Arbeiten zum Betuwe-Ausbau in Haldern bis 2024 beendet

Projektvorstellung: Halderner Straße bleibt voraussichtlich ab März für zwei Jahre gesperrt

Betuwe Haldern
So soll der neue Haltepunkt in Haldern aussehen. Die Schallschutzwände sind in Grau- und Blautönen gehalten, mit transparenten Elementen. Grafik: DB

HALDERN. Fast 30 Jahre nach Unterzeichnung des Vertrages zum Ausbau der Betuwe-Linie zwischen den Niederlanden und Deutschland nehmen auch auf deutscher Seite die Arbeiten langsam Fahrt auf. In vier Bauabschnitten steht der Baustart unmittelbar bevor, darunter auch im Abschnitt 4b (vormals PFA 3.1) in Haldern. Welche Arbeiten in den kommenden Wochen und Monaten vorbereitet werden und dann auch beginnen, hat DB-Projektleiter Michael Teitzel in einer Online-Veranstaltung interessierten Bürgern erläutert.

Im 3,6 Kilometer langen Bauabschnitt bei Haldern sind vier Ersatzmaßnahmen für bestehende Bahnübergänge geplant, die nach deren Fertigstellung zurückgebaut und geschlossen werden. Betroffen sind die Übergänge Antonieweg, Alt Sonsfeld, Sonsfeld, Bahnhofstraße und Schlaghecken. Neue Übergänge, teils mit neuer Verkehrswegeführung, entstehen am Antonieweg, im Sonsfeld sowie an der Bahnhofstraße. Hinzu kommt der Ausbau des dritten Gleises.

Die bauvorbereitenden Maßnahmen, zu denen die Kampfmittelsondierung und Baugrunduntersuchungen, aber auch Vegetationsarbeiten gehören, sind im Abschnitt Haldern bereits angelaufen und zum Teil abgeschlossen. Ab März sollen die „Hauptbaumaßnahmen“, wie es Teitzel formulierte, beginnen. Das beinhaltet Arbeiten an der Oberleitung, an der Leit- und Sicherungstechnik, am Schall- und Erschütterungsschutz sowie der Neubau der Übergänge und des Haltepunktes Haldern. Bis 2024 sollen alle Arbeiten abgeschlossen sein. Aktuell werden Baustellen- und Logistikflächen eingerichtet und Baustraßen angelegt.

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Größte Betuwe-Baumaßnahme erfolgt in Haldern

Betuwe Haldern
Der neue Verlauf der Bahnhofstraße und der Halderner Straße.
Grafik: DB

Die größte Baumaßnahme des Abschnitts erfolgt in Haldern selbst: Der Neubau der Unterführung auf der Bahnhofstraße und der Neubau des Bahnhaltepunktes. Ebenfalls ab März werden Baugruben erstellt und dazu Bohrpfähle eingebracht. „So stellen wir den Trog für die Straßenarbeiten her“, erläuterte Teitzel. Zudem wird ein provisorischer Bahnsteig in Richtung Emmerich errichtet und die Bahnsteige im Bereich der neuen Brücke zurückgebaut.

Zudem beginnen im Frühjahr die Vorbereitungen des Schallschutzes. Dazu werden Pfosten für die künftigen Schallschutzwände gesetzt, Elemente eingebracht und Bodenvorbereitungen durchgeführt. „Im Bereich des Bahnhaltespunktes werden wir Schallschutzwände mit transparenten Elementen verbauen“, berichtete Teitzel. Die Farbgebung ist in Blau- und Grautönen gehalten. Insgesamt werden Schallschutzwände auf einer Länge von 2.500 Metern installiert, in Ortslage sind diese vier Meter hoch. Wichtig für die Anwohner: Wenn es die Arbeiten erlauben, sollen die Schallschutzwände so frühzeitig wie möglich errichtet werden.

Als weiterer Teil des „aktiven Schallschutzes“, wie es die DB formuliert, gibt es das „besonders überwachte Gleis“. Dazu werden auf einer Länge von 2.700 Metern alle Gleise, auch das neue dritte Gleis, regelmäßig kontrolliert und gezielt abgeschliffen, um eine Lärmminderung Reibung zu erzielen. Als „passiver Schallschutz“ werden bei etwa 150 Gebäuden besonders gedämmte Fenster installiert. „Die Bahn trägt die Kosten“, betonte Teitzel. Mit den anspruchsberechtigten Anwohnern werde man demnächst Kontakt aufnehmen. Um den Erschütterungsschutz zu gewährleisten, werden unter allen drei Gleisen besohlte Schwellen mit Elastomer-Elementen unter den Schwellen verlegt.

Sperrungen so wenig wie möglich, sind aber notwendig

Die Arbeiten werden nicht ohne Sperrungen erfolgen können. Davon sind sowohl die Bahnstrecke als auch Straßen betroffen. Die Bahnstrecke wird bis Oktober jeweils an einem Wochenende (von Freitagabend um 21 Uhr bis Montagmorgen um 5 Uhr) im Monat voll gesperrt, hinzu kommen längere Sperrungen zwischen 27. März und 9. April sowie 3. und 23. Juli. Hinzu kommen vereinzelte eingleisige Sperrungen. „Wir wollen die Streckensperrungen so gering wie möglich halten, bauen vielfach unter ‚rollendem Rad‘, wenn dies durchführbar ist“, sagte Teitzel. Wenn es zu einer Sperrung kommt, soll dies immer mit den Ausweich- und Umleitungsstrecken koordiniert werden, damit dort der Betrieb gesichert läuft.

Viel Geduld werden die Halderner aufbringen müssen aufgrund der dortigen umfangreichen Baumaßnahme. „Es ist eine lange Sperrung der Halderner Straße erforderlich“, kündigte Teitzel an. Zwei Jahre werde diese andauern, voraussichtlich ab März; ein konkretes Datum stehe aber noch nicht fest. „Es sind viele Großbaumaßnahmen erforderlich, und es ist hier kein Platz für den Autoverkehr“, erläuterte Teitzel.