„2018 war ein arbeitsreiches Jahr mit vielen zukunftsweisenden Entscheidungen“

Grußwort von Rainer Weber, Bürgermeister der Gemeinde Uedem

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, schon wieder ist ein Jahr vorbei. Ich weiß nicht, wie Sie es empfunden haben, aber für mich ist das Jahr 2018 rasend schnell vergangen. Liegt es daran, dass die Welt sich durch die modernen Kommunikationsmittel gefühlsmäßig schneller dreht?

Meine Feststellung ist, dass sich das Lebenstempo in den letzten zwei Jahrzehnten schon deutlich erhöht hat. Fast alles ist heutzutage darauf ausgerichtet, schneller, weiter und besser zu sein. Wie viel Beschleunigung kann der Mensch in Zukunft eigentlich noch ertragen? Die Erwartungen an uns selbst, die Erwartungen anderer, die wir spüren, können auch zur Überbelastung führen, die dann gar nichts mehr möglich macht. Das betrifft unser persönliches und berufliches Umfeld gleichermaßen. Das Phänomen „Zeit“ ist allgegenwärtig, gerade zum Jahreswechsel. Ein wenig Entschleunigung täte gut, auch sich mehr Zeit für Familie und Freunde zu nehmen, mehr füreinander da zu sein, dies wären schon gute Vorsätze für das kommende Jahr. Aber wie sagte schon Johann Wolfgang von Goethe: „Gut ist der Vorsatz, aber die Erfüllung ist schwer.“ (…).

Im Rückblick können wir feststellen, dass es ein arbeitsreiches Jahr mit zukunftsweisenden Entscheidungen war. Der Gemeinde Uedem geht es gut (…). Trotz der finanziell guten Lage heißt es aber, weiterhin sparsam mit den Steuer- und Haushaltsmitteln umzugehen, denn wir wissen zu genau, wie schnell sich die Finanzsituation wieder verschlechtern kann, beispielsweise durch einen Abschwung der zurzeit boomenden Konjunktur. In den Bemühungen, die Gemeinde Uedem voranzubringen, sind wir in 2018 ein ganzes Stück weitergekommen. Wir haben einige wichtige Vorhaben fertiggestellt, wie beispielsweise den wohngerechten Ausbau der Kettelerstraße von der Kervenheimer Straße bis zum Lohberg oder die Erschließung der zweiten Reihe des Gewerbegebietes südlich der Molkereistraße mit Straßen und Kanälen. Ferner wurde mit dem Ausbau des Gartenrings begon-nen. Auch der Glasfaserausbau in den Ortsteilen kommt so langsam zum Abschluss. Leider hat nur knapp die Hälfte der Haushalte das Angebot genutzt. Der Außenbereich soll bis zum Jahr 2022 mit deutlich mehr Bandbreite versorgt werden.

Ansonsten wurden in 2018 sehr viele zukünftige Maßnahmen und Vorhaben geplant. Dazu gehört unter anderem der Ausbau der Bergstraße (Teilstück von Ostwall bis Kleinbergsbäumchen). Darüber hinaus wurden Planungen mit Investoren zum Bau eines Kindergartens an der Mühlenstraße, zur Wohnbaulandentwicklung im Mörsfeld und Ansiedlung von Einzelhandelsbetrieben im Bereich der Bahnhofstraße, zur Errichtung von altersgerechten Mehrfamilienhäusern im Bereich des Laurentiushauses oder zum Bau eines Ärztehauses vorbereitet. Ferner ist ein Sportstättenkonzept entwickelt worden, um alternativ eine Wohnbaulandentwicklung an der Tönisstraße vorbereiten zu können.
Einige Aufgaben und Probleme, wie der Bau des 2. Teilstückes des Alleenradweges oder die Umsetzung des Oberflächenentwässerungskonzeptes in Keppeln nehmen wir aber erneut mit ins neue Jahr (…). Im nächsten Jahr stehen ebenfalls wichtige Entscheidungen und Projekte für unsere Kom-mune an. Laufende Vorhaben, die wir weiterbringen und abschließen müssen. Und neue Planungen, die anstehen und die uns weitere Verbesserungen bringen sollen. Das Ziel von Rat und Verwaltung ist das gleiche: Eine „lebenswerte und liebenswerte“ Gemeinde für alle Mitbürgerinnen und Mitbürger.

