GELDERN. Mit Themenkisten kennt Guido Niermann sich aus, schließlich war der Deutsch- und Geschichtslehrer jahrelang Klassenlehrer bei angehenden Erziehern und daher mit diesem Medium bestens vertraut. Nun aber bekam er selber eine solche – oder besser gesagt eine Kiste und einen ganzen thematischen Bollerwagen obendrein. Aus Anlass seiner offiziellen Einführung als Schulleiter des Berufskollegs Liebfrauenschule und auf Initiative des Lehrerrates hatten Schüler, Kollegen und Mitarbeiter der Schule vieles dafür zusammen getragen.

Kiste und Bollerwagen quollen daher nur so über: mit guten Wünschen in Wort und Bild und im Film, kreativ verpackt und mit künstlerischen Accessoires ausstaffiert. Sowohl beim Gottesdienst in Sankt-Maria-Magdalena als auch bei der kleinen, aber feinen coronakonformen Feierstunde in der Schulmensa, die musikalisch von Marius Jansen und Schülern der AH/13S2 gestaltet wurde, sprachen viele geladene Gäste mehr als nur freundliche Worte.

Teamgedanke wichtig

„Schule kann keine Ein-Mann-Veranstaltung sein!“, betont dabei Judith Matern als Vertreterin der Schulabteilung des Bistums Münster und spielte darauf an, dass Niermann der Teamgedanke innerhalb der Schulgemeinschaft besonders am Herzen liegt. Natürlich sei es wichtig, das bestehende Gute weiterzutragen, aber ein neuer Schulleiter biete auch 1.000 Möglichkeiten, Neues zu erkunden.

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Dass mit Niermann das Kulturleben in der Stadt Geldern bereichert worden sei, unterstrich Gelderns Bürgermeister Sven Kaiser, der die von ihm ins Leben gerufene Theater- und Musicalarbeit besonders würdigte, von der er selber ein Fan sei. „Ich freue mich auf die Zusammenarbeit und weiß die Jugendlichen an der Liebfrauenschule in besten Händen“, sagt Kaiser. Das offene Ohr, das Niermann in den ersten Monaten bewiesen habe, gefiel besonders der Schulpflegschaftsvorsitzenden Gabi Jansen. Sie gab das Versprechen ab, dass die Elternschaft ihn in allen Belangen unterstützen würde. Ähnlich äußerte sich Georg Groeters als amtierender Schülersprecher: „Unsere Meinung ist Ihnen immer sehr wichtig.“

Mit vielen markanten Adjektiven hatten zuvor im Gottesdienst Dr. Nicole Blanik und Tobias Bruch als Vertreter des Lehrerrates die Aufgaben Niermanns beschrieben. Aufregend sei sein neuer Job, da er sich in einer neuen Rolle als Schulleiter einfinden müsse. Anspruchsvoll sei diese Rolle zudem, denn der Teamplay-Gedanke sei ihm wichtig, obwohl er bei allem die Verantwortung trage. Auch innovativ sei seine neue Tätigkeit: „Schule muss immer weiterentwickelt werden.“

Den Spaß nicht vergessen

Das ganze Leben, sagt die stellvertretende Schulleiterin Sigrid Ridderskamp frei nach Shakespeare, sei Theater und wenn man den Eindruck habe, dass das Leben Theater sei, dann müsse man sich die Rolle aussuchen, die einem richtig Spaß mache. Daran, dass Niermann diese neue Rolle an der Liebfrauenschule Spaß macht, besteht kein Zweifel. Ridderskamp zeigte auch Schlaglichter im Leben des neuen Schulleiters auf, der vor 24 Jahren nach seinem Referendardienst am Kardinal-von-Galen-Gymnsaium in Kevelaer zur Liebfrauenschule gewechselt war.

Dem großen Team dankte Niermann in seiner kleinen Ansprache. Dabei zeigte er auf, was ihm besonders wichtig ist: dass die Liebfrauenschule eine moderne, weltoffene, katholische Schule ist, in der Wert schätzend und respektvoll miteinander umgegangen wird. Pluralität und Diversität sieht er dabei als Chance. Schüler Ernst zu nehmen, sie nicht über ihre Schulleistungen zu definieren, sondern sie als Menschen in den Mittelpunkt zu stellen sind seine weiteren Ziele, die er glaubwürdig vortrug.