GOCH/NIEDERRHEIN. Wasser kann zerstörerisch sein, wie es sich in letzten Wochen auf dramatische Art gezeigt hat. Gleichzeitig ist Wasser aber auch Lebensgrundlage und Kraftgeber. Wie das siebte Kapitel des Johannesevangeliums zeigt, gehört das Element zur Schöpfung Gottes. So kam die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Deutschland für die diesjährige „Schöpfungszeit“ vom 1. September bis 4. Oktober bereits vor geraumer Zeit auf das Thema: „Damit Ströme lebendigen Wassers fließen.“

Das Kreisdekanat und der Evangelischen Kirchenkreis Kleve feiern den Eröffnungsgottesdienst zur Schöpfungszeit am Freitag, 3. September, um 19 Uhr an den Gocher Nierswellen. Bei Regen geht es jedoch in die Kirche St. Maria Magdalena. Ganz im Einklang mit dem ökumenischen Gedanken leiten zwei Priester den Gottesdienst.

Umwelt ein Thema

Der Gospelchor „Voices“ aus Uedem sowie der Posaunenchor Pfalzdorf werden dabei sein, die Ansprache wird Weihbischof Lohmann halten. Letzteres passt zum umweltkritischen Gedanken der diesjährigen Schöpfungszeit. „Er ist der Beauftragte für Umwelt der Deutschen Bischofskonferenz. Quasi der Umweltminister der katholischen Kirche“, sagt Reiner Weidemann von der Pfarrgemeinde St. Arnold Janssen.

-Anzeige-

Weidemann weiß zudem mehr über die Hintergründe des diesjährigen Themas zu erzählen. „Es bezieht sich auf das Laubhüttenfest. Das wurde damals zur Wein- und Obsternte gefeiert“, sagt er über eines der drei großen Feste aus dem Judentum. „Die Hohepriester schöpften dabei auch Wasser und gossen es um den Altar herum aus.“ Dasselbe soll im Rahmen des Gottesdienstes symbolisch geschehen. „Wir werden mit einem Eimer aus der Niers schöpfen und das Symbol damit aufgreifen.“

Reiner Weidemann ist zuversichtlich, dass man mit dem Gottesdienst eine gute Mischung für alle gefunden hat. So könne man für sich überlegen, welche Bedeutung das Wasser im eigentlichen Sinn als Lebensspender habe, aber auch im übertragenen Sinne: „Welche Quelle brauche ich, um auch spirituell und geistig leben zu können?“ Hier kommt auch wieder der Klimagedanke ins Spiel. Es gebe Gelegenheit zu überlegen, wie man persönlich mit der Umwelt umgehe, welche Folgen es gebe und wie man zu einem Leben beitragen könne, das die Schöpfung bewahrt.

Viele Veranstaltungen in der Schöpfungszeit

Bis Oktober wartet dann noch eine ganze Reihe anderer Veranstaltungen auf die Besucher. Am Sonntag, 12. September, gibt es zum Beispiel einen Fahrradgottesdienst mit Stationen entlang an Klever Wasserläufen, der in ein gemütliches Picknick an der Wasserburg Rindern mündet.

Am Mittwoch, 15. September, findet um 19 Uhr im neuen evangelischen Begegnungshaus Goch „M4“ ein Gespräch zum Thema Klimawandel statt.

Gespräch mit Barbara Hendricks

Zu Gast sein werden die ehemalige Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks und Bernhard Drießen von Fridays for Future. Passend dazu gibt es zum Beispiel auch am Sonntag, 19. September, einen ökumenischen Gottesdienst in Xanten zum Klima-Aktionstag. Darüber hinaus gibt es Erntedankgottesdienste.

Ihr Ende findet die „Schöpfungszeit“ am Sonntag, 3. Oktober, mit der Oldtimer-Trecker Wallfahrt in Kevelaer. 2010 hat die ACK in Deutschland die Schöpfungszeit eingeführt. Seit 2011 wird der Gottesdienst an der Nierswelle gefeiert, gemeinsam mit den Katholiken im Kreis. Das gesamte Programm gibt es online unter www.kreisdekanat-kleve.de sowie unter kirchenkreis-kleve.de.