SV Straelen begeht aufregendes Jahr zum 100. Vereinsjubiläum

Der SV Straelen feierte am Wochenende mit Mitgliedern und Freunden

STRAELEN. Hermann Tecklenburg, Vorsitzender des SV Straelen, konnte am Freitagabend zufriedener nicht sein. Anlässlich des 100. Jubiläums der Grün-Gelben hatte der SV Straelen zum Festakt ins Forum des Städtischen Gymnasiums Straelen geladen. Jeden der 250 erschienenen Gäste begrüßte Tecklenburg und sein Stellvertreter Elmar Rogmann persönlich. Bei seiner anschließenden Eröffnungsrede drückte Tecklenburg dann sein Ehrgefühl aus, Teil des SVS zu sein. „Der SV Straelen ist nicht nur Fußball. Das wäre auch ein langweiliger Verein. Wir sind stolz auf unsere 13 Abteilungen“, sagte Tecklenburg. Und weil der SV Straelen alles andere als langweilig ist, wurde am Samstag in der bofrost-Halle weiter gefeiert.

Stolz und kämpferisch zeigte sich Hermann Tecklenburg, Vorsitzender des SV Straelen, bei den Feierlichkeiten. Er forcierte bereits die Rückkehr in die Regionalliga. NN-Foto: Theo Leie

Das 100. Vereinsjahr sei rückblickend eines der spannendsten gewesen. Allen voran hätten natürlich jeweils die Aufstiege der Handball-Frauen und der ersten Fußballmannschaft in die Regionalliga gestanden. Dass die Fußballer im Gegensatz zu den Handballerinnen die Klasse nicht halten konnten, trübte die Stimmung keineswegs – im Gegenteil. „Ich hätte niemals gedacht, dass der SV Straelen einmal vor 9.000 Zuschauern bei Rot-Weiss Essen, vor 6.000 Zuschauern bei Alemannia Aachen und 3.000 bei Rot-Weiß Oberhausen spielt. Das soll auch nicht das letzte Mal gewesen sein. Wir wollen den Wieder-Aufstieg. Wenn nicht heute, dann morgen – wenn nicht morgen, dann übermorgen.“

Rückblick auf 100 Jahre Vereinsgeschichte

Auf vergangene Zeiten blickten derweil auch Stadtarchivarin Claudia Kurfürst und Sebastian Eickens, Schüler des Städtischen Gymnasiums Straelen. Sie skizzierten in Wort und Bild die 100-jährige Vereinsgeschichte des SV Straelen. Und wenn man bereits bei der Geschichte ist, durfte natürlich ein Gast nicht fehlen: Hans Dietze. „Er ist ein Ur-Ur-Urgestein und hat über 60 Jahre die Entwicklung des Vereins mitgestaltet“, stellte ihn Norbert Peters, der Moderator des Abends, vor. Von 1984 bis 2005 war Dietze sogar der Vorsitzende des Vereins. Im Gespräch mit Peters erinnerte sich der heute 91-jährige Ehrenvorsitzende an seinen größten Kampf für den Verein: „Es ging um neue Umkleideräume und Hermann hat ihn nachher übernommen.“ Tecklenburg, der 2005 Dietze als Vorsitzenden ablöste, konnte jedoch bereits eingangs berichten, wie sich alles zum Guten gewendet hat und wie gut die Zusammenarbeit mit der Stadt Straelen heute ist. Mit derer Unterstützung sei im vergangenen Jahr anlässlich des Regionalliga-Aufstieges schließlich eine „unglaublich großartige Sportanlage“ an der Römerstraße entstanden. Die stellvertretende Straelener Bürgermeisterin, Monika Lemmen nahm diese Worte natürlich gerne zur Kenntnis und brachte als Jubiläumsgeschenk eine bunt-gestaltete und mit den Straelener Tugenden beschriftete Basecap mit.

Bedeutung des Ehrenamtes für Vereine

Neben Dietze fiel aber noch ein Name beim großen Festakt immer wieder: Herbert Lampey. Das zweite Straelener Urgestein kümmert sich schließlich seit bereits 55 Jahren ununterbrochen um die Straelener Jugend und bekam dafür nicht nur aus den eigenen Reihen viel Dank entgegengebracht. Auch die Gastredner wie Werner Terheggen vom Stadtsportverband, Jürgen Kreier vom Fußballverband Niederrhein oder Holger Tripp vom Fußballkreis Kleve-Geldern machten in ihren Grußworten einmal mehr deutlich, wie wichtig das Ehrenamt für Vereine ist. Stellvertretend für alle engagierten Sportler erhielten, die höchste Auszeichnung des Kreissportbundes, Martin Geelen die Plakette des Karate-Dachverbandes, Verena Derstappen den Ehrenpreis des Schwimmverbandes Rhein-Wupper und Gisela Probst die „Willy-Probst-Plakette“.

Tennis-Weltranglistenspielerin in Straelen

Der Festakt, der musikalisch von den Straelener Gymnasiasten Anna Steffen und Lukas Langenstein begleitet wurde, bot außerdem noch drei Überraschungsmomente. Für den ersten sorgte Petra Theuring, die erst seit dem 1. Oktober 2018 Mitglied des Straelener Vereins ist und im Interview mit Bernd Schaap, Leiter der Handball-Abteilung beim SVS, zunächst nur über ihr Engagement in der Handball-Abteilung sprach. Kurz darauf zeigte die Leinwand jedoch eines ihrer früheren Tennis-Matches gegen Tennis-Ikone Steffi Graf. Theuring gehörte Ende der 1990er Jahre nämlich selbst zu den besten des Sports und belegte einen der Top 30-Plätze in der Weltrangliste.

Grußwort der Bundestrainerin

Für weltweite Aufmerksamkeit sorgt in diesen Tagen auch Martina Voss-Tecklenburg. Sie nimmt zurzeit als Bundestrainerin der deutschen Frauen-Nationalmannschaft an der Frauen-Weltmeisterschaft in Frankreich teil. Via eingespielter Grußbotschaft ließ die Ehefrau des Vorsitzenden aber mitteilen, dass die beiden Auftaktsiege der deutschen Mannschaft nicht so wichtig seien, wie die Feierlichkeiten zum Jubiläum und dass der SVS so bleiben soll, wie er ist: „Nämlich ein großartiger Verein.“

Gänsehautmoment zum Abschluss

Für einen Gänsehautmoment sorgte schlussendlich noch der gebürtige Afghane Fahrad Mohammadi. Er berichtete in einwandfreiem Deutsch von seiner Flucht nach Europa und der anfänglich schwierigen Zeit in einem Kreis Klever Kinderheim. Weil er sich „als Spieler verbessern wollte“, wechselte er in die Fußball-Abteilung des SV Straelen, wo er Hermann Tecklenburg kennenlernte. Dieser verschaffte ihm in seinem Bauunternehmen eine Ausbildungsstelle zum Kaufmann für Büromanagement. Für diese Möglichkeit bedankte sich der 19-jährige Mohammadi schließlich bei seinem Chef. Sein Werdegang zeigte aber auch, dass der SV Straelen in seinem 100. Jubiläumsjahr nicht nur ein erfolgreicher Verein, sondern auch ein Verein mit Herz ist.