Mitarbeiter sind das wichtigste Gut

Tecklenburg ist Sponsor der Durchblick-Konferenz im März 2020

NIEDERRHEIN. Hermann Tecklenburg führt das Bau-Unternehmen, das bereits auf eine 135-jährige Tradition in der Immobilienwirtschaft zurückblickt, bereits in der fünften Generation. Im NN-Interview gibt er Einblicke in das Unternehmen, speziell zum Thema Recruiting und Mitarbeiterzufriedenheit.

Welche Maßnahmen unternehmen Sie, um Mitarbeiter zu rekrutieren?
Hermann Tecklenburg: Die meisten Mitarbeiter suchen wir für unsere Verwaltungstätigkeiten. Gerade bei speziellen Aufgaben, die eine einschlägige Berufsausbildung und längere Berufserfahrung voraussetzen, arbeiten wir auch mit verschiedenen Personalagenturen zusammen. Dies ist vor allem bei Ingenieuren oder Führungskräften der Fall. Alle Stellenausschreibungen werden aber auch stets auf unsere Homepage www.tecklenburg-bau.de/karriere/stellenangebote veröffentlicht.

Auch social Media Kanäle wie Facebook und Instagram kommen immer wieder zum Einsatz. Vor allem, um junge Menschen erreichen zu können. Für Auszubildende präsentieren wir uns unter anderem persönlich auf der Ausbildungsmesse, die einmal jährlich im Oktober in der bofrost-Halle in Straelen stattfindet. Die Resonanz ist sehr gut und wir sind mit unseren Auszubildenden derzeit mehr als zufrieden.

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Wie ist die aktuelle Situation in Ihrem Haus? Hat der Fachkräftemangel Auswirkungen auf Ihre Stellen / Ihre Mitarbeitersuche?
Hermann Tecklenburg: Das Thema „Fachkräftemangel“ diskutiere ich gerne sehr kontrovers.
Das im Ausland so hoch gelobte deutsche Ausbildungssystem, unter anderem mit der überbetrieblichen Ausbildung, ist im Ergebnis eine Katastrophe. Nach drei Ausbildungsjahren, davon über 1,5 Jahre überbetrieblicher Ausbildung, ist ein junger Maurer gerade einmal in der Lage, 50 Prozent von dem zu leisten, was der Wettbewerb fordert. Das führt unter anderem dazu, dass sich die Handwerker häufig von ihren jungen Auszubildenden trennen, sobald diese ihre Prüfung absolviert haben. Auf der einen Seite sind die Bau- und Facharbeiter, die über 50 Jahre alt sind, häufig geplagt von Rheuma und Bandscheibenproblemen und fallen somit für mehrere Monate aus. Das erklärt unter anderem auch den Fachkräftemangel. Wenn ich heutzutage über die Baustellen laufe, sind – bis auf Dachdecker und Zimmerer – Werkarbeiter aus ganz Europa zu sehen, die größtenteils einen guten Job machen und dankbar sind, in Deutschland für den Mindestlohn arbeiten zu dürfen. Fachkräftemangel hängt natürlich auch von der Konjunktur ab. Im Baugewerbe befinden wir uns zurzeit in einer Hochkonjunkturphase und somit ist auch jeder Facharbeiter gefragt, das kann in zwei Jahren schon wieder ganz anders aussehen. Geeignete Fachkräfte für Bürotätigkeiten zu bekommen, stellt uns zwar immer wieder vor eine kleine Herausforderung, allerdings können wir aufgrund unserer guten Vernetzung freie Stellen stets gut besetzen. Sollte dies einmal nicht möglich sein, können wir durch kleine Umstrukturierungen schnell und unkompliziert die Aufgaben neu verteilen und damit auch noch unsere Effizienz steigern.

Wie viele Mitarbeiter arbeiten aktuell bei Ihnen?
Hermann Tecklenburg: Wir beschäftigen derzeit 129 Tecklenburger, davon 97 Mitarbeiter an unserem Standort in Straelen sowie drei Poliere und 29 gewerbliche Mitarbeiter (das heißt Maurer und Einschaler). In unserer Niederlassung in Düsseldorf, der Tecklenburg Projektentwicklungs GmbH, arbeiten weitere acht Kollegen.

Stichwort Mitarbeiterzufriedenheit: Was unternehmen Sie, um Mitarbeiter zu halten?
Hermann Tecklenburg: Mitarbeiter sind in jedem Unternehmen das wichtigste Gut. Deshalb ist es unerlässlich eine gute Bindung aufzubauen. Dabei setzen wir vor allem auf die richtige Mitarbeiterführung. Dazu gehört für uns die Wertschätzung der Arbeit unserer Beschäftigten. Gleichzeitig ist eine offene, vertrauensvolle und respektvolle Kommunikationskultur extrem wertvoll. Tecklenburg besticht zudem durch flache Hierarchien, die familiäre Unternehmenskultur und das sehr gute Miteinander unter den Kollegen.

Die Erhaltung der Gesundheit der Arbeitnehmer ist uns Priorität und Anliegen zugleich. Wir schaffen und fördern Angebote, um das körperliche und geistige Wohl unserer Angestellten bis ins hohe Alter aufrecht zu erhalten. Zusätzlich ist der Abwechslungsreichtum unserer Projekte wichtig, der den Tecklenburgern immer wieder kreative und fordernde Arbeitsbedingungen ermöglicht. Nicht zuletzt legen wir auch Wert auf die Weiterentwicklung aller Kollegen. Wer sich mit seinen Arbeitnehmern auseinander setzt und aktiv auf ihre Bedürfnisse eingeht, entwickelt ein vertrauensvolles Verhältnis und signalisiert seinen Mitarbeitern, dass sie es wert sind, gehört und verstanden zu werden. Respektvoll behandelt und wertgeschätzt zu werden, ist nicht umsonst eines der erstrebenswertesten Bedürfnisse eines Menschen.