Emmerich braucht für die
Zukunft mehr Wohnraum

Prägten den Abend im PAN: (v. r.) Thorsten Welmans, Udo Wittenhorst, Bürgermeister Peter Hinze, Andrea Franken, Peter Schau, Michael Köster, Horst Boch und Hans-Josef Kuypers. Foto: Kreis-WfG

EMMERICH. Bereits die aktuelle Betrachtung des Wohnungsmarktes in Emmerich durch Bürgermeister Peter Hinze machte deutlich: In der Rheinstadt sollte in den nächsten Jahren weiterhin kräftig gebaut werden. Ein wichtiger Punkt, der zum Einstieg in diesen Unternehmerabend mit der Wirtschaftsförderung Kreis Kleve das breite Interesse der 120 Gäste im PAN erreichten.

Hinze wies auf den „relativ alten Wohnungsbestand“ hin, stellte die „starke Wohnungsnachfrage von jungen Familien und älteren Ein- oder Zweipersonen-Haushalten“ heraus und sprach vor dem Hintergrund geringerer Bautätigkeit in den vergangenen Jahren von einer Nachfrage nach Ein- und Zweifamilien-Häusern, die höher sei als das Angebot. Jede vierte Neubauwohnung entstehe heute auf einem ehemaligen Einfamilienhaus-Grundstück, so der Verwaltungschef nach jüngsten Zahlen aus seinem Haus.

Für gut zwei Stunden stand das Thema Bauen im Fokus der Vorträge und Diskussionen. Und wenn auch die Prognosen zu den wohl notwendigen Neubauten für die nächsten zehn Jahre auseinanderlagen, so darf doch festgehalten werden: Emmerich braucht Investoren für den Wohnungsbau von mindestens 1.250 Wohneinheiten, auch zur Verbesserung des Altbestandes in der Innenstadt.

Besonders die Einbindung des Publikums durch Moderatorin Andrea Franken ergab den intensiven Wunsch, in der Steinstraße und deren Umfeld Impulse spüren zu wollen – wenn nicht im Einzelhandel, dann beim Abriss vorhandenen Bestandes und einem Wohnhaus Stelle.

Für 1.358 Wohneinheiten sieht Hinze Flächenpotenziale, so auf dem ehemaligen Kasernengelände, im Katjes-Quartier, am Neumarkt, an der Eltener Straße, am Grollscher Weg und auf dem Pioniergelände. Damit ist die Herausforderung auch zu schultern. Auf die Frage „Was ist zu tun?“, reagierte Hinze mit dem Satz: „Wir müssen den Wohnungsmarkt nachfrageorientiert entwickeln, Bauplätze für Familien wie altersgerechte Wohnungen auf den Weg bringen.“

Zum Einstieg in den Abend hatte Kreis-Wirtschaftsförderer Hans-Josef Kuypers zunächst einen Sonderapplaus dadurch hervorgerufen, dass er kurz über die vorabendliche Verleihung der drei Hochschulpreise durch die Wirtschaftsförderung Kreis Kleve und Aufsichtsratschef Landrat Wolfgang Spreen in Issum hinwies. Einer der Preisträger, die Probat-Werke von Gimborn Maschinenfabrik, wurde für die enge und erfolgreiche Zusammenarbeit mit der Hochschule Rhein-Waal ausgezeichnet.

In den Diskussionsrunden bekam zunächst die Kreditwirtschaft ihren Raum. Stephan Kunz von der NRW.Bank, Thorsten Welmans von der Sparkasse Rhein-Maas und Peter Schau von der Volksbank Emmerich-Rees ließen keinen Zweifel daran, dass der Zeitpunkt zum Baubeginn bei niedrigsten Zinsen, wachsenden Baupreisen und vorhandenen Grundstücken in Emmerich kaum besser sein kann.

Michael Köster, Betriebsleiter der Hochbau Niederrhein und Obermeister der Baugewerbe-Innung des Kreises Kleve, mahnte an, die Innenstadtsanierung in der Rheinstadt komme zu kurz. Er wünschte sich ein intensiveres Miteinander zwischen allen Playern im Markt und motivierte junge Menschen, sich um die vielen freiwerdenden Plätze auf den Leitungsebenen in Handwerkbetrieben zu bemühen: „Wir brauchen Nachwuchs.“

Horst Boch, der Vorstand der Emmericher Baugenossenschaft, wies auf jüngste Investitionen von acht Millionen Euro in den vorhandenen Bestand der Baugenossenschaft hin. In naher Zukunft wolle man deutlich mehr altersgerechten Wohnraum schaffen. Udo Wittenhorst, Immobilienberater der Voba Immobilien, motivierte insbesondere den Bürgermeister und seine Verwaltung, zügig preiswerte Wohnbauflächen zu bieten und über Anreize nachzudenken, die auch jungen Familien das Bauen ermöglichen.