Crowd Funding für ein Dok-Film-Projekt

KLEVE. „Wenn ich im Ausland bin und jemand fragt, woher ich komme, wird es kompliziert“, sagt Katinka Schlette.
Wenn sie als Herkunftsland Deutschland angibt, fühlt es sich unvollständig an. Sagt sie „Niederlande“ ist es nicht besser. Schlette wuchs in (Kranenburg) Niel auf, ging aber in den Niederlanden in den Kindergarten, anschließend zur Schule und studierte auch dort. Heute wohnt sie bei Amsterdam.

Kranenburg – Nimwegen – Paris – Benin – Manchester

Schlette hat Kulturanthropologie studiert (Bachelor) und machte dann ihren Master in Sozialgegografie. Vorher verbrachte sie ein Jahr in Paris und Benin. („Ich wollte Französisch lernen.“) Irgendwann stellte sie fest: Sozialgeografie und Kulturanthropologie sind sehr abstrakte Dinge.
Schlette ging nach Manchester und studierte Film: Visual anthropology. Film ist längst das Medium, in und mit dem Schlette sich ausdrückt. „Mein erster richtiger Dokumentarfilm hieß ‚Baksteen Verhalen‘ (Ziegelgeschichten) und handelt von einer Nachkriegsnachbarschaft in Rotterdam.“ Schlette hat den Film allein gedreht. Kein Kamera-Team, kein Ton-Team – nur sie. „Das war für mich sehr wichtig, denn ich kam näher an die Menschen, von denen ich erzählen wollte.“ Nach den Ziegelgeschichten (Baksteen Verhalen) folgten ein paar „kleine Produktionen“ – dabei unter anderem ein Experimentalfilm mit den Titel „Vlinderkolonies“ (Schmetterlingskolonien).

Was Grenzen teilen

Schlettes nächstes Projekt wird im April 2021 beim „Go Short“ Kurzfilmfestival in Nimwegen Premiere feiern. Titel: Was Grenzen teilen. Noch existiert das, was Schlette einen essayistischen Dokumentarfilm nennt, nur auf dem Papier. Trotzdem hat sie bereits einen Förderpreis gewonnen. „Ich habe das Konzept eingereicht und wurde zusammen mit zwei anderen Projekten für die Förderung ausgewählt“, erzählt Schlette. 6.500 Euro werden fließen. Da gibt es allerdings noch eine kleine Einschränkung. „Ich muss für den Film über ein Crowd-Funding-Projekt 2.500 Euro einsammeln“, erklärt die Filmemacherin. Seit der vergangenen Woche läuft das Crowd-Funding und geht noch bis zum 29. September. „Natürlich hoffe ich, dass ich innerhalb der Frist die Bedingung erfüllen kann.“

Schlettes Projekt im Internet

Heimat ändert ihr Gewicht nicht selten mit der Entfernung. Diese Entfernung kann räumlich oder zeitlich gedacht werden. Schlette möchte in ihrem Film die Orte erzählen lassen, die im Lauf der Zeit nicht nur ihr Aussehen, sondern auch ihre Bedeutung geändert haben. Letztlich aber geht es – der Titel macht das klar – weniger um eine Definition des Begriffes Heimat – es geht um die Definition eines Grenzbereiches.
„Ich bin sicher, dass der Film am Ende nicht nur etwas über das Grenzgebiet aussagt, in dem ich aufgewachsen bin, sondern über Grenzen und wie sie sich anfühlen im Allgemeinen. “ „Was Grenzen teilen“ wird ein – so viel ist sicher – sehr ruhiger Film in langen Einstellungen werden. Die Premiere wird im April 2021 beim Go Short International Short Film Festival in Nimwegen gefeiert.