Marciella und Philip fertigen Skizzen an, bevor diese auf die großen Wandbilder kommen.

GOCH. Mit alten T-Shirts bekleidet, die Farbpaletten in der Hand und den Pinsel griffbereit geht es für die Schüler des Offenen Ganztages der St. Georg Schule an die Arbeit. Das Ziel: ein 14 Meter langes Wandbild für die Außenfassade der Schule.

Projekte dieser Art sind für die Künstlerin Nicole Peters nicht neu. Schon oft hat sie gemeinsam mit Schulen und in Kooperation mit dem Bundesverband bildender Künstler Niederrhein verschiedene Malworkshops durchgeführt. Gefördert werden diese Projekte vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. Zum ersten Mal ist Peters nun aber an der St. Georg Schule – und das bereits seit den Osterferien: „Da haben wir mit dem Projekt bereits angefangen“, berichtet Peters. Weiter ging es dann in den Sommerferien und der letzte Part findet aktuell in den Herbstferien statt.

Für alle Kinder, die in den Ferien zu Hause geblieben sind, bietet das Atelier-Projekt, das Peters im Rahmen des Offenen Ganztages anbietet, eine gelungene Abwechslung, wie auch der achtjährige Simon bestätigt: „Hier kann man seine Fantasie entwickeln und einfach viel malen.“ Genau aus diesem Grund ist auch die siebenjährige Maya wieder dabei: „Malen macht einfach so viel Spaß“, so die Schülerin, die bereits in den Sommerferien an dem Projekt teilgenommen hat.

Ideen für das Bild wurden gemeinsam entwickelt

Malen macht Spaß, da sind sich Simon und Arina sicher. Künstlerin Nicole Peters gibt Hilfestellungen beim Erstellen der Wandbilder. NN-Fotos: Dickel

Gemeinsam mit den Kindern wurden ganz am Anfang die Ideen entwickelt, was auf dem 14 Meter langen Wandbild alles drauf sein soll: „Den Kindern war es ganz wichtig, dass Tiere und ihre Hobbys eine Rolle spielen“, erinnert sich Peters. Aber auch sich selbst wollten die Kinder künstlerisch verewigen. Am Ende sind es zahlreiche bunte Wände geworden, die die verschiedensten Motive zeigen – alle bunt und aus den Händen der Kinder erstellt: „Für uns ist wichtig, dass auch Kinder hier den Zugang zu Kunst bekommen, die sonst vielleicht nicht so viele Berührungspunkte damit haben“, erklärt Peters. Und da ist es auch egal, welche Sprache man spricht: „Wir haben auch schon Kinder im Atelier gehabt, die kein Deutsch konnten, aber das brauchen sie fürs Malen ja auch nicht – hier können sie sich mit der Kunst ausdrücken“, berichtet die Künstlerin.

Bevor auf das große Wandbild gemalt wird, fertigen die Kinder erst Skizzen auf Papier und anschließend auf Folie an, um diese dann auf das Wandbild zu projizieren. Am Ende werden alle einzelne Bilder zu einem großen Wandbild zusammengesetzt und das hängt dann an der Außenfassade der Schule: „Dann können wir es immer sehen“, erklärt Philip nicht ohne Stolz. Seine Idee war ein Auto mit 143 Sitzen: „Das brachte uns dann schon etwas an unsere Grenzen“, berichtet Peters lachend und erklärt: „viele Kinder haben hier schon ihre eigene künstlerische Handschrift und das fördern wir natürlich.“

Nach den Herbstferien wird das Bild aufgehangen

Auch Geschichten aus dem Alltag der Kinder sind in die Bilder mit eingeflossen. So hat Jolina zum Beispiel ihren Hasen auf dem Bild verewigt: „Im Sommer haben wir uns mit dem Thema Lieblingstiere beschäftigt“, erklärt Peters, die das Atelier-Projekt gemeinsam mit Irina Schröder und Joanna Habimana umsetzt. Nach dem Ende der Herbstferien bekommen die Bilder noch Löcher, damit sie aufgehangen werden können, und dann kann das große Kunstwerk schon ganz bald von allen an der St. Georg Schule bewundert werden.