Ein echtes Original: Künstler Aloys Cremers feiert seinen 70. Geburtstag mit einer großen Ausstellung im Xantener Rathaus. NN-Foto: Dickel

XANTEN. Schon fast 30 Jahre ist Aloys Cremers, der im Dezember seinen 70. Geburtstag feiert, am Niederrhein unterwegs. Gründe genug, um sein Wirken mit einer Ausstellung im Xantener Rathaus zu feiern.

„Ich war schon immer anders“, sagt Aloys Cremers zu Beginn des Pressegesprächs und fügt hinzu, „aber anders ist nie verkehrt.“ In der Tat ist Cremers erfrischend anders: direkt, rebellisch und immer für eine Diskussion zu haben. Beispiel? Cremers hat früher viele Jahre Bilder gemalt, seit einigen Jahren hat er den Pinsel jedoch an den Nagel gehangen: „Heute nennt sich doch jeder Künstler, auch wenn er nicht malen kann“, urteilt Cremers und beschließt daraufhin, dass er Autor wird. In seiner ganz eigenen „Grenzspraak“ verfasst der Initiator des Xantener „KleinMontMartre“ seitdem Texte.

Ausstellung: „ArsUnique. Nichts als Theater“

Bewusst hat Cremers seine neue Ausstellung „ArsUnique. Nichts als Theater“, die ab dem 4. Dezember, seinem Geburtstag, im Xantener Rathaus gezeigt wird, mit „Nichts“ betitelt: „Nichts steht hierbei für die Sensibilisierung der ungeahnten Fähigkeiten“, so der Künstler. Genau dieser Punkt ist dem gebürtigen Niederländer nämlich sehr wichtig: „Ich glaube daran, dass sich Menschen selbst entfalten können und das aus nichts eine ganze Menge entstehen kann“, so Cremers. Meistens kämen gute Bilder erst dann heraus, wenn Menschen sich keine Gedanken mehr machen und einfach loslegen. Überhaupt ist Cremers der Meinung, dass die Deutschen zu sehr zweifeln: „Die Deutschen vertrauen sich selber nicht“, resümiert der Künstler.

Für ihn, den gebürtigen Niederländer, der 1990 nach Deutschland kam, ist es ein stetiger Wunsch, mit Menschen in Austausch zu kommen: „Ich muss Menschen um mich herum haben, dann passiert etwas.“ Einer von diesen Menschen, den er sehr gerne um sich hatte, war die Künstlerin und ehemalige Kulturbeauftragte der Stadt Xanten Elfi Kluth: „Elfi war auch eine Rebellin wie ich und deshalb möchte ich eines ihrer Lieblingsbilder für einen guten Zweck versteigern“, kündigt Cremers an. Die Versteigerung wird im Rahmen seiner Ausstellung stattfinden.

80 Umzüge in 30 Jahren

30 Jahre ist Cremers nun am Niederrhein „on the road“, wie er sagt. Ganze 80 Umzüge hat er dabei schon gemacht. Ein Reisender? „Letzten Endes komme ich ja von hier – nur von der anderen Seite der Grenze“, berichtet Cremers lachend. Er mag den Niederrhein und lebt gerne hier – mittlerweile in Rheinberg, aber auch Städte wie Geldern, Goch und Kevelaer gehörten zu seinen Arbeitsstationen. Die wichtigste Aussage seiner Bilder sei allerdings nicht in diesen selbst zu finden, sondern hänge viel mehr „zwischen den Ohren von den Menschen“. Denn genau darum geht es Cremers mit seiner verrückten Art: Er will zum Nachdenken anregen, zum Ausprobieren und zum Loslassen.

Genauso „anders“ ist auch eine weitere Aktion, die sich der Künstler zu seinem Jubiläum hat einfallen lassen: „Ich mache ein virtuelles Museum“, erklärt Cremers. Die Idee: Interessierte können ein Kunstwerk von ihm kaufen, das sie mit nach Hause oder an einen Ort ihrer Wahl nehmen und dort fotografieren. Auf einer Plattform könne man sich alle verkauften Kunstwerke von ihm anschauen. Der Clou: „So können alle miteinander teilen und das Schönste kommt doch auch immer zurück“, so Cremers.

Ausstellung
Die Ausstellung „ArsUnique.Nichts als Theater“ wird am Mittwoch, 4. Dezember, 19.30 Uhr von Aloys Cremers, Bürgermeister Thomas Görtz und Künstler Peter Strege eröffnet. Zusätzlich zu Cremers‘ Werken gibt es auch zahlreiche Fotografien von Cremers, die der Fotograf Armin Fischer angefertigt hat, während der Ausstellung zu sehen.