Betätigten gemeinsam den Schalter: Bürgermeister Clemens Brüx, Margret Voßeler-Deppe MDL, Landrätin Silke Gorißen, Stefan Rouenhoff MdB, die Referentin für Energiewirtschaft und Politik LEE NRW, Madeline Bode, Ministerpräsident Hendrik Wüst, Reiner Priggen und Klaus Schulze Langenhorst. NN-Foto: T. Leie

OERMTEN/NIEDERRHEIN. Im Kreis Kleve wird die Nacht wieder ein Stück dunkler: Gemeinsam mit Ministerpräsident Hendrik Wüst hat der Landesverband Erneuerbare Energien NRW (LEE NRW) im Windpark Issum/Oermter Berg die Lichter ausgeknipst. Möglich wurde diese Akzeptanzmaßnahme durch die Umrüstung auf die sogenannte bedarfsgesteuerte Nachtkennzeichnung (BNK) für Windturbinen.
Modernste Technologie ermöglicht es, dass die auf den Windrädern montierten Gefahrenleuchten nur noch dann blinken, wenn sich tatsächlich ein Flugzeug oder ein Hubschrauber einem Windpark nähert. Das von Anwohnern insbesondere während der Nachtstunden oft als störend empfundene Dauerblinken der roten Gefahrenfeuer hat damit ein Ende. „Wir erhoffen uns, dass solche Umrüstungen zu mehr Zustimmung in der Bevölkerung für die Windenergie führt“, betonte der LEE NRW-Vorsitzende Reiner Priggen zu dieser Premiere von Nordrhein-Westfalens bislang größtem Windpark-Verbund mit aktuell sechs Betreibern und mittelfristig 15 Bestandsanlagen sowie 13 Neuplanungen. „Unser bundesweit sicherlich einzigartiger Ansatz, mehrere Windparks zu einem Cluster zu bündeln, damit sich mehrere Betreiber von Windenergieanlagen die notwendige Technologie kostengünstig teilen können, bewährt sich zusehends“, so Priggen. Mittlerweile hat der LEE NRW 46 Cluster mit über 300 Anlagen unter Vertrag genommen, die in den kommenden Monaten umgerüstet werden. Der Verband hat sich zudem seit Mitte 2020 für einheitliche Verfahrensregeln für die BNK-Genehmigung im Land stark gemacht.
Das ist nur der Anfang: Landesweit muss in rund 1.600 Anlagen die BNK-Technologie eingebaut werden – und zwar bis zum Ende dieses Jahres. Andernfalls, so die gesetzliche Vorgabe, erhalten die betroffenen Windenergieanlagen-Betreiber keine Einspeisevergütung mehr. „Auf unsere Initiative hin hat die NRW-Landesregierung deshalb einen einheitlichen Verfahrensweg beschrieben, damit die Betreiber bei den Kreisbehörden schnelle BNK-Genehmigungen erhalten.“
Windenergie werde künftig zu jedem Ort gehören, betonte Klaus Schulze Langenhorst, Betreiber des Windparks in Issum/Oermter Berg. Eine nachhaltige Versorgungssicherheit sei sonst nicht denkbar, gerade im Energieland NRW. „Umso wichtiger ist es, die Anliegen der Bürger zu berücksichtigen“, so Langenhorst. Dazu zähle unter anderem ein ruhiger, dunkler Nachthimmel, und zwar „definitiv“: „Deshalb zählen wir zu den Initiatoren des BNK-Projektes vom LEE NRW.“ Schulze Langenhorst kündigte an, all seine Projekte „so schnell es geht“ mit der BNK-Technologie auszustatten.