Klaus Kleinenkuhnen, Bürgermeister der Gemeinde Rheurdt. Foto: privat

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

wie ein Gipfelkreuz auf dem Berg ist für mich der Jahreswechsel. Genau ausbalanciert sind gestern und morgen in der Schwebe, man kann gut zurückblicken auf den zurückgelegten Weg. Dreht man sich um, schweift der Blick in Richtung Zukunft. Das Eine ist vorbei, das Andere noch nicht ganz da. Für mich kommt alle Jahre wieder der Moment, um inne zu halten, dienstlich wie privat. Begegnungen, Diskussionen, Projekte aus 2019 – was ist gut gelaufen, was hat mich geärgert, wo habe ich Fehler gemacht? Anstehende Begegnungen, Diskussionen, Projekte 2020 – wo kann ich mich aktiv einbringen, damit es gut läuft? Wie schaffe ich es, bekannte Fehler und unbekannte Fehler zu vermeiden?

Gleich als erstes verrate ich Ihnen, was mich 2019 geärgert hat. Es ist nichts Politisches – einerseits. Bei genauerer Betrachtung aber eigentlich etwas Hochpolitisches. Mich ärgert es ungemein, dass wir alle miteinander immer noch viel zu leichtfertig mit unserem blauen Planeten umgehen. Wenn ich sehe, wie der Urwald des Amazonas brennt, mit welcher Wucht und Häufigkeit Wirbelstürme und damit verbundene mörderische Zerstörungskraft viele Nationen treffen, wenn ich sehe wie ein Teil der Welt unter extremen Regengüssen leidet, während andere seit Jahren sehnlichst auf Regen hoffen und wir hier so tun, als ob uns das nichts anginge.

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Mir ist klar, alleine kann niemand die Welt retten. Doch wenn viele kleine Leute in vielen kleinen Orten, viele kleine Dinge tun, wird sich das Gesicht der Welt verändern. Lassen Sie uns dabei mitmachen! Die Kommunen des Kreises Kleve haben sich in diesem Jahr zu einem Klimabündnis zusammengeschlossen. Wie ich finde ein guter und wichtiger Schritt für gemeindeüberschreitende Aktivitäten zum Wohl der Umwelt.

Womit wir bei Themen angelangt wären, die mir im letzten Jahr gut gefallen haben. Das war auch Ihr vielfältiges großes ehrenamtliches Engagement in und für unsere Gemeinde. Sei es für einen der zahlreichen Vereine, sei es in der Flüchtlingsbetreuung, bei Hilfsorganisationen oder in der Freiwilligen Feuerwehr. Danke! Ohne Sie alle wäre die Gemeinde Rheurdt eine reine staatliche Verwaltungseinheit mit 6.600 Einwohnern. Mit Ihnen ist es eine an Vielfalt reiche, bunte Gemeinschaft mit Charakter. Das ist unbezahlbar und macht unsere Kommune erst lebens- und liebenswert.

Bezahlbar hingegen müssen all unsere Vorhaben in der Gemeinde sein. Wir sind da in einer guten Position. Wir sind gut aufgestellt, denn in der Vergangenheit haben wir zurückhaltend gewirtschaftet, unsere Finanzen nach einem Prioritätenkatalog neu geordnet und uns mit der Umsetzung von Plänen auf die beschränkt, die die Kommune langfristig und auch nachhaltig finanzieren konnte beziehungsweise kann. Das hat nicht allen gefallen, wurden doch durch die strengen Maßstäbe auch einige Projekte aus der Agenda gestrichen. Auch den Bereich „Personalkosten“ in der Verwaltung haben wir kritisch durchleuchtet und maßgehalten. Das war auch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht immer eine leichte Vorgabe. Doch unser konservativer Kurs hat sich gerechnet – im wahrsten Sinne des Wortes. Wir können im Jahre 2020 einen Haushaltsentwurf vorlegen, der durch die Ausgleichsrücklage ausgeglichen werden kann. Das ist für eine Gemeinde unserer Größe alles andere als selbstverständlich. Darum haben wir Spielräume, die wir natürlich nutzen werden.

Das größte und wichtigste Projekt, das wir 2020 anpacken werden ist der Neubau des Feuerwehrgerätehauses in der Ortschaft Rheurdt. Lange haben wir beraten, es gab Diskussionen, eine Bürgerinitiative und auch manchen Leserbrief in der Lokalzeitung die genauso wie das Fernsehen über dieses Projekt berichtete. Doch es ist entschieden, wir realisieren in Rheurdt das Projekt Feuerwehrgerätehaus.

Dies ist nur eines von mehreren Vorhaben, die uns alle in unserer Gemeinde in den kommenden 12 Monaten begleiten werden. Beispielsweise liegt ein anderer Schwerpunkt bei der Weiterführung der Detailplanung und dem Baubeginn eines Mehrgenerationen-Spielplatzes, bei der Umsetzung neuer Wohnbebauung an der Pastoratstraße und dem Umbau des Bürgermeister-Beelen-Platzes in Schaephuysen. Auch für den Sportsektor stehen Veränderungen an mit dem Bau eines Kunstrasenplatzes in Rheurdt. Insgesamt wartet ein Investitionsprogramm im Volumen von 5,2 Millionen Euro (!) im nächsten Jahr auf seine Umsetzung.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, genießen Sie die anstehenden Feiertage im Kreise Ihrer Lieben. Erheben Sie gelegentlich das Glas auf all diejenigen, die darauf verzichten müssen und sich beruflich oder ehrenamtlich in den Dienst der Gemeinschaft stellen. Die Einsatzkräfte der Polizei sorgen für Sicherheit. Krankenschwestern und Pfleger kümmern sich gemeinsam mit Ärztinnen und Ärzten um unser gesundheitliches Wohl. Die Teams von Feuerwehr und Rettungsdiensten sind für uns da, wenn es brenzlig wird. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verkehrsbetriebe bringen uns sicher von A nach B. Nicht vergessen will ich an dieser Stelle die Zustellerinnen und Zusteller von Post und Tageszeitungen sowie die Medienvertreter, die uns mit aktuellen Informationen auf dem Laufenden halten. Ihnen allen gebührt unser Respekt und unsere Wertschätzung. Danke, dass Sie für uns da sind.

Johann Wolfgang von Goethe hat einmal gesagt: „Erfolg hat drei Buchstaben: TUN“. Ergänzen will ich dieses Zitat mit der Aussage eines unbekannten Autors, der treffend formulierte: „Wenn man will, dass das Jahr erfolgreich wird, muss man am ersten Januar damit beginnen.“ In diesem Sinne, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, schlage ich vor: Packen wir’s an. Das neue Jahr kann kommen. Ich drücke Ihnen die Daumen, dass Sie möglichst viele Ihrer Vorhaben verwirklichen, möglichst viele bereits begonnene Projekte gut fortführen können. Ihnen und Ihren Familien wünsche ich für 2020 Gesundheit, Schaffenskraft und viel Freude miteinander und aneinander.

Herzliche Grüße
Ihr Klaus Kleinenkuhnen, Bürgermeister der Gemeinde Rheurdt