Auch die Zahl der Kiebitze ist im Kreis Kleve stark zurückgegangen, unter anderem weil den noch nicht flugfähigen Jungen Insekten als Nahrung fehlen. Foto: Monika Hertel

KREIS KLEVE. Der Naturschutzbund (Nabu) im Kreis Kleve ruft die Bürger auf, die Volksinitiative mit einer Unterschrift zu unterstützen und so ein deutliches Signal für notwendige Maßnahmen zum Schutz der Artenvielfalt in NRW zu senden. „Die Artenvielfalt auf dem Land, aber auch in unseren Städten und Gemeinden muss zukünftig konsequenter und besser geschützt werden, wollen wir unseren Kindern und Enkelkindern einen lebenswerten Planeten hinterlassen“, sagte Monika Hertel, die Vorsitzende des Nabu im Kreis Kleve. „Dabei setzen wir nicht nur auf die Unterstützung unserer Mitglieder, sondern appellieren an alle Bürger, sich mit ihrer Unterschrift für ein lebenswertes Nordrhein-Westfalen einzusetzen.“

„Inzwischen sind 45 Prozent der Arten in NRW bedroht. Der dramatische Rückgang vieler Insekten-, Vogel- und Pflanzenarten muss dringend gestoppt und entsprechende Maßnahmen besser heute als morgen umgesetzt werden“, so Dietrich Cerff von der Nabu-Naturschutzstation Niederrhein in Kleve. „Auch hier im Kreis Kleve sieht es nicht besser aus, wie man zum Beispiel an den Bestandszusammenbrüchen der Wiesenvögel sieht.“

Ziel der Initiative unter dem Motto „Insekten retten – Artenschwund stoppen“ ist es, konkrete Handlungsvorschläge zur Verbesserung der biologischen Vielfalt in den NRW-Landtag einzubringen und das Land so zu mehr Natur- und Artenschutz zu bewegen. Konkret fordern die Verbände zum Beispiel einen Stopp des Flächenfraßes, mehr Waldflächen ohne Nutzung und die Ausweitung des Biotopverbundes. Auch müssten der ökologische Landbau deutlich ausgeweitet, ein Verbot chemisch-synthetischer Pestizide in Naturschutzgebieten durchgesetzt und die Gewässer und Auen wirksamer geschützt werden. In allen diesen Politikfeldern sehen BUND, LNU und Nabu Stillstand oder Rückschritte. Ein politischer Wille der Landesregierung, dem dramatischen Verlust an biologischer Vielfalt konsequent zu begegnen, sei nicht erkennbar, so die Naturschutzverbände. Vereinzelte Förderprogramme ersetzten keine Strategie und ansonsten werde dem Credo, die Wirtschaft zu ‚entfesseln‘, alles untergeordnet.

„Mit der Volksinitiative Artenvielfalt wollen wir uns zudem bewusst im Kommunalwahlkampf bemerkbar machen“, sagte Monika Hertel. Auch vor Ort müsse sich die Politik daran messen lassen, was sie für lebenswerte Städte und Kommunen tut. Hier geht der Artenschutz Hand in Hand mit dem Klimaschutz. Denn mit mehr Natur in der Stadt und auf dem Land können wir auch wirksam dem Klimawandel begegnen.“

55 Prozent der Schmetterlingsarten sind in NRW gefährdet, hier ein selten gewordener Hauhechelbläuling. Foto: Dietrich Cerff

Wo und wie unterschreiben?

Man findet die Unterschriftenbögen auf der Webseite der Volksinitiative www.artenvielfalt-NRW.de zum Download und Ausdrucken. Außerdem kann man Bögen bei den NABU-Einrichtungen im Kreis Kleve abholen: Nabu-Kreisverband, Kapellener Markt 2 in Kapellen, Telefon 02838/96544 oder Nabu-Naturschutzstation Niederrhein, Keekener Straße 12 in Kleve, Telefon 02821/7139880. Weitere Möglichkeiten werden demnächst unter www.nabu-kleve.de veröffentlicht. Gültig sind nur manuelle Unterschriften auf dem offiziellen Unterschriftenbogen von Menschen ab 18 Jahren. Natürlich kann man die Unterschriftenbögen auch beim Kampagnenteam der Volksinitiative kostenfrei bestellen: Einfach eine Mail an Kontakt@artenvielfalt-NRW.de.

Ausgefüllte Bögen abgeben

Ausgefüllte Unterschriftenbögen können an den Sammelstellen abgegeben oder direkt an das Kampagnenteam geschickt werden: Volksinitiative Artenvielfalt, Postfach 19 00 04, 40110 Düsseldorf. Das Kampagnenteam legt fertige Unterschriftenbögen dann den zuständigen Einwohnermeldeämtern zur Prüfung vor. Personen aus unterschiedlichen Gemeinden oder Städten sollten daher auf unterschiedlichen Unterschriftenbögen unterschreiben.

Wer steht hinter dem Volksbegehren?

Die Volksinitiative Artenvielfalt wurde durch die NRW-Landesverbände des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), der Landesgemeinschaft Naturschutz und Umwelt NRW (LNU) und des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu) ins Leben gerufen, um eine landesweite Kampagne zum Erhalt der Artenvielfalt in NRW durchzuführen. Eine Übersicht über die weiteren Unterstützer der Volksinitiative findet man auf der Webseite www.artenvielfalt-NRW.de.