Das Projekt Neumarkt geht weiter

Investor Josef Schoofs kündigt weitere Fortführung in Eigenregie an und ist sich mit Edeka "handelseinig". Action als weiterer Mieter würde eine Änderung des Bebauungsplanes nach sich ziehen.

Diese Meldung beunruhigte in der vergangenen Woche ganz Emmerich: Die NSG GmbH & Co.KG aus Nordhorn kündigt den Vertrag mit Neumarkt-Investor Josef Schoofs, der somit beim Neubau des Platzes inmitten der Emmericher Innenstadt ohne Generalunternehmer dasteht (die NN berichtete). Im Gespräch mit Emmerichs Bürgermeister Peter Hinze, dem Ersten Beigeordneten Dr. Stefan Wachs und den Vorsitzenden der Fraktionen im Rat der Stadt Emmerich bezog am Dienstagmittag Schoofs selbst Stellung und kündigte an, das Projekt Neumarkt mit einem eigenen Team fortführen zu wollen. Laut Hinze und Wachs ist sogar die Fertigstellung im Mai beziehungsweise Sommer 2020 weiterhin anvisiert.

Dazu suche Schoofs nun mittels Ausschreibungen Firmen, welche die Arbeiten weiter durchführen können. Die aktuellen Erdbewegungen seien davon allerdings nicht betroffen, „da sie ohnehin von einem Unternehmen aus der Umgebung ausgeführt werden“, wie Hinze erklärt. Sie können daher in den nächsten Wochen weiterhin ausgeführt werden.

Geplant ist für den Neumarkt ein Neubau mit Handel und Wohneinheiten. An diesem Konzept hält der Bürgermeister auch weiterhin fest. „Das Projekt ist genau das richtige, um die Emmericher Innenstadt wieder zu beleben“, sagt Hinze. Der Weg dorthin gestalte sich aber alles andere als optimal. „Es dauert einfach zu lange. Wir haben sicherlich zwei bis drei Jahre verloren“, sagt Hinze, der sich auch verärgert über den Investor zeigte: „Wir hätten uns eine bessere Kommunikation gewünscht. Das haben wir auch in dem Gespräch mit Schoofs mitgeteilt und uns darauf geeinigt, künftig im 14-Tages-Rhythmus zusammen zu kommen.“

Während die Arbeiten am Neumarkt gerade erst angefangen haben, steht allerdings ein Mieter der Immobilie bereits fest: Im Gespräch mit Wachs und Hinze berichtete Schoofs, dass die Lebensmittelmarkt-Kette Edeka und er sich „handelseinig“ sind und Edeka damit eine Verkaufsfläche von 1300 Quadratmetern im neuen Gebäude bekomme. Auch die Edeka-Gruppe habe Wachs dies bestätigt. Schoofs habe außerdem mitgeteilt, so Wachs und Hinze, dass ein Zoofachmarkt, Drogeriemarkt und der Billig-Discounter Action als weitere Mieter zur Debatte stünden, wobei Action dabei favorisiert werde.

Falls die Entscheidung auf Action fiele, müsse der Bebauungsplan allerdings geändert werden, sagt Wachs.„In den Plänen ist ein Vollsortimenter auf einer Verkaufsfläche von 1300 Quadratmetern vorgesehen. Dazu gibt es einen Durchführungsvertrag, in dem genau diese Fläche für Nahrung und Genuss drin steht. Auch ein Zoofachmarkt könnte dort problemlos rein. Nur bei Action stimmen Teile des Sortiments mit diesem Vertrag nicht überein. Dazu müsste man dann den Bebauungsplan ändern. Hierbei geht es aber lediglich darum, die Regalaufstellung anders darzustellen“, erläutert Wachs. Edeka erfülle schließlich mit 1300 Quadratmetern bereits die Fläche für einen Vollsortimenter, die Action dadurch wiederum mit seinem Sortiment überschreite. Eine Änderung des Bebauungsplans dürfe laut Wachs aber keine größeren Probleme darstellen. „Das Gebäude wird ja genauso gebaut wie vorgesehen und nicht einen Meter größer werden. Nur die Regale werden eben anders gefüllt“, sagt Wachs. Der Investor müsse nun eine Verträglichkeitsprüfung vorlegen. Dies könne acht bis zwölf Monate dauern Die Arbeiten könnten dazu aber parallel weitergehen. Das Einzelhandelskonzept müsse derweil nicht geändert werden.

Nach dem Gespräch mit Schoofs war es Hinze außerdem ein Anliegen klarzustellen, dass eine Kündigung des Vertrages mit Schoofs trotz der Schwierigkeiten in den vergangenen Wochen keine Lösung darstelle. „Wir haben keinen Investor, der nahtlos an die Pläne anschließen und weiterarbeiten könnte. Außerdem müssten wir unter anderem den Abriss bezahlen. Das würde uns alle um Lichtjahre zurück werfen“, sagt Hinze. Der Wiederbelebung der Innenstadt würde das nicht helfen. Das Ziel sei deshalb schon richtig, nur der Weg eben sehr beschwerlich.