Dr. Marika Halbach-Spielau hat die Zahnarztpraxis von ihren Eltern übernommen. Gemeinsam mit ihrem Mann Thomas führt sie die seit 70 Jahren in Familienhand befindliche Praxis.Foto: privat

KEVELAER. Das Böse ist immer und überall. Auch im beschaulichen Wallfahrtsort Kevelaer. In diesem Fall steht ein Zahnarztehepaar im Mittelpunkt des Geschehens. In einer seit Monaten andauernden Erpressungs-/Nötigungskampagne versucht ein Un-bekannter, die Kevelaerer Zahnärzte Dr. Marika Halbach-Spielau und Dr. Thomas Spielau unter Druck zu setzen und jetzt mit einem Brief an Kevelaerer Unternehmer auch öffentlich zu diskreditieren. Das wollen die Ärzte nicht unkommentiert hinnehmen und deutlich machen, dass sie sich weder erpressen noch einschüchtern lassen. Darum luden sie kurzfristig zu einem Pressegespräch ein. Dessen Teilnehmer erfahren zu ihrem Erstaunen, dass es dem unbekannten Erpresser/Nötiger nicht um Materielles geht. Sein Ziel ist, die Eheleute zur Beendigung ihrer Berufstätigkeit zu zwingen. „Dazu hatte er uns eine „Frist” gesetzt: den 1. Januar 2021. Sollten wir diesen Termin verstreichen lassen, werde er an die Öffentlichkeit gehen”, berichten Dr. Marika Halbach-Spielau und Dr. Thomas Spielau. Der Unbekannte hat „Wort” gehalten und wie bereits erwähnt einen Brief mit „rufschädigendem Inhalt” an zahlreiche Kevelaerer Unternehmer und Redaktionen geschickt.

Dr. Marika Halbach-Spielau hat die Zahnarztpraxis von ihren Eltern übernommen. Gemeinsam mit ihrem Mann Thomas führt sie die seit 70 Jahren in Familienhand befindliche Praxis.Foto: privat

Das erste Schreiben des Erpressers war im November 2020 bei Dr. Marika Halbach-Spielau und Dr. Thomas Spielau eingegangen. Zeitgleich, wie zur Bekräftigung, erfolgte ein Brandanschlag an der Eingangstür des alten Praxishauses auf der Johannesstraße in Kevelaer. Direkt angrenzend steht der erst kürzlich in Betrieb genommene Praxisneubau. Die beiden Ärzte erstatteten bereits am 19. November 2020 eine Anzeige bei der Polizei wegen versuchter Erpressung. Weitere Erpresserbriefe folgten. In seinen Schreiben wirft der Unbekannte den Eheleuten „Geldgier, unethisches Verhalten, Abrechnungsbetrug und Autoritäts-Missbrauch vor”. Dr. Marika Halbach-Spielau und Dr. Thomas Spielau sind „bestürzt und entsetzt. Natürlich ist an den Behauptungen kein Wort wahr”, betonen sie. Sie wollen sich nicht einschüchtern lassen, obgleich ihnen der Erpresser gedroht habe, sollten sie sich an die Polizei oder die Presse wenden und die Forderungen öffentlich machen, würden sie „fortan keine ruhige Minute mehr haben”. „Auch Gewalt in jeder Form hat er uns angedroht”. Ausdrücklich weisen die Ärzte darauf hin, dass nur sie beide bedroht werden und nicht ihre Mitarbeitern oder Patienten. „Wir werden selbstverständlich weiterhin mit unserem Wissen und Können unseren Patienten zur Verfügung stehen”, betont Thomas Spielau.
Beide haben volles Vertrauen in die Tätigkeit der Polizei. Auch hoffen sie auf Hinweise zur Aufklärung aus der Bevölkerung. Die Polizei ermittelt derzeit und bittet um sachdienliche Hinweise aus der Bevölkerung unter Telefon 02823/1080 (Kriminalpolizei) oder an jede Polizeidienststelle.