Gesundheitsamt des Kreises Kleve ermittelt bei den 26 VION-Infizierten

Positiv Getestete kommen aus Emmerich am Rhein, Goch, Kalkar, Wallfahrtsstadt Kevelaer und Kleve

KREIS KLEVE. Bekanntlich liegt dem Kreis Kleve seit dem Mittag des gestrigen 26. Mai eine Liste der Personen vor, die im fleischverarbeitenden Unternehmen VION im niederländischen Groenlo arbeiten, dort auf SARS-Cov2 getestet wurden und im Kreisgebiet Kleve wohnen.

Von den 88 Personen wurden 26 positiv getestet. Von den Infizierten wohnen 21 in Emmerich am Rhein, 1 in Goch, 1 in Kalkar, 1 in der Wallfahrtsstadt Kevelaer und 2 in Kleve. Die betroffenen Kommunen wurden am gestrigen 26. Mai entsprechend informiert. Das Gesundheitsamt des Kreises Kleve hat sofort begonnen, mit Hilfe von Dolmetschern Kontakt zu den Infizierten aufzunehmen, um deren persönliche Lebensumstände und die Kontaktpersonen zu ermitteln.

Kontakt aufgenommen

Alle Personen, die gestern nicht telefonisch erreicht werden konnten, werden am heutigen Mittwoch, 27. Mai, persönlich aufgesucht. Entsprechende Quarantänen wurden und werden angeordnet. Von den insgesamt 26 positiv Getesteten leben 6 Personen in fünf Sammelunterkünften. Bei diesen Sammelunterkünften erfolgt am heutigen Mittwoch eine Vor-Ort-Begehung durch die Untere Gesundheitsbehörde des Kreises Kleve in Begleitung der örtlichen Ordnungsbehörde. Dort werden nach einer Risikobewertung verschiedene Maßnahmen eingeleitet, beispielsweise werden bei den Haushaltsangehörigen Abstriche genommen und Quarantänen angeordnet. Unabhängig von diesem akuten Infektionsgeschehen finden auch Kontrollen von Unterkünften von Leiharbeitern statt, die in der niederländischen Fleischindustrie arbeiten und im Kreis Kleve wohnen. Nach dem Erlass des Ministeriums Arbeit.Gesundheit.Soziales (MAGS) vom 13. Mai 2020 haben erste Kommunen dem Kreis Kleve entsprechende Daten geliefert. Weitere Einzelheiten werden nicht bekannt gegeben, um die Wirksamkeit der Maßnahmen nicht zu gefährden.

Emmerichs Bürgermeister erneuert Forderung

Wie die Stadt Emmerich mitteilt, haben die Mitarbeiter des Ordnungsamtes unverzüglich dafür gesorgt, dass die auf der Liste befindlichen Personen ausfindig gemacht wurden und Quarantäne angeordnet wurde. Vier Personen konnten bisher noch nicht persönlich angetroffen werden. Derzeit läuft die Ermittlung der Kontaktpersonen. Vier Objekte werden von der Ordnungsbehörde aktuell komplett unter Quarantäne gestellt. Ob noch weitere Maßnahmen für andere Objekte vorgenommen werden müssen, wird aktuell in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt des Kreises Kleve geprüft.

„Ich weiß, dass auch die niederländischen Behörden große Probleme bei der Ermittlung der persönlichen Angaben zu den Arbeitern hatten. Hier hätte schon vor über einer Woche auf der Grundlage der Anordnung des NRW-Gesundheitsministeriums durch den Kreis Kleve präventiv gehandelt werden können. Es zeigt sich, dass meine Sorge absolut nicht unbegründet war. Wir haben jetzt zwar schnell gehandelt, um den Gesundheitsschutz der Bevölkerung sicherzustellen. Der Fall macht deutlich, dass die Praxis der massenhaften Beschäftigung von osteuropäischen Leiharbeitern in der Fleischindustrie in Deutschland und auch in den europäischen Nachbarländern dringend angegangen werden muss. Es müssen jetzt endlich sämtliche bekannten Sammelunterkünfte von Leiharbeitern überprüft werden“, erneuerte Bürgermeister Peter Hinze seine Forderung.