Für das Haushaltsjahr 2019 sind Investitionen in Höhe von 5,8 Millionen Euro geplant, rund drei Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Daher gilt das Zitat von Johann Wolfgang von Goethe: „Wenn ein Jahr nicht leer verlaufen soll, muss man beizeiten anfangen.“ Der Ausbau der Bergstraße (Teilstück Ostwall bis Kleinbergsbäumchen) einschließlich der Kanalerneuerung und Bau eines Kreisverkehres im Kreuzungsbereich Tönisstraße gehört in 2019 zu den größten Baumaßnahmen. Ferner sollen der Wirtschaftsweg Delsenweg sowie die Stichwege an der Kalkarer Straße und Am Hochwald bituminös erneuert werden. Darüber hinaus sollen Bebauungspläne für die Ausweisung von Wohnbauland in den Ortsteilen Keppeln und Uedemerbruch entwickelt werden und die Detailplanung für die Oberflächenentwässerung in Uedemerbruch erstellt werden. Zudem sollen schon Planungen für die Folgejahre angeschoben werden, wie beispielsweise für den Ausbau der Gartenstraße Teil 2 (Teilstück zwischen Lohfeldstraße und Wendehammer) oder Am Lohstück (Teilstück zwischen Gartenstraße und Lohberg). Das in 2018 mit Unternehmern aus dem Beherbergungsgewerbe und der Gastronomie sowie mit Bürgern erarbeitete Tourismuskonzept muss im Arbeitskreis und in den Gremien noch abschließend beraten und eine Priorisierung der umzusetzenden Maßnahmen festgelegt werden (…).

Bewegt waren die Gemüter in 2018 bei dem Thema „Planung und Bau der B 67n“. Dies wird in 2019 nicht anders sein. Die Planfeststellung soll erst Anfang 2020 beginnen (…). Ich möchte die Gelegenheit nutzen, hier noch einmal öffentlich mitzuteilen, dass es nicht wahr ist, dass ich mich gegen den Bau der westlichen Umgehung, der Landesstraße L 5n, ausgesprochen habe. In der kommunikativen Auseinandersetzung zwischen der Bürgerinitiative „UedemEinzgartig“ und den Ratsmitgliedern sowie dem Bürgermeister stellt sich die Frage, ob wir überhaupt eine Wahlentscheidung B 67n oder L 5n haben. Im Übrigen handelt es sich um eine Bundes- bzw. Landesplanung auf die der Gemeinderat nur begrenzten Einfluss hat. Der vorliegende Antrag der Bürgerinitiative wird ja noch zu behandeln sein. Die Stellungnahme des Landesverkehrsministeriums, auch zum SPD-Antrag, wird hoffentlich aufklären, ob die B 67n über die Trasse der L 5n geführt und die Verkehrsbelastungen aufnehmen kann oder es zu Belastungen für andere Wohnbereiche führen würde.
Ein weiteres Thema, das die Gemüter erhitzte, war die „Abschaffung der Straßenausbaubeiträge“. Auch dieses Thema wird uns in 2019 noch weiter beschäftigen. Bei allem Verständnis für die Beitragszahler muss aber klar sein, dass die Straßenausbaumaßnahmen irgendwie bezahlt werden müssen. Nicht alles kann über Steuern finanziert werden. Dass das Land NRW die Beiträge über Finanzzuweisungen erstattet, daran glaube ich nicht (…).

