UEDEM. Die funkelnden Lichter konnten 2020 nicht angezündet werden, die vielen kreativen Einfälle mussten noch ein Jahr länger unter Verschluss bleiben – die Corona-Pandemie hatte alles fest im Griff. Doch nun ist es endlich wieder soweit: In der Schusterstraße 44 hebt sich vom 20. bis 22. August der Vorhang zur Ausstellung „Offener Garten trifft Kunst.“

Das Motto lautet „So ein Circus“ und die beiden Direktorinnen in der grünen Manege – Doris Angenendt (Keramik) und Renate Wischinski (Malerei) – freuen sich nach einem Jahr Zwangspause schon unfassbar auf ihre Besucher. „Es hat uns einfach etwas gefehlt“, erzählen sie – ebenso wie den vielen Interessierten, die schon nachgefragt haben, wann denn wieder eine Ausstellung stattfindet.

Die ganze Familie freut sich schon auf die Vorstellung, die gleich beginnt. NN-Foto: CDS

Zusammen mit dem Publikum warten nun die getöpferten Clowns sehnsüchtig darauf, dass es endlich wieder etwas zum Lus­tig sein gibt; der Elefant übt fleißig den Balanceakt mit seiner rot gestreiften Kugel, die Kirmeskapelle bringt sich schon einmal in Form und anmutige Primaballerinen hängen „einfach so“ in den Bäumen herum. Und in der Garten-Loge, auf dem besten Platz, ist die Familie voller gespannter Erwartung und Vorfreude.
Aus den Beeten lugen allerlei bemalte und wetterfeste „Holz“-Köpfe heraus: Die Landfrauen, die gerade noch im Garten beschäftigt waren, warten blütengekränzt darauf, dass die Vorstellung endlich beginnt, der Naturliebhaber posiert mit einer Katze auf dem Kopf und dem Marienkäfer auf der Nase und auf der großen Leinwand fiebert das Artistenpaar dem ersten Auftritt seit langem entgegen. „Die Ideen nehmen kein Ende, aber die Zeit ist einfach begrenzt“, lacht Renate Wischinski.

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Anmutig schwebt die Ballerina in der Luft. NN-Foto: CDS

Schon seit etlichen Jahren wird im Garten von Doris Angenendt zur gemeinsamen Ausstellung gebeten. In dieser Zeit hat sich eine kreative Zusammenarbeit entwickelt, die die beiden Frauen nicht mehr missen möchten. Neben dem künstlerischen Aspekt ist es ihnen wichtig, das Lebensgefühl, die Triebfeder dieser Ausstellung, zu transportieren: Hinsetzen, Genießen und Verweilen. Denn dazu lädt das 1.200 Quadratmeter große Areal mit seinen vielen lauschigen Sitzecken, immer neuen Gartenräumen und Sichtachsen geradezu ein. Ob italienische Ecke, Terrasse am Teich oder der neu angelegte Swimming-Pool – bei nur einem Rundgang, begleitet vom Murmeln und Plätschern des Wassers, lassen sich gar nicht alle Details entdecken.

Die wetterfesten und damit gartentauglichen Holzköpfe hat Renate Wischinski gestaltet. In ihren klein- und großformatigen Bildern greift sie das Circus-Motto ebenfalls auf. NN-Foto: CDS

Kaum jemand vermutet mitten in Uedem einen solchen Garten; der Alltag macht gleichsam am Tor Halt und vor dem Blick des Besuchers entfaltet sich eine ganz eigene Welt. Hier verbinden sich an den drei Ausstellungstagen Natur und Kunst und werden zu einer neuen Einheit. „Wir fragen uns manchmal, wo all die Sachen hin sind, wenn wir fertig dekoriert haben“, schmunzeln Doris Angenendt und Renate Wischinski. Nach wie vor organisieren sie alles – mit großer Unterstützung ihrer Familien – komplett in Eigenregie. Der Kuchen ist selbst gebacken und mit einer Tasse Kaffee der passende Begleiter für eine Auszeit im Gartenparadies. „Wir wollen es klein halten und wir möchten gar nicht perfekt sein“, betonen die beiden Künstlerinnen, „es muss uns auch noch Spaß machen.“ Deshalb wird es bei einer Ausstellung im Jahr bleiben – auch wenn es ihnen an Ideen gewiss nicht mangelt. Der Pandemie geschuldet, gilt natürlich die „3-G-Regel“ (Getes­tet, Genesen, Geimpft) und man muss seine Daten für eine mögliche Kontaktnachverfolgung hinterlassen. 250 Besucher dürfen pro Tag kommen. Sollte aufgrund neuer Coronaverordnungen die Ausstellung ausfallen müssen, gibt es Infos unter www.art-renatewischinski-atelier.de

Öffnungszeiten
„Offener Garten trifft Kunst – So ein Circus“
Freitag, 20. August, ab 15 Uhr
Samstag, 21. August, 14 bis 21 Uhr
Sonntag, 22. August, 11 bis 18 Uhr
Der Eintritt kostet einmalig zwei Euro und gilt für alle drei Ausstellungstage