Unternehmerfrühstück der Kreis-WfG in Emmerich

EMMERICH. Herbert Tripp, der Geschäftsführer von KAO Chemicals in Emmerich, sprach aus, was alle Diskutanten an diesem Morgen ebenso hätten formulieren können: „Wer junge Leute kennt, die sich um eine neue Aufgabe bewerben wollen, sie mögen sich bei KAO bewerben. Wir werden uns jeden angucken.“ Nathalie Tekath-Kochs, die Moderatorin aus dem Haus der Wirtschaftsförderung Kreis Kleve, hatte im Rahmen des aktuellen Unternehmerfrühstück im PAN Kunstforum in Emmerich die Frage nach dem Fachkräftebedarf und -mangel aufgerufen – und die Antworten kamen so spontan wie offen.

„Viele wollen heute in die Weißkragenberufe, aber auch in den Blaukittelberufen wird heute viel Geld verdient“, lockte Tripp, der insbesondere Ingenieure und Chemikanten umwarb. Auch Carsten Vagt als Geschäftsführer des Essity Werkes in Emmerich (BSN-Jobst) nannte das Fehlen junger Nachwuchskräfte ein „maximales Problem“. Schlosser, Maschinenführer, Mechatroniker sind es, die bei Steffen Grasse als Geschäftsführer der Setter Papierverarbeitung fehlen. Kurzum: Alle Gesprächspartner beim Unternehmerfrühstück in Emmerich, so auch Frank Reimann, der Geschäftsführer von MultiCross, deren Kunden europaweit zuhause sind und zu denen viele große zählen wie die Bauhaus-Kette oder die Deichmann-Schuh-Stores, klagen über denselben Engpassfaktor.

„Hidden Champions“ verraten ihre „Wege zum Erfolg

„Wege zum Erfolg: Hidden Champions lassen in die Karten blicken“, war die Gesprächsrunde überschrieben. Und die nahezu 100 Gäste hielten den Unterhaltungswert beim Unternehmerfrühstück in Emmerich für einen besonderen, gab es doch erstaunliche Hinweise auf zum Teil weltweite Aktivitäten. So erzählte Carsten Vagt beispielsweise, dass täglich 3.000 Pakete sein Haus verlassen und die Reise in die weite Welt antreten. Zwischen Auftragseingang und Versand liegen, so seine Aussage, 24 Stunden.

Auch schnell, aber nicht so schnell ist vor nunmehr zehn Jahren die Hochschule Rhein-Waal entstanden. Deren Kanzler Michael Strotkemper referierte beim Treffen der Firmenchefs und hatte gleich mehrfach Lob für Emmerich und seine Menschen übrig: Beim Rückblick auf die ersten Wochen und Monate erinnerte Strotkemper an den Interimscampus in der Rheinstadt, heute biete der Standort die meisten treuen Sponsoren für die sogenannten Deutschland-Stipendien. Dabei zahlt dann der Förderer 150 Euro pro Monat für einen Studierenden, Vater Staat legt die gleiche Summe dazu. Somit wird der Studierende mit insgesamt 3.600 Euro jährlich unterstützt.

Freude über Groß-Investitionen in Emmerich

Bürgermeister Peter Hinze, der die interessierte Runde begrüßt hatte, stellte im ersten Schritt die neue Wirtschaftsförderin für Emmerich vor, Sara Kreipe. Hinze ließ keinen Zweifel an seiner Freude an den Groß-Investitionen von Fiege Logistik und Convent, die beide die Entwicklung Emmerichs zum Logistikstandort förderten. „Wir haben stets weitere Anfragen nach Flächen“, sagte Hinze mit Blick auf Kreis-Wirtschaftsförderer Hans-Josef Kuypers. Da werden Gespräche mit dem Land vonnöten“, sagte Hinze und erzählte ebenfalls von einer Zusammenarbeit mit der Stadt Kleve und den Stadtwerken hier wie da, um ein e-Car-Sharing-Modell für den rheinüberschreitenden Einzugsbereich zu entwickeln.

Hans-Josef Kuypers, auch Geschäftsführer des Fördervereins der Hochschule Rhein-Waal Campus Cleve, nannte die Firmen Frutarom Germany, Johnson Matthey, KLK Emmerich und die Steuerkanzlei Lommen als treue Teilnehmer bei der Campus-Veranstaltung „Studierende treffen Wirtschaft“ alljährlich an der Hochschule Rhein-Waal. Hier gebe es sicherlich Möglichkeiten, dem Fachkräftebedarf entgegenzuwirken und unter den Studierenden junge, engagierte Menschen zu finden, die sich ihre Zukunft in einem Unternehmen in Emmerich am Rhein vorstellen könnten.