeter großen Fläche kann nun kleinbäuerliche Garten- und Landwirtschaft betrieben werden. Die Genossenschaft möchte eine 1.800 Quadratemter große Ackerfläche bewirtschaften. „Wir haben bereits 150 Mitglieder“, berichtet der Vorsitzende Rolf Nacken. Sie werden die Möglichkeit haben, 50 Quadratmeter große Parzellen zur Eigenbewirtschaftung zu nutzen. Die andere Fläche wird von der Genossenschaft bewirtschaftet, die Produkte sollen im eigenen Laden am Meerend angeboten werden. Das Projekt wird gefördert durch die LEADER-Region Niederrhein. Nacken erläutert die Pläne: „Es soll zum einen die Nahversorgung gesichert werden und zum anderen ein Treffpunkt für die Wardter geschaffen werden. Beides ist hier wunderbar möglich. Wir wollen Kartoffeln anbauen, einen Kräutergarten anlegen, Gemüse, Beeren und anderes Obst ernten . Wir vergeben Baumpatenschaften. Nächstes Jahr soll ein Hühnerstall gebaut werden mit der Besonderheit, dass unsere Hühner blaue Eier legen. Ein Gewächshaus soll ergänzt werden und natürlich fehlen im Moment noch die Sitzgarnituren, damit ein Verweilenan diesem schönen Platz möglich wird.“
Die Genossenschaft möchte auch Schulen und Kindergärten die Möglichkeit des „Gärtnerns“ bieten und Kräuterseminare durchführen.

Strandbad

Das Projekt „Gesundheitstourismus“ ist fast abgeschlossen, eine offizielle Eröffnung ist aufgrund der Corona-Krise momentan nicht möglich. „Wir werden die offizielle Einweihung ins nächste Jahr verschieben“, kündigt FZX-Leiter Wilfried Meyer an. Ja, fast hätte man „Corona“ vergessen können, denn die Natur an den Seen ist wunderschön und eigentlich sollte ja die Freibadsaison nun auch losgehen. Die Lockerungen durch die Landesregierung macht auch vieles wieder möglich, aber natürlich eingeschränkt. „Wir erarbeiten gerade ein Konzept, wie wir den Zugang zu unserem Strandbad ermöglichen können“, berichtet Meyer mit einem kleinen Seufzer. Die Durchführungsbestimmungen liegen erst seit letzten Sonntagabend auf dem Tisch, die Umsetzung bedeutet eine logistische Herausforderung. Wahrscheinlich dürfen nur 3.000 bis 3.500 Besucher gleichzeitig das Bad nutzen (sonst sind es 15.000 bei der 30.000 Quadratmeter großen Fläche). Um die Übersicht zu behalten, führt das FZX eine Online-Registrierung durch. Jeder Besucher muss sich vorab anmelden und auch zahlen. Noch ist das Wasser mit 14 Grad zu kalt, doch bis zum Eröffnungstag am 30. Mai wird sicherlich die Mindesttemperatur von 16 Grad erreicht werden und das Naturbad an der Südsee öffnen. Die Empfehlung ist auf jeden Fall, sich vorher im Internet unter www.f-z-x.de zu informieren, welche Angebote wann und wie genutzt werden können.