GELDERN. Nach den Kreisverkehren am Hart- und am Geldertor sorgt an der Burgstraße der dritte Kreisel in der Gelderner Innenstadt für zügigeren Abfluss von Fahrzeugen an stark befahrenen Kreuzungen. Dabei hat es der neue Kreisverkehr an der Burgstraße mit einer Besonderheit zu tun: Unmittelbar östlich angrenzend befindet sich die Schrankenanlage zur Bahnlinie Düsseldorf – Kleve.

Vertreter der Stadt Geldern eröffneten offiziell den neuen Kreisverkehr.  NN-Foto: Gerhard Seybert
Vertreter der Stadt Geldern eröffneten offiziell den neuen Kreisverkehr.
NN-Foto: Gerhard Seybert

Auf gutachterliche Empfehlung entschied sich Gelderns Stadtrat daher im März 2013, die Anlage mit einem zusätzlichen „Bypass“ zu versehen. Gelderns Bürgermeister Ulrich Janssen: „Diese zusätzliche Fahrspur ist für die Rechtsabbieger aus dem Nierspark gedacht. Sie fahren daher über eine eigene Fahrspur in Richtung Innenstadt, während die Linksabbieger den üblichen Weg durch den Kreisverkehr wählen.“ Vorteil dieser Lösung: Bei geschlossener Schranke wird durch wartende Rechtsabbieger die Funktion des Kreisverkehrs nicht blockiert.

Fraglos verbessert der neue Kreisel die Infrastruktur am weiter expandierenden Baugebiet Nierspark deutlich. Die Anlage erschließt und verbindet nun drei Einfahrten: Eine Straße führt in das Neubaugebiet, eine über den Bahnübergang Richtung Innenstadt und eine weitere Fahrbahn in die Gegenrichtung stadtauswärts zur Venloer Straße (B 58). Um Platz für die zusätzliche Fahrbahn für den Bypass zu erhalten, hatte die Stadt Geldern vorausschauend das Gelände des ehemaligen Stanzwerkes Pilz auf der Ecke der Nierspark-Einfahrt erworben, so dass diese technisch anspruchsvolle Lösung auch räumlich umgesetzt werden konnte. Eine weitere technische Option wäre übrigens die Installation einer Ampel in Höhe des Sportgeschäftes Dorenkamp, um bei geschlossener Schranke Autofahrer, die von Westen (B 58) in Richtung Innenstadt oder Nierspark unterwegs sind, an der Einfahrt in den Kreisel zu hindern. Hier will man zunächst die tatsächliche Verkehrsentwicklung abwarten. Für die Zukunft ist die Stadt hier aber gerüstet.

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Entsprechende Leerrohre, die eine Installation erleichtern, wurden bereits eingebaut. Die Radfahrer können, wie beim Kreisverkehr am Harttor – die Fahrbahn des neuen Kreisverkehrs befahren oder auf die um den Kreisverkehr herumführenden Gehwege und Querungshilfen ausweichen. Eine entsprechende Beschilderung steht zur Verfügung.

Eingespielt ist übrigens die Abstimmung mit den Stadtwerken. Diese nutzten die Straßenarbeiten, um ihr Gas- und Wasserleitungsnetz im Kreuzungsbereich zu erneuern.

Ausgeführt wurden die Arbeiten von der Firma Hoch- und Tiefbau Quick aus Kevelaer. Die Bauüberwachung und Koordination übernahm das Gelderner Ingenieurbüro Stewering. Jessica Wey, Projektleiterin im Gelderner Tiefbauamt, beziffert die städtischen Baukosten auf rund 780.000 Euro. Als Fördermaßnahme der Bezirksregierung wird das Bauwerk zu 70 Prozent gefördert. Ganz abgeschlossen sind die Arbeiten übrigens nicht. Mit den Pflanzarbeiten am Kreisverkehr will die Stadt Geldern im Herbst beginnen.