Pflege-Reform 2020: Ein neues Berufsprofil für die Pflege

Bildungsakademie für Gesundheitsberufe startet 2020 eine neue Ausbildung

KREIS KLEVE. Dem Pflegeberuf steht eine große Reform bevor: Die in Deutschland bisher getrennten Ausbildungen der Kranken-, Kinderkranken- und Altenpflege werden ab 2020 zur „Ausbildung zur Pflegefachfrau und Pflegefachmann“ zusammengefasst. „Die lang erwartete Reform soll die Pflegeberufe aufwerten, die Ausbildung modernisieren und attraktiver machen. Das begrüßen wir sehr“, sagt Andrea Huisman, Leitung der Bildungsakademie für Gesundheitsberufe (BAG) im Kreis Kleve.

Andrea Huismann leitet die Bildungsakademie für Gesundheitsberufe im Kreis Kleve. NN-Foto: SP

Für die künftigen Auszubildenden habe die Reform entscheidende Vorteile. „Ihre Ausbildung wird ab 2020 europaweit anerkannt. Somit können sie auch unkompliziert im Ausland arbeiten, wenn sie möchten“, sagt Huismann. Zudem müssten Auszubildende sich nicht mehr auf einen Bereich in der Pflege beschränken, sondern könnten eine Vielzahl von Weiterbildungsmöglichkeiten in Anspruch nehmen und seien nicht mehr an ihre Einrichtung gebunden.

„Eine Unterscheidung in Altersgruppen ist einfach nicht mehr alltagsgerecht“, sagt Huismann. Im Rahmen der neuen Ausbildung vermittelt die BAG künftig allen Auszubildenden die notwendigen Kompetenzen für die Pflege von Menschen aller Altersstufen in allen Versorgungsbereichen. „Fachkräfte müssen in der Pflege immer flexibler werden und sich auf stetig verändernde Anforderungen einstellen. Das spiegelt sich nun auch in der Ausbildung wider“, sagt Huisman.

„Wir brauchen gut ausgebildete Fachkräfte“

Die Reform, die Bundesgesundheitsminister Jens Spahn auf den Weg gebracht hat, sei notwendig gewesen, findet die Fachfrau. Schließlich sei es absehbar, dass auf Pflegende in den nächsten Jahren erhebliche Herausforderungen zukommen. „Die Menschen werden älter. Deshalb brauchen wir mehr gut ausgebildete Fachkräfte“, sagt Huismann. Außerdem werde die Arbeitsdichte wegen des demographischen Wandels weiter zunehmen. Das erhöhe den Bedarf an qualifizierten Fachkräften in allen Bereichen.

25 neue Auszubildende zum 1. März 2020

Zum 1. März 2020 starten an der Bildungsakademie für Gesundheitsberufe in Kleve die ersten 25 neuen Auszubildenden zur „Pflegefachfrau beziehungsweise Pflegefachmann“. Die Ausbildung dauert weiterhin drei Jahre und umfasst nach wie vor 2100 Stunden in der Theorie und 2500 Stunden in der Praxis. Den schulischen Teil absolvieren die Auszubildenden in der Bildungsakademie, den praktischen Teil in den Krankenhäusern des Katholischen Karl-Leisner-Klinikums, in Altenpflegeeinrichtungen und bei ambulanten Pflegediensten. „Da sind wir mit unseren Einrichtungen und Kooperationspartnern zum Beispiel der Lebenshilfe, der Caritas und der Diakonie sehr gut aufgestellt“, sagt Huismann. In ihrer Ausbildung durchlaufen die Auszubildenden alle Bereiche. „Der theoretische Unterricht ist – anders als vorher – für alle komplett gleich. Im praktischen Teil können sie allerdings einen Vertiefungsschwerpunkt setzen“, sagt Huismann.

Ausbildungsstart dreimal jährlich

Ab 2020 starten insgesamt 100 angehende Pflegefachleute jährlich in ihre Ausbildung. Ausbildungsbeginn ist entweder zum 1. März, 1. August oder zum 1. Oktober. Bewerbungen für den Ausbildungsstart am 1. März 2020 sind noch bis zum 17. Februar direkt bei der BAG, beim Katholischen Karl-Leisner-Klinikum oder bei den Einrichtungen des Katholischen Alten- und Pflegehilfenetzwerkes am Niederrhein (KAN) möglich. Die bereits gestarteten Ausbildungsklassen absolvieren wie geplant die bisherige Ausbildung.