UEDEM. Angefangen hat alles mit der Bücherbox, die seit rund einem Jahr an der Evangelischen Kirche steht, erinnert sich Pfarrerin Irene Gierke an die Anfänge der gemeinsamen Projekte mit dem Uedemer Verein Kurasch. Der hatte die Idee dem Presbyterium vorgestellt und war auf offene Ohren gestoßen. Damit war der erste Kontakt geknüpft.

Schnell stellten beide Seiten fest, dass sie im Grunde das gleiche Ziel haben – die Menschen zusammenzubringen. Daraus wurde bald eine erste gemeinsame Veranstaltung, ein Konzert in der Evangelischen Kirche am Markt, das am 31. Oktober 2020, dem Reformationstag, coronabedingt live gestreamt wurde. Bereits damals kam das Gespräch auf den Kirchgarten mit dem Fazit „man könnte doch etwas daraus machen.“ Ökologische Gesichtspunkte sollten in die Umgestaltung einfließen; Hochbeete, ein Sinnengarten, ein Teepavillon und ein Holzboden als Bühne für Konzerte und ähnliches wurden ge­plant. „Einen Kräutergarten gibt es schon, der soll wieder aufge­hübscht werden“, erzählt Elisa­beth Unger, Vorsitzende des Presbyteriums.

Bürgermeister Rainer Weber (l) und Klaus-Martin Bresgott (r) vom Kulturbüro des Rates der EKD bringen gemeinsam die Projektplakette an der Evangelischen Kirche Uedem an. NN-Foto: Rüdiger Dehnen

Dann hörte Pfarrerin Gierke vom Projekt, das das Kulturbüro des Rates der EKD (Evangelische Kirche in Deutschland) derzeit an 20 Orten in sieben Bundesländern vorbereitet: „Land:Gut 2021“. Ziel des Projektes sind gleichwertige Lebensbedingungen auf dem Land durch kreative Teilhabe und eine kulturell inspirierende Gemeinschaft. Die Zusammenarbeit der Gemeinde mit dem Verein Kurasch war schon eine der geforderten Voraussetzungen und so reichte Irene Gierke das Projekt „Lebendiges Grün – der Gemeinschaftgarten Uedem“ ein. Und: Uedem bekam den Zuschlag. 8.000 Euro Förderung werden fließen; 2.000 Euro müssen für Kulturelles aufgewendet werden, 6.000 Euro sind für Anschaffungen vorgesehen. „Wir können uns aber Zeit lassen bei der Umsetzung“, erklärt Elisabeth Unger, „es muss nicht alles noch in diesem Jahr fertig werden.“ Wichtig sei nur, dass die gesamte Summe genutzt werde. „Ich würde gerne mit den Hochbeeten anfangen; eines aufbauen, damit die Leute sehen: Da passiert schon etwas“, sagt Elisabeth Unger. Der Sinnengarten soll einen Barfuß-Parcours bieten, mit verschiedenen Untergründen wie zum Beispiel Sand, Moos, Wiese, Rindenmulch, sowie großen und kleinen Kieselsteinen. Den Parcours könne man auch gut mit Kindergruppen nutzen, meint Elisabeth Unger.

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m Kirchgarten wurde der Projektbaum, ein Berlepsch-Apfel, gepflanzt. NN-Foto: Rüdiger Dehnen

Irene Gierke und Elisabeth Unger schätzen die entspannte und gelassene Atmosphäre bei der Zusammenarbeit mit Kurasch. Das gehe dem Verein auch so: „Man ergänzt sich und das Alter spielt keine Rolle“, freuen sie sich. Ganz spontan wurde nämlich im Kirchgarten die Verleihung der Projektpalette und das Pflanzen des Projektbaums mit einem Familienpicknick unter freiem Himmel gefeiert – selbstverständlich unter Einhaltung der geltenden Corona-Regeln. Das Ereignis selber hatte einen Tag zuvor stattgefunden. Momentan stehen im Kirchgarten noch Bierzeltbänke, diese sollen aber durch Bänke mit Lehne ersetzt werden. „Dann kann man dort die Mittagspause verbringen, den Garten genießen, Leute treffen und Austausch pflegen“, so Elisabeth Unger. „Der Garten ist für die Gemeinschaft da, soll aber auch von der Gemeinschaft gepflegt werden“, umreißt Irene Gierke die Ziele, „die Kunst besteht darin, es zu unserem Garten zu machen, ihn in das Bewusstsein der Uedemer zu bringen, damit man vorsichtig mit dem Garten umgeht.“ Das gelte ja auch für die Schöpfung: „Wenn das für den kleinen Garten gelingt, dann kann sich das im Großen fortsetzen.“

Jeder, der sich mit Ideen und/oder helfenden Händen am Gartenprojekt beteiligen möchte, kann sich entweder bei der Evangelischen Kirchengemeinde Uedem, Telefon 02825/1270, oder beim Verein Kurasch (Facebook und Instagram) melden.

Verein

Kurasch e.V. ist ein gemeinnütziger Verein von jungen Erwachsenen, die weder konfessionell noch politisch gebunden sind. Sie wollen den Ortskern Uedems lebendiger machen, Menschen zueinander und miteinander ins Gespräch bringen. Vorsitzender ist Gerrit Jansen. Themen des Vereins sind: Kultur, Nachhaltigkeit, Verschönerung des Ortskerns Uedem, Stärkung der Region. Kurasch ist die niederrheinische Version des Wortes „courage“ und bedeutet Mut.