Schulen in Emmerich und Rees öffnen wieder

Für die Schüler "eine Chance, Fragen zu stellen": Schulen in NRW öffnen ab 23. April wieder für alle Schüler, die vor Abschlussprüfungen stehen

Gymnasium Aspel
Das Gymnasium Aspel in Rees. Foto: Stadt Rees

EMMERICH/REES. Schüler, die vor Abschlussprüfungen stehen (Klassen 10, 12 und 13), können ab Donnerstag, 23. April, wieder zur Schule gehen. Dies hat NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer am Donnerstag im Schulausschuss des Düsseldorfer Landtags mitgeteilt.

Die Schulen sollten gezielte Angebote in den Prüfungsfächern machen. Es soll aber keine Verpflichtung geben, betonte Gebauer. Sie wisse, dass es Schüler gebe, die sich lieber zu Hause auf ihre Prüfungen vorbereiten wollten. Auch dies bleibe weiter möglich. Laut Gebauer gehe es um ein „faires Angebot für Prüflinge“, das Bildungsgerechtigkeit sicherstellen solle.

Gymnasium Rees: Pläne in der Schublade

Am Gymnasium Aspel in Rees hat man laut Schulleiter Klaus Hegel mit einem solchen Beschluss gerechnet. „Wir haben entsprechende Pläne bereits in der Schublade“, sagt Hegel. Dabei gehe es auch um Maßnahmen zur Einhaltung von Hygienevorschriften, etwa durch Splitten von Kursen, so dass sich nur maximal sechs bis sieben Schüler in einem Klassenraum aufhalten. „Eine mögliche Infektionsgefahr sehe ich so nicht“, sagt Hegel.

Vielmehr sieht er Vorteile für die 68 angehenden Abiturienten. Die teilweise Schulöffnung „bietet der Q2 einfach die Chance, noch einmal Fragen zu stellen“. Ebenso befürwortet Hegel weiterhin, dass die Abiturprüfungen stattfinden. Bereits Ende März hatte er versichert: „Wir können hier alle notwendigen Hygiene- und Infektionsschutzmaßnahmen einhalten. Es wäre sogar möglich, dass sich zur Prüfung in jedem Raum nur ein Schüler und ein Lehrer aufhalten.“

Die schriftlichen Abiturprüfungen finden in NRW zwischen dem 12. und 25. Mai statt, bei den mündlichen Prüfungen haben die Schulen einen gewissen Spielraum. „Sie können frühestens am 26. Mai beginnen, dann wollen wir auch loslegen“, sagt Hegel.

Von Öffnung der Schulen „nicht begeistert“

Abitur Corona Milla Kerkhof Emmerich
Milla Kerkhof lernt zu Hause am Schreibtisch.
Foto: privat

Ganz so enthusiastisch wie der Reeser Schulleiter ist Abi­turientin Milla Kerkhof vom Willibrord-Gymnasium in Emmerich nicht. Von der Öffnung der Schulen ist sie „überhaupt nicht begeistert“ und erläutert ihre Ansicht: „Ich sehe darin eine große Gefährdung für alle, wenn es beispielsweise keine Mundschutzpflicht gibt.“ Da sie selbst aufgrund von asthmatischen Beschwerden auch zur Risikogruppe gehöre, werde sie voraussichtlich die Möglichkeit nutzen, sich weiter zu Hause vorzubereiten. Inzwischen ist aber klar, dass die Schüler wohl mit Mundschutz erscheinen sollen. Dann werde auch sie diese Möglichkeit nutzen, sagt Kerkhof. Ihre Meinung bezüglich der Abiturprüfungen habe sich in den vergangenen Wochen ebenfalls „etwas gewandelt“: Hatte sie sich zunächst klar für die Durchführung ausgesprochen, „weiß ich inzwischen, dass es Schüler gibt, die zu Hause nicht vernünftig lernen können, weil ihnen die Voraussetzungen fehlen. Vielleicht wäre deshalb ein Durchschnittsabitur gerechter.“

Hygiene-Maßnahmen an Gesamtschule abgesprochen

Gesamtschule Emmerich
Erste Schüler kehren Donnerstag wieder in die Gesamtschule Emmerich zurück.
NN-Foto: Michael Bühs

Abschlussprüfungen stehen auch an der Gesamtschule Emmerich für 183 Schüler an. Schulleiterin Christiane Feldmann sieht ihre Einrichtung gut vorbereitet: „Wir haben für beide Ausrichtungen, Hauptschulabschluss und Fachoberschulreife, einen Plan. Die Stadt hat mit uns auch bereits eine Begehung gemacht und die Hygiene-Maßnahmen angesprochen.“

Allerdings gibt sie offen zu, dass sie die teilweise Öffnung der Schulen nicht uneingeschränkt befürwortet: „Es ist schwierig, auf der Straße Zusammenkünfte zu verbieten und dann in den Schulbetrieb zu starten.“ Dennoch, versichert sie, werde das gesamte Kollegium alles für eine bestmögliche Vorbereitung der Schüler tun: „Die Kollegen planen für die kommenden zwei Wochen einen Distanzunterricht.“ Dabei gehe es für die Klasse 10 um eine Mischung aus Digital- und Vor-Ort-Unterricht.

Ähnlich wie Hegel, sieht Feldmann aber auch den Vorteil der Schulöffnung für alle Schüler, die „durch die aktuelle Situation verunsichert sind und den direkten Kontakt zu den Lehrern gebrauchen können“.