GELDERN. Das Fahrrad bleibt nach wie vor das Fahrzeug der Stunde: Anlässlich des diesjährigen Stadtradelns stellten Heinz-Theo Angenvoort von der Stabsstelle Umwelt, Klima, Mobilität und Nachhaltigkeit und der Erste Beigeordnete Tim van Hees-Clanzett wieder im Rahmen einer Radtour kleine und große Veränderungen und Baustellen in Geldern vor.

Erster Halt war die Baustelle Kapuzinerstraße und -platz/Heilig-Geist-Gasse. Als Teil des integrierten Stadtentwicklungskonzepts (ISEK) wird sie derzeit umgestaltet. „Wichtig ist die Verbindungsachse zum neuen Edeka. Wir haben den Platz so ausgerichtet, dass wir einerseits den Aufenthaltscharakter sicherstellen, aber auch die Laufwege in die Innenstadt betonen“, sagt van Hees-Clanzett über die rotbraun nuancierte Klinkerstein-Pflasterung im Fischgrätenverband. Nach dem Edeka-Einkauf würden im besten Falle Abstecher in die anderen Geschäfte der Innenstadt folgen.

Die Kapuzinerstraße ist bereits für den Verkehr freigegeben, in der Heilig-Geist-Gasse zwischen Glockengasse und Markt laufen die Pflasterarbeiten noch. Allerdings sollen sie Ende dieser Woche voraussichtlich abgeschlossen sein, nur die Beleuchtung wird dann noch in diesem Bereich fehlen. Das Hochbeet um die Tiefgarageneinfahrt soll im Herbst fertiggestellt werden.

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Der letzte Rest der Kapuzinerstraße, wo derzeit die Pflasterung aufhört, bis hin zum Ostwall, wird im nächsten Jahr umgebaut. „Jetzt laufen parallel die Entwurfsplanungen“, sagt van Hees-Clanzett. Die Pläne sollen nach den Sommerferien der Politik vorgestellt werden, um alsbald die Ausschreibung folgen zu lassen. 2022 sollen dann die Arbeiten beginnen. Auch die Issumer Straße sollte 2021 umgebaut werden. „Das haben wir aufgrund der Coronasituation verschoben.“ Auf einer Anliegerversammlung soll diese Woche die Vorgehensweise für den Umbau besprochen werden.

Weltladen erweitert Angebot

Der nächste Halt war der Weltladen, der seit 1. Juni als erstes Geschäft in der Gelderner Innenstadt vom „Sofortprogramm zur Stärkung unserer Innenstädte und Zentren“ profitiert. Für Geldern stehen 135.000 Euro Fördergelder bereit. Der Weltladen konnte weitere 40 Quadratmeter hinzumieten, weshalb er jetzt nicht nur faire Kleidung aus Ländern wie Indien und Nepal anbietet, sondern auch Raum für Schulungen hat, etwa für Schulklassen. Auch mehr Lagerplatz gibt es jetzt. „Wir sind in das Programm eingestiegen, da wir den Laden zum normalen Marktpreis nicht hätten bezahlen können“, sagt Hubertus Heix, Vorsitzender der Steuerungsgruppe.

Um Geldern als Fairtrade-Town noch mehr Bedeutung zu verleihen, erweitern die hier tätigen Ehrenamtler zudem ihr Fairtrade-Programm im Jahr 2022: Zum einen in Form einer Ausstellung über Kinderarbeit, zum anderen mit der Kampagne „Faire Kita“, bei der sich Kindergärten unter Erfüllung bestimmter Bedingungen die entsprechende Auszeichnung verdienen können.

Im Rahmen des Förderprogramms führt Citymanagerin Janette Heesen Gespräche mit Interessenten, Bewerbungen für Lokale sind aber weiterhin möglich unter Telefon 02831/1348233 oder per Mail an janette.heesen@geldern.de.