Abschließend möchte ich noch einmal auf die bereits in meinem Neujahrsgruß 2016/2017 zum Ausdruck gebrachte Sorge über die Zunahme populistischer Aussagen und die zunehmende Verrohung im täglichen Umgang miteinander in den sozialen Netzwerken eingehen. Die Arbeit der Ratsmitglieder und des Bürgermeisters ist nicht einfach und steht immer im Fokus der Bevölkerung. Alle, die in den Ausschüssen und im Rat arbeiten, sind sich der Tatsache bewusst, dass ihre Entscheidungen, je nach Betroffenheit, nicht von allen Teilen der Bevölkerung gutgeheißen werden. Das ist nur natürlich. Was ich aber weniger gutheißen kann, sind viele Äußerungen in den so genannten sozialen Netzwerken. Dort wird, meistens anonymisiert, in einer Art und Weise Kritik geübt, die der Arbeit und den oft nicht leicht zu treffenden Entscheidungen unseres Gemeinderates in keiner Weise gerecht wird. Hier wünschte ich mir mehr Gelassenheit und einen offeneren Umgang miteinander. Die Kritiker müssen akzeptieren, dass es eine andere Meinung zu Planungen und Maßnahmen in einer Gemeinde gibt, die in einem demokratischen Prozess entwickelt und in der Regel im Gemeinderat und in den Ausschüssen beschlossen worden sind. Beschlüsse sind dann auch umzusetzen. Hieran müssen sich auch die Gemeindevertreter orientieren. Dies gehört eben auch zur Demokratie und dies ist auch gut so. Dabei wird man es nicht allen recht machen können. Ich möchte die Kritiker herzlich einladen, bei zukünftigen Planungen mitzuwirken, sich zumindest in Versammlungen oder Rats- und Ausschusssitzungen zu informieren.
Das Ende eines Jahres ist stets eine gute Gelegenheit, Dank zu sagen. Ein herzliches Dan-keschön möchte ich meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Gemeindeverwaltung (Rathaus, Bauhof, Schulen, Sportstätten und Jugendheim) aussprechen, die wieder eine ausgezeichnete Teamleistung in 2018 vollbracht haben.

Bedanken möchte ich mich auch bei den Ausschuss- und Ratsmitgliedern, die sich ehren-amtlich für die Fortentwicklung der Gemeinde Uedem engagiert und um das allgemeine Wohl bemüht haben. Auch ein Dankeschön gilt es öffentlich auszusprechen, dass der Gemeinderat meinen Hinweisen gefolgt ist und für mehr Personal gesorgt hat, um die vielen Aufgaben auch bewältigen zu können (…). Zum Jahreswechsel bedanke ich mich besonders bei allen Bürgerinnen und Bürgern, die im Jahr 2018 wieder zum Wohle unserer Gemeinde mitgewirkt und sich ehrenamtlich eingebracht haben. Ob in den Vereinen oder in den Kirchengemeinden, dem Einsatz für Kinder, Jugendliche und Senioren oder für in Not geratene Menschen, vielen, vielen Dank an Sie alle! Sie alle sind eine unentbehrliche Bereicherung unseres Gemeindelebens. Ihr Engagement macht unseren Ort erst lebendig.
Ich möchte mich auch bei den Firmen, Geldinstituten und der Uedemer Bürgerstiftung be-danken, denn vieles wäre in den letzten Jahren ohne Sponsoring nicht möglich gewesen.
Zum Schluss meines Rück- und Ausblickes zum Jahreswechsel 2018/2019 möchte ich allen Mitbürgerinnen und Mitbürgern, die in eine Notlage geraten sind, einsam oder krank sind oder einen lieben Menschen durch Tod verloren haben, wünschen, dass Sie Trost und auch wieder Zuversicht finden. Auch meine Familie hat im ablaufenden Jahr zwei Trauerfälle erleben müssen, die mich hinsichtlich der Wertigkeit des Lebens nachdenklich gemacht haben. Und nun wären wir wieder bei den eingangs genannten guten Vorsätzen: „Mehr Zeit nehmen für Familie und Freunde – Mehr Miteinander und Gemeinsinn“.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, für das neue Jahr 2019 alles Gute, viel Glück, Gesundheit und Zufriedenheit und unserer Gemeinde viel Erfolg.

Ihr Bürgermeister Rainer Weber

(Anm. d. Red.: Das vollständige Grußwort lesen sie auf www.uedem.de)