Embricana: Kein Eintritt für Badegäste aus Risikogebieten

Während das Emmericher Schwimmbad Embricana eine klare Linie fährt, ist man in Kleve zurückhaltender – Rees bereitet Eröffnung vor

Embricana Corona
Auf einer Übersichtskarte im Foyer des Embricana sind die aktuellen Risikogebiete verzeichnet. NN-Foto: Rüdiger Dehnen

KREIS KLEVE. Auf den „gesunden Menschenverstand“ und die Eigenverantwortung ihrer Gäste setzen die Betreiber der Schwimmbäder in der Region in diesem Jahr ganz besonders. Doch angesichts steigender Corona-Fallzahlen in den Nachbarländern hatte das Embricana in Emmerich bereits unmittelbar nach der Wiedereröffnung entschieden, Gästen aus den Niederlanden, Belgien und Luxemburg – also aus Risikogebieten gemäß des RKI – den Eintritt zu verwehren. Inzwischen gilt dies auch für eine zunehmende Anzahl von Städten in Deutschland. In Kleve gibt man sich zurückhaltender, in Rees bereitet man sich erst einmal auf die Wiedereröffnung vor.

Seit zwei Wochen hat das Embricana in Emmerich nun wieder geöffnet. Die Entscheidung bezüglich der Gäste aus Risikogebieten „hat die Geschäftsführung kurz nach der Wiedereröffnung getroffen“, sagt Valeria Leifkes, seit 1. September die stellvertretende Betriebsleiterin im Embricana. Man habe sich zunächst wegen der Nähe zu den Niederlanden konkrete Gedanken dazu machen müssen. Um ein mögliches Infektionsgeschehen im Bad zu vermeiden, „mussten wir dann diesen Schritt gehen“, erläutert Leifkes. Die Haus- und Badeordnung wurde entsprechend ergänzt.

Reaktionen im Embricana: „Viel Verständnis“

Embricana
Das Embricana in Emmerich.
NN-Foto: RD

Die Reaktionen darauf fallen bislang für Leifkes überraschend aus: „Es gibt keinerlei Widerstand, sondern viel Verständnis.“ Mehr noch: „Zu dem Zeitpunkt, als wir den Entschluss bezüglich der Beschränkungen trafen – als erstes Bad überhaupt, soweit ich weiß –, hatten sich bereits zahlreiche niederländische Gäste gemeldet und angefragt, ob sie überhaupt noch rein dürfen.“ Inzwischen sind auch viele Landkreise und Städte in Deutschland als Risikogebiete eingestuft, darunter Duisburg und Düsseldorf. „Auch aus diesen Städten haben in den vergangenen Tagen Gäs­te bei uns angerufen“, berichtet Leifkes. „Ihnen mussten wir leider ebenfalls mitteilen, dass der Eintritt für sie nicht möglich ist.“

-Anzeige-

Dennoch ist man mit den Besucherzahlen seit der Wiedereröffnung im Embricana sehr zufrieden. Für die Sauna sind die zur Verfügung stehenden Tickets fast jeden Tag ausverkauft, und auch das Schwimmbad ist laut Leifkes „wirklich gut besucht“. Größter Unterschied: Während das reduzierte Kontingent an Sauna-Tickets immer schnell vergriffen ist, entscheiden sich die Badegäste in der Regel sehr spontan – 24 Stunden vorher – für einen Besuch.

Sternbuschbad: „Uns fehlt die rechtliche Handhabe“

Sternbuschbad
Das Sternbuschbad in Kleve.
NN-Foto: RD

Im Sternbuschbad in Kleve ist Gästen aus Risikogebieten wie den Niederlanden oder Städten wie Essen oder Duisburg der Besuch nicht untersagt. „Für sie gilt die Festlegung, die für jeden unserer Badegäste gilt: Wer sich nicht gut fühlt oder Corona-ähnliche Symptome in den vergangenen 14 Tage hatte, darf unser Schwimmbad nicht aufsuchen“, sagt Claudia Dercks, Geschäftsführerin der Stadtwerke Kleve, die das Klever Sternbuschbad betreiben. Von einem generellen Besuchsverbot für Gäste aus Risikogebieten wollen die Stadtwerke jedoch absehen. „Wir wüssten auch nicht, wie wir das kontrollieren sollten. Wir sind keine Ordnungsbehörde. Zudem fehlt uns auch die rechtliche Handhabe dazu“, erklärt Dercks.

Die Geschäftsführerin sieht aber ohnehin keinen akuten Handlungsbedarf. „Im Herbst und Winter kommen unsere Besucher überwiegend aus Kleve und Umgebung. Im Sommer haben wir mehr Besucher aus den Niederlanden oder dem Ruhrgebiet“, sagt Dercks.

Das Wichtigste sei, dass sich alle an die bestehenden Regeln zum Schutz vor einer Ausbreitung des Corona-Virus halten. Das Sternbuschbad habe dazu seit der Wiedereröffnung zu Beginn der Sommerferien nach der coronabedingten Schließung im März ein sehr konsequentes Schutz- und Hygienekonzept umgesetzt. Dieses habe sich bereits bewährt und wurde auch vom Gesundheitsamt des Kreises Kleve für sehr gut befunden.

Stadtbad: „Müssen überlegen, wie wir damit umgehen“

Stadtbad Rees
Das Stadtbad in Rees.
Foto: Stadt Rees

Nachdem die geplante Wiedereröffnung zuletzt mehrfach verschoben werden musste, kann der Betrieb im Stadtbad Rees am kommenden Montag, 19. Oktober, endlich starten. Die Lecks sind abgedichtet, die Auswertung der Wasserproben positiv abgeschlossen. „Wir sind froh, dass es nun wirklich losgehen kann“, sagt Stadtwerke-Geschäftsführerin Mareike Terlinden. Am Montag findet zunächst nur das Frühschwimmen statt (6.30 bis 8.30 Uhr), danach gelten die geänderten Öffnungszeiten. Auch die bereits Anfang September vorgestellten Hygienekonzepte (die NN berichteten) sind weiterhin gültig. Unter anderem gilt: Einlass nur mit E-Ticket, maximal 25 Besucher im Bad, Maskenpflicht bis zu den Duschen. Weitere Informationen dazu unter www.stadtbad-rees.de.

Bezüglich der Gäste aus Risikogebieten habe man sich in Rees noch keine Gedanken gemacht, sagt Terlinden. Zu kurzfristig sei die Nachricht eingegangen, dass man wieder öffnen dürfe. „Wir werden jetzt überlegen, wie wir damit umgehen“, sagt Terlinden.