Auch das Schaephuysen Heimspiel 2020 fällt der Corona-Krise zum Opfer. Foto: privat

SCHAEPHUYSEN. Das Urteil der Behörden und die eigene Vernunft lassen den Veranstaltern des Schaephuysen Heimspiel Festivals und seiner kleinen Schwester, dem vorgelagerten Kirchenkonzert, keine andere Wahl: Das feierliche Heimspiel-Wochenende im Juni fällt aufgrund der aktuellen Situation rund um das Coronavirus aus.

„Wir sind betrübt darüber, dass unser großes Benefiz-Event in diesem Jahr nicht stattfinden kann – die Planungen zur fünften Auflage waren bereits sehr weit fortgeschritten“, berichtet Peter Hoyer vom Organisationsteam. Gemeinsam mit seinen Gründerkollegen Axel Schmieding und Erik Brümmer sowie seinem Team um Bettina Knura, Miriam Kerberg und Simon Galka hatte er die Entwicklungen des Coronavirus in den letzten Wochen stets genauestens verfolgt. Eine finale Entscheidung über den Verbleib des diesjährigen Heimspiels hatte man sich, trotz der zunehmend schlechten Vorzeichen, bis zum 1. Mai vorbehalten. Als die Bundesregierung am Mittwoch schließlich das Verbot zur Durchführung von Großveranstaltungen bis zum 31. August verlängerte, war die vorzeitige Absage allerdings alternativlos.

Mit rund 300 Besuchern beim Kirchenkonzert und etwa 2.000 Besuchern beim Haupt-Festival zählt das Schaephuysen Heimspiel zweifelsohne in die Größenordnung einer Großveranstaltung. „Als Veranstalter sind wir uns unserer Verantwortung für das Wohl unserer vielen, treuen Besucher natürlich bewusst. Die Gesundheit steht an aller erster Stelle unseres friedvollen Festivals“, bestätigt Erik Brümmer, der sich um die Zusammenstellung des Line-Ups kümmert. Alle acht Bands hatte er mit seinem Team mittlerweile gebucht, ein abwechslungsreiches Musik-Programm aus allen Teilen der Welt war somit zum wiederholten Male gesichert. Nun steht das Team vor der logistischen und organisatorischen Herausforderung, die Absage des Festivals samt seiner 120 Helfer, Künstler und aller Gäste durchzuführen. Zahlreiche Karten wurden im Vorverkauf bereits verkauft.

„Am meisten ärgert es uns, dass wir in diesem Jahr nicht vollends unserer eigentlichen Bestimmung folgen können: dem Charity-Gedanken“, zeigt sich Simon Galka vom Festival-Marketing enttäuscht. Doch es gebe bereits eine Alternative, wie man mit den bisherigen Ticket-Einnahmen wenigstens in gewissem Maße etwas Gutes tun könne. „Für unsere Bands ist die Corona-Krise eine echte Bedrohung. All ihre Auftritte werden gerade abgesagt. Existenzen sind bedroht“, erklärt Galka weiter. Man wolle den Bands aus den bisherigen Einnahmen also nach Möglichkeit ein gewisses Honorare bezahlen können. Um dies gewährleisten zu können, wünscht sich das Orga-Team, dass alle Ticketbesitzer von einer Erstattung des Ticketpreises bestenfalls absehen. „Es wäre eine große Geste, wenn jeder den Ticketpreis von zehn Euro in diesem Jahr auch ohne den Besuch des Festivals stiften könnte“, bekräftigt Peter Hoyer.

Ticketbesitzer, die dennoch eine Erstattung wünschen, können ihre Karte am 25. April und 2. Mai jeweils zwischen 10 und 13 Uhr in der St. Hubertus Kirche, Hauptstraße 20 in Schaephuysen eintauschen. Die diesjährigen Tickets behalten für zukünftige Heimspiel-Veranstaltungen keine Gültigkeit.

„Derzeit beraten wir uns, ob wir eine kleine virtuelle Alternative anbieten können – ein kleines Konzert per Live-Stream oder Ähnliches“, gibt die Social-Media-Verantwortliche Miriam Kerberg bereits jetzt preis. Für die Festival-Fans wäre dies wenigstens eine kleine Entschädigung bis zum nächsten Heimspiel am 18. und 19. Juni 2021.