Fraktionsvorsitzender Daniel Rütter (l.) und der Ortsverbandsvorsitzende Lukas Kauter NN-Foto: SP

KLEVE. Die Klever FDP stellt nächstes Jahr einen eigenen Bürgermeisterkandidaten auf – und dieser ist kein Unbekannter: Daniel Rütter, Fraktionsvorsitzender der FDP, hat am Montagabend vor seinen Parteikollegen bekanntgegeben, dass er sich für das Amt zur Verfügung stellen würde. Im Januar wollen die Freidemokraten in einer weiteren Versammlung darüber offiziell abstimmen, ob sie Rütter aufstellen und welche weiteren Kandidaten in den unterschiedlichen Wahlbezirken ins Rennen gehen.

Erfahrung in der Kommunalpolitik bringt Rütter reichlich mit: Seit 2004 sitzt der 40-Jährige für die FDP ununterbrochen im Klever Stadtrat. „Ich bin trotz meines Alters der Dienstälteste im Rat“, sagt Rütter. Beruflich ist der Klever als Referent für den FDP-Landtagsabgeordneten Stephan Haupt tätig.

Keine erneute Unterstützung von Sonja Northing

Bei der letzten Kommunalwahl im Jahr 2015 unterstützte die FDP noch die amtierende Bürgermeisterin Sonja Northing, die sich seinerzeit als unabhängige Kandidatin, aber mit Unterstützung der SPD, FDP und Offenen Klever zur Wahl stellte. „Wir waren von ihr überzeugt, da sie als damalige Sozialamtsleiterin viel Verwaltungserfahrung mitbrachte. Davon haben wir uns vieles versprochen. Wir mussten jetzt aber einsehen, dass wenig passiert ist und sie Konflikte nicht führt“, sagt Rütter. Nach einem Gespräch mit Northing, das eher ein „Beziehungsgespräch als ein politischer Diskurs“ gewesen sei, habe man sich letztlich dazu entschieden, einen eigenen Kandidaten aufzustellen und Northing nicht erneut zu unterstützen.

Lukas Kauter, Vorsitzender des FDP-Ortsverbandes, hat Rütter letztlich die lokalpolitische Frage aller Fragen gestellt. „Natürlich habe ich erstmal drüber nachgedacht, ob ich es mache. Aber nachdem ich nun schon einige Zeit Fraktionsvorsitzender bin und 2015 Spitzenkandidat der FDP war, konnte ich mir nun auch vorstellen, Bürgermeisterkandidat der FDP zu werden“, sagt Rütter. Was ihn als Bürgermeister auszeichnen würde, beschreibt er selbst folgendermaßen: „Ich bin sachlich, kann gut zuhören, bleibe ruhig und bin nicht sehr eitel.“

ÖPNV und Schulpolitik als zentrale Themen

Für ihn sei es wichtig, mit den Bürgern im Gespräch zu sein und einen themen- und sachorientierten Wahlkampf zu führen. Ein wichtiges Thema sei neben dem ÖPNV unter anderem die Schulpolitik. „Es darf nicht sein, dass Kinder nicht auf ihre gewünschte Schule gehen dürfen, die sie sich ausgesucht haben“, sagt Rütter. Bei der politischen Diskussion um die Zügigkeiten unter anderem der Klever Realschule und der Gymnasien müsse dies berücksichtigt werden.