Nachbarschaftshilfen werden zahlreich gegründet. Foto: istock

NIEDERRHEIN. Die Not macht bekanntlich oftmals erfinderisch und deshalb dauerte es in den vergangenen Wochen auch nicht lange, bis sich Nachbarschaftsinitiativen gebildet haben, um anderen Menschen, die das Haus nicht mehr verlassen dürfen, zu helfen.

Eine von diesen Initiativen hat sich in Wachtendonk gebildet: „Durch eine Diskussion in der Wachtendonker Facebookgruppe kam die Idee auf, anderen Mitmenschen zu helfen“, berichtet Frank Isler. Wie viele andere Menschen, ist Isler derzeit zu Hause, die Arbeit steht still: „Da kann man doch dann auch gerne anderen Menschen helfen“, erklärt der Wachtendonker. Um alles etwas übersichtlicher zu gestalten, gründeten einige Wachtendonker eine eigene Facebookgruppe mit dem Namen „Wachtendonker Wankumer Coronahilfsgruppe“. Viele Wachtendonker haben dort bereits ihre Hilfsangebote gepostet – die Frage nach Hilfe ist bisher jedoch recht überschaubar: „Wir vermuten, dass viele der Hilfesuchenden auch nicht unbedingt bei Facebook sind. Deswegen war es uns wichtig, dass auch Menschen außerhalb von Facebook erfahren, dass wir Hilfe anbieten“, so Isler.

Die Gemeinde Wachtendonk hat das Hilfsangebot zudem auch schon auf ihrer eigenen Homepage gepostet, um so mehr Aufmerksamkeit für das Angebot zu generieren: „Vermutlich werden viele Menschen erst in den nächsten Wochen auf unser Angebot zukommen, von daher ist es gut, wenn wir dann schon organisiert sind“, so Isler. Wer in Wachtendonk Hilfe für Erledigungen (kleine Einkäufe, Apothekengänge, den Hund ausführen) benötigt, kann sich bei Marcel Schäfer unter Telefon 0159/01933501 oder bei Frank Isler, Telefon 0173/5382117, melden.

Nachbarschaftshilfe: #CoronaCareNiederrhein

Ebenfalls Hilfe wird auch unter #CoronaCareNiederrhein organisiert. Auch hier können sich Menschen melden, die Hilfe für alltägliche Anliegen benötigen – ganz egal, ob es ein Einkauf ist oder das Rezept beim Arzt abgeholt werden muss. Für Menschen aus der Risikogruppe ist diese Hilfe zur Zeit viel wert, wie auch Hella Maleskat weiß: „Ich bin 63 Jahre alt und habe eine Herzinsuffiziens und drei Infarkte hinter mir. Da ich ziemlich zurück gezogen lebe, fühle ich mich durch die staatlichen Anordnungen nicht eingeschränkt. Im Gegenteil, es ist jetzt wichtig dass jeder sein Verhalten überprüft“, erklärt Maleskat und fügt hinzu, „außerdem habe ich das große Glück, dass mein Vermieter und eine gute Freundin für mich einkaufen gehen.“ Die Alpenerin findet es dennoch schön, wie viele Gruppen sich gegründet haben: „Toll wäre es, wenn es diese Gruppen in jeder Stadt oder Gemeinde gäbe, auch später noch“, so Maleskat.

Nachbarschaftshilfe: Übersicht auf NN-Online

Alle Angebote der Nachbarschaftshilfen aus dem Kreis Kleve sowie der Orte Alpen, Xanten, Rheinberg und Sonsbeck finden Sie hier.