Franziska Schoofs und ihr Pony fürs Leben

Die 19-Jährige erfüllte sich auf der Reitsportmesse in diesem Jahr ihren Traum

WISSEL. Franziska Schoofs und ihr Pferd Bella sind unzertrennlich. „Zwischen uns passt es einfach. Wir sind ein Team“, sagt die 19-Jährige aus Wissel. Im Internet und in den sozialen Medien sind sie und Bella große Stars in der Reitsportszene. Obwohl sie schon bei einem Bloggertreffen beim internationalen Reisportturnier „CHIO“ in Aachen teilnehmen durfte, erfüllte sich ihr größter Wunsch jedoch erst 2019: Sie war Teil der Reitsportmesse in Kalkar.

Ein Dreamteam: Franziska Schoofs und ihr Pferd Bella Foto: privat

Dass dieser Traum für die junge Frau aus Wissel Wirklichkeit wurde, hat sie auch einem erst unglücklichen Umstand zu verdanken. „Mit 13 bekam ich mein Pferd Bella von meinen Eltern geschenkt. Sie war damals acht Monate alt. Die Züchterin versicherte uns, dass sie zwischen 1,50 und 1,55 Meter groß werden würde“, erzählt Schoofs. Bella blieb allerdings 1,33 Meter klein. Der Traum vom Reiten mit dem Araber-Welsh-Mix war damit geplatzt.
Franziska Schoofs, die mit drei Jahren das erste Mal Reitunterricht bekam, ließ sich nach kurzer Resignation aber nicht entmutigen. Sie suchte sich einfach eine andere sportliche Herausforderung gemeinsam mit Bella. „Ich habe angefangen mit ihr Bodenübungen einzustudieren. Am Anfang war Bella noch sehr zickig, aber dann hat es immer besser funktioniert“, berichtet die 19-Jährige. Heute kann Bella viele Kunststücke, zum Beispiel hochsteigen, auf Kommando liegen, Küsschen geben oder sehr grazil laufen.

Dahinter steckt jedoch hartes Training – und viel Geduld. „Wir trainieren eigentlich täglich“, verrät Schoofs. Dabei wird sie auf ihrem Blog „Bella – ein Pony fürs Leben“ von vielen Menschen im Internet begleitet. Auf Instagram hat sie mittlerweile 129.000 Abonnenten, ihrem Youtube-Kanal folgen 6.900 Menschen – die meisten sind zwischen 14 und 24 Jahre alt. Auf ihren Kanälen gibt sie nicht nur Einblicke in ihr Leben mit Bella, sondern auch Tipps im Umgang mit Pferden.

Die 19-Jährige aus Wissel zählt schon seit Längerem zu den erfolgreichsten Influencern im Pferdesport. Mit dem Erfolg habe sie aber nie gerechnet, sagt Schoofs. „Ich habe mich 2012 auf Instagram privat angemeldet und lange Zeit kaum etwas gepostet. Als ich anfing, Bella zu trainieren, habe ich davon Fotos und Videos hochgeladen. Das kam gut an und interessierte immer mehr Menschen. Also habe ich es do-it-yourself-mäßig immer weiter vorangetrieben“, sagt Schoofs. Mittlerweile trifft sie sich häufig mit einer Fotografin, um professionelle Fotos erstellen zu lassen. Zudem bewirbt sie Produkte, die ihr Firmen zuschicken. „Ich sage allerdings immer meine ehrliche Meinung. Wenn mir etwas nicht gefällt, dann sage ich das auch“, versichert Schoofs.

Franziska Schoofs
Bei der Reitsportmesse in Kalkar zeigten Franziska Schoofs und Bella, was sie in den vergangenen Jahren zusammen gelernt haben. Foto: privat

Als erfolgreiche Influencerin im Pferdesport wurde Franziska Schoofs schon auf einige große Pferdemessen und Turniere – darunter eben auch der „CHIO“ in Aachen – eingeladen. „Für mich als Wisselerin war es aber immer ein Traum, auch mal bei der Reitsportmesse in Kalkar dabei sein zu dürfen. Denn sie ist in unserer Region die größte Messe und einfach ein Muss für Pferdeliebhaber“, sagt Schoofs. Eine Freundin, die Blumenschmuck herstellt, fragte die 19-Jährige, ob Bella und sie diesen gemeinsam mit ihren Kunststücken auf dem Sandplatz präsentieren können. „Ich habe natürlich sofort zugesagt und mich sehr gefreut“, sagt Schoofs. Vor den Darbietungen an allen drei Messetagen sei sie allerdings sehr aufgeregt gewesen. „Aber es klappte von Mal zu Mal besser. Es war eine tolle Erfahrung“, berichtet Schoofs, die natürlich von vielen Fans in Kalkar erkannt wurde und viele Autogramme schrieb.

Weitere nächste große Ziele hat sich Schoofs mit Bella erstmal nicht gesteckt. Eventuell möchte sich die 19-Jährige aber ein zweites Pferd kaufen, auf dem sie dann auch wieder reiten kann. „Aber die Beziehung zwischen Bella und mir wird immer eine Besondere bleiben. Sie gebe ich nicht mehr her“, sagt Schoofs glücklich.