WESEL. Auch wenn es der Rat in Wesel in seiner Sitzung am 4. Mai erst noch beschließen muss, sind sich Projektgruppe und Verwaltung einig: Das geplante neue Kombibad soll den Namen „BelugaBad Wesel“ tragen. Die Idee dazu lieferte die Geschichte um einen Belugawal, der 1966 in den Rhein gelangte und auch in Wesel zu sehen war. Trotz erster Arbeiten für das neue Bad und den Minigolfplatz soll es noch eine Badesaison am alten Standort geben.

Fährt man die letzten Meter Richtung Rheinpromenade, sind die Gehölzarbeiten auf dem Minigolfplatz gut sichtbar. Diese gehören zu den Vorarbeiten für die anstehenden Versorgungsleitungen. Auch die ersten Bauarbeiten für den neuen Minigolfplatz am Auesee haben bereits begonnen.

Aber bevor die Umsetzung des neuen Kombibads richtig beginnt, soll es noch eine „vorerst letzte“ Freibad-Saison geben, wie Martin Christoph, Geschäftsführer der Städtischen Bäder Wesel, sagt.

-Anzeige-

Bürger haben sich beteiligt

Im Rahmen der Kombibad-Planung beteiligten sich auch die Bürger. „Wir können zusammenfassend sagen, dass die Rückmeldungen durchweg positiv waren und wir viele Anregungen bekommen haben“, sagt Bürgermeisterin Ulrike Westkamp. Ende 2020 hatte die Stadt den Vorentwurf vorgestellt und einen Film zur Vorplanung online gestellt.
Die Anregungen der Bürger sollen in der nächsten Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung diskutiert werden. Die Wünsche beinhalten unter anderem mehr Spielangebote für Kinder und Jugendliche, eine großzügige WC-Anlage und einen ganzjährig nutzbaren Außenbereich. Westkamp betont jedoch: „Es ist kein Spaßbad, sondern es wird ein Bad für Jung und Alt mit Spaß-Elementen.“

Geboten werden sollen Rutschen und Sprungtürme sowie temporäre, wechselnde Sportangebote für Kinder und Jugendliche. „Wir wissen, dass im Laufe der Jahre immer mal etwas anderes ‚in‘ ist.“ Hier könne man flexibel reagieren.

Für den geplanten Saunabereich hätten sich die Bürger zudem Whirlpools, eine Dampfsauna, ein Solebecken und einen Kneippschen Fußparcours gewünscht. Letztgenannten werde es wohl nicht geben, stattdessen aber einen alternativen Barfuß-Parcours mit verschiedenen Elementen. Darüber hinaus sind Massagedüsen, Außenbecken, ein Saunabereich, ein Erlebnisbecken, ein Dampfbad und Liege- und Ruheflächen mit Blick auf den Rhein geplant.

Aushängeschild für Wesel

„Wir wollen ein Alleinstellungsmerkmal mit diesem Bad am Rhein schaffen, das auch eine Ausstrahlung in das Umland hat“, sagt der Aufsichtsrat-Vorsitzende Ludger Hovest. Besonderes Augenmerk habe man auch auf Klima- und Umweltschutz gelegt: „Alles, was heute technischer Standard und möglich ist.“ Das gehe von Photovoltaik über den Wärmeaustausch der Saunabecken bis hin zur besten Dämmung. „Das wird hier in vorbildlicher Form realisiert.“ Ein Blockheizkraftwerk soll die Energieversorgung des Belugabads Wesel sicherstellen.

Hovest verweist dabei auch auf den steuerlichen Querverbund. Schon das Heuberg-Bad werde zusammen mit den Stadtwerken über diesen Querverbund finanziell auskömmlich gefahren. „Das dürfen wir nicht aufs Spiel setzen. Das neue Bad ist so finanziert, dass dieser Querverbund auch in Zukunft zum Zuge kommt.“ Der geplante Kostenrahmen werde bis heute immer noch eingehalten.

Die Kritik der Grünen, die Planung sei nicht mit den Klimaschutzzielen vereinbar, kann Hovest nicht verstehen. In der Energieberatung hätten Fachleute die besten Möglichkeiten abgewogen. Es habe Diskussionen gegeben, aber aus seiner Sicht müssten die Grünen nachweisen, was in ein paar Jahren besser sei. „Das mag stimmen oder nicht, aber die Entscheidung muss jetzt gefällt werden“, und die aktuelle Entscheidung spiegele den aktuellen Stand wider. Belastbare Alternativen seien von niemandem aufgezeigt worden.

Moby Dick auf Stippvisite

Zu den in der kommenden Ratssitzung zu treffenden Entschlüssen gehört auch die Namensgebung. Schon in der frühen Planungszeit kam der Planungsgruppe die Geschichte um den Belugawal im Rhein in den Sinn. Dieser stattete 1966 auch Wesel einen Besuch ab und zierte 1967 sogar den Stadtorden zu Karneval. Auch Westkamp zeigt sich angetan von der Idee, schließlich war sie als Kind selbst am Rhein, um „Moby Dick“ zu sehen, wie die Menschen den Besucher damals nannten.

„Wir sind drei Tage zum Rhein gekommen, weil wir immer den Wal sehen wollten. Meine Mutter sagt bis heute, wir hätten ihn gesehen, aber ich war gerade einmal einen Monat in der Schule. Ich glaube einfach mal, ich habe ihn gesehen“, erzählt Westkamp. Der Wal sollte eigentlich in einen englischen Zoo gebracht werden, gelangte wegen eines Orkans jedoch vom Frachtschiff in die Nordsee und so schließlich in den Rhein. Der Direktor des Duisburger Zoos wollte ihn wieder einfangen, aber Proteste sorgten schließlich für die Einstellung der Bemühungen.

Bilder gesucht

Um eine möglichst große Auswahl für die Gestaltung des Belugabads Wesel zu haben, bittet die Stadt die Bürger, Bilder oder Anekdoten zu diesem Ereignis zur Verfügung zu stellen. Entweder per Mail oder postalisch an Städtische Bäder Wesel GmbH, Emmericher Straße 11-29, 46485 Wesel, sbw@stadtwerke-wesel.de. Möglicherweise entsteht dazu in Zukunft ein Bilder-Wettbewerb.