„Wir stehen an einem spannenden Scheideweg“

Michael Machek beschäftigt sich mit den Chancen durch den Wandel in der Arbeitswelt

Michael Machek, Experte für New Work (Die Arbeitswelt von morgen). Foto: privat

KEVELAER. Sätze wie: „Die Corona-Krise bietet auch Chancen“ klingen erst einmal wenig mitfühlend. So, als wären all die Toten und die an Leib und Seele Versehrten nur Kollateralschäden der Pandemie. Doch so sind solche Sätze auf keinen Fall gemeint. Vielmehr richten ihre „Sprecher“ die Blicke hoffnungsvoll in die Zukunft, in eine Zeit nach der Pandemie.

So auch Michael Machek aus Kevelaer, „Supply Chain Director“ eines großen Konzerns. „Die Corona-Krise ist wie ein Brennglas. Sie bringt Versäumnisse ans Tageslicht und wirkt wie ein Katalysator.“ Beispielsweise in der Arbeitswelt. Macheks große Themen, die ihn „schon sehr lange begeistern“ sind die „Möglichkeiten der Vernetzung in der Arbeitswelt“ und die Gestaltung „der Arbeitswelt von morgen“. Machek verfügt auf diesem Gebiet über hinreichend Erfahrung. Seit 14 Jahren arbeitet er als Ingenieur in der Lebensmittel- und Kosmetikbranche, unter anderem mehrere Jahre in Frankreich. Vor drei Jahren zog er mit seiner Familie nach Kevelaer und hat hier aus seiner Sicht ideale Bedingungen gefunden, bei denen er „die Vorzüge der Region mit dem mobilen Arbeiten von morgen“ verbinden kann.

Trend zum mobilen Arbeiten

„Wir werden in der Arbeitwelt nicht mehr zu dem Status vor der Pandemie zurückkehren.“ Statt darüber zu klagen, sollten Arbeitgeber und Arbeitnehmer das Arbeiten von morgen annehmen und erlernen. Machek zitiert eine aktuelle Studie (Quelle Bitkom research 2020), wonach 27 Prozent der Arbeitnehmer nach der Pandemie weiterhin von Zuhause arbeiten werden. Arbeitgeber müssten sich umgehend auf den Trend zum mobilen Arbeiten einstellen auch, um beim Wettbewerb um die besten Arbeitskräfte mithalten zu können. Es werde bald normal sein, dass Arbeitnehmer nicht mehr in der Nähe ihres Arbeitgebers wohnten, meint Machek, und beim Wechsel des Arbeitgebers nicht mehr umziehen müssten. „Unternehmen, die sich nicht öffnen und technische Lösungen für die neue Art des Arbeitens schaffen, werden auf Dauer nicht mehr wettbewerbsfähig bleiben“, ist er sicher.

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Freiheit und Selbstbestimmtheit

Erste Großunternehmen hätten bereits auf 100 Prozent mobiles Arbeiten umgestellt, weil sie es als Win-Win-Situation mit Vorteilen für alle Beteiligten erkannt hätten. Aus Michael Macheks Sicht prägen zwei große Begriffe die neue Arbeitswelt: Freiheit und Selbstbestimmtheit. „Jeder Arbeitnehmer muss einen freigestaltbaren Rahmen bekommen. Mit seinem Vorgesetzten diskutiert er dann die Zielvorgaben, die in seinem Job zu erfüllen sind. Wann und wie er das erledigt, bleibt ihm selber überlassen.“ Wichtig sei, die Jobinhalte klar zu definieren, zudem müsse die Sinnhaftigkeit des Jobs erkennbar sein.

Einen besonderes Augenmerk richtet Machek beim „mobilen Arbeiten“ auf den Zusammengehörigkeitsaspekt. „Der leidet gerade in der Pandemie massiv. Doch hier gibt es spannenden Ansätze wie virtuelles Wine-Tasting mit dem Team, Schritt-Challenges, Yoga-Sessions mit dem Team…“. Michael Machek glaubt, dass jetzt der richtige Zeitpunkt ist, „die neue Arbeitsweise für sich richtig zu erlernen. Jeder spürt, dass es morgen nicht mehr so sein wird wie gestern. Wenn wir so wie bisher weitermachen, werden wir nicht erfolgreich sein. „Wir stehen an einem spannenden Scheideweg“.

Zur Person
Michael Machek:
Dipl.-Ing. für Verfahrenstechnik
Supply Chain Director
Mentor & Coach
Ehemaliger Eishockeyprofi
Gründer von „Erfolg bist Du!“ Diese Plattform soll Menschen zum Thema „Persönliche Weiterentwicklung in der Arbeitswelt von heute“ inspirieren und ihnen helfen. Mehr Informationen gibt es auf www.erfolgbistdu.de