Stadtbad Rees: Terlinden kontert Kritik der SPD

REES. Die Schwimmbäder im Nordkreis Kleve bleiben bis zu den Sommerferien zu, wie die Betreiber in Kleve, Bedburg-Hau, Goch und Emmerich bekannt gegeben haben. Sie schließen eine Wiedereröffnung bis zum 28. Juni aus. Die Stadtwerke Rees wollen das Stadtbad Rees nicht vor dem 1. Juli öffnen. „Mit Unverständnis“ hat darauf die Reeser SPD reagiert.

Der SPD-Bürgermeisterkandidat Bodo Wißen fordert: „Wir sollten jede Chance der verantwortungsvollen Öffnung für die Bürgerinnen und Bürger, insbesondere für unsere Kinder und Jugendlichen, nutzen.“ Zumal das Stadtbad in Rees klein und übersichtlich sei. SPD-Chef Karl van Uem ergänzt: „Die CDU-geführte Landesregierung wird sich ja etwas dabei gedacht haben, den Städten und Gemeinden die Öffnung der Bäder zu ermöglichen. Sport und Bewegungen, sich körperlich fit halten, sind gerade jetzt wichtig. Kinder und Jugendliche müssen Schwimmen lernen und ihrem natürlichen Bewegungsdrang auch im Wasser nachkommen können.“

Peter Friedmann, Fraktionsvorsitzender der SPD im Stadtrat, kritisiert, dass die Verwaltung jetzt lange genug Zeit gehabt habe, sich auf die Wiederaufnahme des Betriebs des Hallenbades einzustellen. Geschehen sei aber nichts. „Es handelt sich ja eben nicht um ein Spaßbad. Es dient dem reinen Schwimmen. Die Personenzahl kann gut begrenzt werden, die Bahnen können durch Leinen abgetrennt werden und die große Umkleide für Familien reserviert werden.“

Stadtwerke-Chefin mit „noch größerem Unverständnis“

Nun hat Stadtwerke-Geschäftsführerin Mareike Terlinden zu der Kritik der Reeser SPD Stellung bezogen und reagiert „mit noch größerem Unverständnis“.

Nach der Schließung habe man das Wasser aus dem Becken abgelassen. Dann seien kleinere Reparatur- und Wartungsarbeiten sowie intensive Reinigungsarbeiten durchgeführt worden. Zwar hätten die Stadtwerke versucht, die für Mitte Juni geplante Revision in die Zeit der Schließung vorzuverlegen. „Dies war aus verschiedenen Gründen jedoch nicht möglich“, teilt Terlinden mit. „Einerseits waren Firmen nicht verfügbar, da die Firmen ihrerseits volle Auftragsbücher haben. Ein weiterer Hinderungsgrund war, dass Firmen aufgrund der Reisebeschränkungen nicht nach Deutschland einreisen konnten.“ Bereits Anfang des Jahres habe das Stadtbad-Team die Revision bewusst vor die Sommerferien gelegt, um insbesondere den Kindern und Jugendlichen einen Besuch im Stadtbad Rees in den Sommerferien zu ermöglichen.

Zum Beschluss der NRW-Landesregierung, dass Hallenbäder ab dem 30. Mai wieder öffnen dürfen, sagt Terlinden: „Unter welchen Voraussetzungen und mit welchen Einschränkungen der Badebetrieb wiederaufgenommen werden kann, ist bis heute leider nicht im Detail bekannt. Gerade im Hinblick auf die einzuhaltenden Mindestabstände, sind diese in einem kleinen und ‚übersichtlichen‘ Bad nur schwer umzusetzen.“

„Gute Gründe“ für längere Schließung

Losgelöst von den „guten Gründen des Gesundheitsschutzes“, die die umliegenden Badleitungen dazu veranlasst hätten, die Öffnung der Bäder auf die Zeit nach dem 28. Juni zu verschieben, würde die Befüllung des Beckens zum 30. Mai, um dieses dann 14 Tage später für die Revision wieder zu entleeren, laut Terlinden mit unverhältnismäßig hohen Kosten verbunden sein. Die Geschäftsführung der Stadtwerke Rees als Betreiber des Bades habe daher entschieden, dass das Stadtbad erst nach der planmäßigen Revision zum 1. Juli wieder geöffnet wird.

Abschließend betont Terlinden, dass die SPD, wie auch alle anderen Parteien, in öffentlicher Sitzung des Betriebsausschusses über die Hintergründe der verlängerten Schließung im Stadtbad Rees informiert worden sei.