Jugend Musiziert: Wertungsspiele vielleicht auf Video

KREIS KLEVE. „Liebe Teilnehmerinnen und Teilnehmer, wir freuen uns sehr, dass ihr euch für den Wettbewerb ‚Jugend musiziert‘ 2021 angemeldet habt. […] Ziel ist es, den Wettbewerb in Präsenzform […] stattfinden zu lassen. Den […] Zeitplan und das Wettbewerbsprogramm werden wir in den Weihnachtsferien […] veröffentlichen.“

Von Tag zu Tag unwahrscheinlicher

So beginnt ein Schreiben, das die zum Wettbewerb Jugend Musiziert angemeldeten Teilnehmer nun erhalten haben. Weiter geht es so: „Aufgrund der derzeitigen Entwicklung der Corona-Situation wird es allerdings von Tag zu Tag unwahrscheinlicher, dass die Durchführung des Wettbewerbs in Präsenzform möglich sein wird. Für den Fall, dass die Wertungsspiele am 30./31. Januar in Kleve nicht live ausgetragen werden können, wird der Wettbewerb alternativ im Video-Format stattfinden. […] Da sich unter Umständen sehr kurzfristig entscheiden wird, in welcher Form der Wettbewerb stattfinden kann, solltet ihr möglichst bald beginnen, euch beim Durchspielen eurer Wettbewerbsstücke zu filmen. So könnt ihr euch an die Situation vor der Kamera gewöhnen […] und Stress und Zeitdruck vor dem Einsendeschluss vermeiden. […] Wir weisen darauf hin, dass die Verantwortung für eine corona-konforme Video-Aufnahme bei den Teilnehmern und/ oder deren Erziehungsberechtigten liegt. Selbst wenn der Wettbewerb dann in Präsenzform ausgetragen werden kann, sind die Video-Aufnahmen in jedem Fall ein gutes Vorspieltraining. “

Technische Herausforderung

Wer sich die momentane Corona-Situation anschaut, sollte sich ausrechnen können, dass die Wahrscheinlichkeit eines „virtuell stattfindenden Wettbewerbs“ wohl bei weit über 60 Prozent liegen dürfte.
Das wird zumindest einen Teil der Schüler, die sich angemeldet haben, vor technische Herausforderungen stellen, denn es ist eine Sache, einer Jury live vorzuspielen und eine ganz andere, vom eigenen Vortrag ein Video zu fertigen, bei dem es – vor allem klanglich – „sauber“ zugeht.

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Was gebraucht wird

So haben die Veranstalter ihrer Mail auch Hinweise an die Teilmehmer beigefügt. Was wird gebraucht? „Ein genügend großer Raum mit den nötigen Instrumenten, der das Musizieren gemäß den bestehenden Bestimmungen (Abstand, Lüftung) erlaubt; eine Videokamera, die auch Ton aufzeichnet, am besten auf einem Stativ (zur Not reicht ein Notenständer und Tape); alternativ ein Computer mit angeschlossener oder eingebauter Kamera (zum Beispiel Notebook) und einem installierten Videorecording-Programm […]. Die hiermit zu erzielende Bildqualität reicht vollkommen aus; wenn möglich ein externes Stereomikro (oder ein Paar Mikros, in geeigneter Weise positioniert), angeschlossen an die Kamera oder den Computer. Das erhöht fast immer die Tonqualität; eine Person, die die Kamera bedient.“

Keine Effekte

Das liest sich einfacher als es ist: „…ein paar Mikros – in geeigneter Weise positioniert“. Was gibt es noch an Vorgaben? „Abstandsregeln sind einzuhalten; alle Spielenden sollen zu sehen sein; […] bitte am Anfang Ansage Eures Namens, der Kategorie und Altersgruppe […]; es sind keine Schnitte innerhalb eines Satzes oder Songs zugelassen; […] keine nachträglich unterlegte Tonspur; keine Nachbehandlung mit Hall, Effekten oder Beschriftung. […] Tonqualität ist wichtiger als Bild; entspannt bleiben und nicht zu oft wiederholen.“
Schließlich sollen die entstandenen Aufnahmen als mp4-Dateien auf einem USB-Stick einesendet werden.

Auf Sicht fahren

Ralph Schürmanns ist Vorsitzender des Regionalausschusses Jugend Musiziert: „Natürlich weiß momentan niemand, in welcher Form der Wettbewerb stattfinden wird. Eben deswegen haben wir die Teilnehmer bereits jetzt angeschrieben, damit sie Zeit haben, ein Video zu produzieren. Wir müssen beim Organisieren ‚auf Sicht‘ fahren. Wir können das ja nicht erst Mitte Januar kommunizieren. Derzeit sind verschiedene Szenarien denkbar. Sollten am Ende tatsächlich Präsenzwertungsspiele stattfinden, dann steht eines fest: Eine bessere Vorbereitung als die Video-Aufnahmen gibt es kaum.“
Die Devise: alles reine Nervensache. Mancherorts wird nun diskutiert, dass Musikschulen einen Raum zur Verfügung stellen, wo Teilnehmer ihre Aufnahmen mit (eventuell mit fachkundiger Unterstützung) durchführen können.