Baustellen in Geldern: Sicherere Kreisverkehre

Mehr Sicherheit für Radfahrer und eine attraktivere Stadteinfahrt von Süden beziehungsweise Kreuzung von Ost- und Südwall mit Gelderstraße und Geldertor: Das soll der neue Kreisverkehr am Ostwall/Geldertor leisten. Funde von alten Mauerresten haben die Arbeiten kürzlich für zwei Tage stillgelegt. Eine weitere Verzögerung kommt nun allerdings noch durch die Erneuerung einer alten Wasserleitung dazu, die sich im Zuge der Bauarbeiten ergeben hat. Sieben Wochen setzen die Verantwortlichen dafür an. Darüber hinaus gilt aber: „Die größten Tiefbauarbeiten für den Kanal sind beendet“, sagt van Hees-Clanzett.

Umgebaut wird hingegen der Kreisverkehr Harttor, um Radfahrern mehr Sicherheit zu gewährleisten. Der Baustart fällt mit Montag, 5. Juli, in die Sommerferien, auch, weil Straßen-NRW als Bauleitung und die Stadt dann mit weniger Verkehr rechnen. „Außerdem haben wir jetzt die Möglichkeit, dass die Bauarbeiten vor Beginn der Schulzeit abgeschlossen werden“, sagt van Hees-Clanzett. Zwei Wochen sind pro Bauabschnitt eingeplant, während denen die jeweilige Stelle gesperrt wird. Ist alles fertig, werden die Radfahrer früher auf die Fahrbahn geleitet und diese für den Autoverkehr verengt, sodass alle Verkehrsteilnehmer hintereinander in den Kreisverkehr einfahren.

Eine andere Art von Sicherheit bringt der Kinderarzt mit sich, der im Juli auf der Straße Am Nierspark eröffnen soll. Eine von Stinges betriebene Bäckerei soll im August hinzukommen.

Neben dem bereits bestehenden Hochbeet und den neuen Kübeln auf dem Bahnhofsvorplatz soll dort noch ein weiteres Hochbeet entstehen. „Die Bürger empfanden den Platz oft als karg“, erzählt van Hees-Clanzett. Mit dem neuen Beet rechnet er allerdings erst im kommenden Oktober. Aber auch die Sitzgelegenheiten vor Ort sollen Holzauflagen bekommen.

Upgrade für Schulen

Im Umbruch befinden sich des Weiteren die Schulen. Die Albert-Schweitzer-Grundschule erhält im Rahmen des Projekts „Sanierung und Modernisierung der Gelderner Schulen“ einen Erweiterungsbau, ehe dann auch das Bestandsgebäude saniert wird. Der Umzug in den neuen Teil soll noch 2021 erfolgen.

Die Gesamtschule erhält sogar zwei Neubauten: Der erste soll bald übergeben werden und nach den Sommerferien nutzbar sein, das zweite Gebäude soll nach ein paar Wochen folgen. Beide müssen jedoch noch untereinander und mit dem Altbau verbunden werden. Ein Hingucker ist die nun vollendete Grünfassade an den Neubauten. „Eine Besonderheit ist auch der sehr breite Flur“, erklärt Adrian Terhorst vom Büro des Bürgermeisters. Dieser eigne sich auch für pädagogische Zwecke gut.

Neue Fahrbahnmarkierungen

Aufgefallen sein dürften vielen wohl auch die neuen, roten Fahrbahnmarkierungen an der Bogen- und Fürstenbergerstraße sowie an der Kreuzung Issumer Tor/Egmondstraße. Dabei handelt es sich um kleinere der vielen Bausteine des Fuß- und Radwegekonzepts, das die Sicherheit der Radfahrer verbessern soll. „Der Aufmerksamkeitsgrad ist dann noch einmal höher“, sagt Angenvoort. Van Hees-Clanzett ergänzt: „Wir beobachten die wichtigen Punkte und wo wir Sicherheitsprobleme sehen, würden wir es gerne weiter ausbauen. Das wird aber nicht flächendeckend im Stadtgebiet passieren.“