GELDERN. Es war ein Hilferuf, der dem Fahrplan der mobilen Filiale der Sparkasse Krefeld einen neuen Stopp hinzugefügt hat: die Gelderland-Klinik in Geldern. Da die Patienten derzeit Abstand von belebten Orten nehmen müssen, erschwert ihnen das auch, an Bargeld zu kommen und andere Bankgeschäfte zu erledigen. Dominic Michels, Finanzcenter-Leiter der Sparkasse Krefeld in Geldern, fasst den Gedanken hinter dem Angebot für die Patienten zusammen: „Weil’s um mehr als Geld geht“.

Kaum steht der rote Wagen vor der Klinik, kommen auch schon die ersten Kunden. Seit dem 18. Februar steht die mobile Filiale jetzt jeden Donnerstag von 16.15 bis 17.15 Uhr bis einschließlich März dort bereit. Die „Sparkasse auf Rädern“, wie sie schon von Kunden genannt wurde, richtet sich vor allem an eingeschränkte Bürger, seien es Senioren, Patienten einer Klinik oder allgemein Menschen mit Gebrechen. Sie fährt zu Orten, an denen es in direkter Nähe keine Bank gibt und der Zugang zu ihr somit nicht so ohne weiteres möglich ist. Neben der neuen Haltestelle gibt es weitere in Veert, Issum, Kapellen, Nieukerk und Walbeck – immer an gut erreichbaren Stellen, wie den örtlichen Markt.

Im Falle der Patienten der Gelderland-Klinik ist es ein besonderer Fall, wie Pflegedirektorin Karla Bergers näher ausführt. Als Lösung für ihre Lockdown-Auflage, sich von belebten Orten fernzuhalten, haben Patienten die Möglichkeit, Bestellungen beim lokalen Einzelhandel aufzugeben und die Lieferung dann in der Klinik zu zahlen. Das, neben anderen Angeboten in der Klinik, wie Münzwaschmaschinen und Kaffeeautomaten, können sie aber nur mit Bargeld tun. Da sie dieses aber momentan nicht in der Stadt abheben können, soll die mobile Filiale das Dilemma jetzt lösen.

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Gelderland-Klinik: Grundbedarf ist abgedeckt

„Können Sie auch wechseln?“, fragt eine Frau. „Ja, das können wir“, bestätigen ihr die beiden Sparkassen-Mitarbeiterinnen Monika Bruder und Ilka Flaßkamp. Das geht allerdings nur im kleineren Rahmen. Auch wenn noch längst nicht alle üblichen Angebote wegen Corona und des engen Raums möglich sind, ist der Grundbedarf abgedeckt. Bargeld abheben und einzahlen, Kontoauszüge ziehen oder leichte Servicetätigkeiten wie Daueraufträge und Überweisungen sind kein Problem – alles barrierefrei.

Schon seit März 2020 ist die rollende Filiale unterwegs. Wie Michels erzählt, kommt sie gut bei den Leuten an, auch wenn sie beim ersten Mal doch oft überrascht sind. Der Praxistest, der über die weitere Zukunft der Station Gelderland-Klinik entscheidet, folgt jetzt in den kommenden Wochen. Eine Mitteilung auf dem Digiboard in der Klinik hat die Patienten jedenfalls schon auf die neue Möglichkeit aufmerksam gemacht.