Sommertour-Freude über die wachsende Unimicron-Produktionshalle

Kreis-WfG machte beim Leiterplatten-Hersteller in Geldern Station

GELDERN. Für Bürgermeister Sven Kaiser war der Geruch in den Hallen der Unimicron Germany GmbH alles andere als neu: Vor Jahrzenten – Kaiser war noch angehender Abiturient – hat er sich hier bei den damaligen RUWEL-Werken in den Ferien in der Galvanik erste Sporen verdient. Heute lief der erste Bürger der Herzogstadt erleichtert durch die Werkshallen, wo seit wenigen Tagen ein Rohbau für die Zukunft des Standortes aus dem Boden wächst. Unimicron Germany-Geschäftsführer Gerard van Dierendonck hatte es sich nicht nehmen lassen, die kleine Delegation der Wirtschaftsförderung Kreis Kleve mit einer Runde von Journalisten durchs Firmengelände zu führen, und in diesem Rahmen den Export-Anteil des Leiterplatten-Herstellers von 30\% zum Ausdruck zu bringen.

Unimicron-Geschäftsführer Gerard van Dierendonck führt Bürgermeister Sven Kaiser (r.) und Kreiswirtschaftsförderer Hans-Josef Kuypers (l.) durch die Fertigungsstätten. NN-Foto: Theo Leie
Unimicron-Geschäftsführer Gerard van Dierendonck führt Bürgermeister Sven Kaiser (r.) und Kreiswirtschaftsförderer Hans-Josef Kuypers (l.) durch die Fertigungsstätten. NN-Foto: Theo Leie

Unimicron Germany GmbH ist einer der traditionsreichsten Leiterplatten-Hersteller in Europa. Seit 2011 gehört das Gelderner Unternehmen der Unimicron Group an – einem der Weltmarktführer in der Leiterplatten-Branche mit einem Jahresumsatz von fast 2,5 Milliarden US-Dollar. Schwerpunktmäßig bedient die Produktionsstätte die Bereiche Automobil, Industrie, Medizin und Erneuerbare Energien, aber auch nahezu alle anderen Technologiebereiche werden abgedeckt. Am Standort Geldern sind derzeit mehr als 325 Mitarbeiter für einen Jahresumsatz von 45 Millionen Euro (Jahr 2015) verantwortlich.

Wie bei einer Pressekonferenz am vergangenen Mittwoch mitgeteilt, investiert Unimicron Germany einen mehrstelligen Millionenbetrag in den Bau eines neuen Innenlagenwerks mit modernster Technologie – das Gebäude war im Dezember 2016 einem Brand zum Opfer gefallen. Kurzzeitige Überlegungen, das Werk an anderer Stelle in Geldern neu zu bauen, konnten aus Zeitgründen nicht umgesetzt werden. Im Frühjahr 2018 soll mit der Produktion demnach exakt dort begonnen werden, wo das alte Gebäude aus dem Jahre 2001 gestanden hat. Der Wiederaufbau umfasst ein Volumen von 57.000 Kubikmetern umbauten Raum und eine Nutzfläche von rund 7.100 Quadratmetern. Die entstehende Halle wird 150 Meter lang, 46 Meter breit und acht Meter hoch sein.

Gerard Van Dierendonck ließ im Rahmen der Journalisten-Runde keinen Zweifel daran, dass man stets den Wiederaufbau des Unternehmens für Geldern vorgesehen hatte. Auch heute noch gehören Unternehmen wie Hirschmann, Fresenius und Siemens zu den gewachsenen Kunden des Unternehmens. Auch zur Stunde wird in Geldern ein Ingenieur gesucht, aber gleich fünf Auszubildende wurden in dieser Woche begrüßt, die auf die Qualitäten des produzierenden Unternehmens bauen. Fehlerfreiheit, Robustheit, und Ausfallsicherheit sind nach Ansicht des Geschäftsführers die wichtigsten Qualitäten, mit dem ein Unternehmen in Deutschland vor dem Hintergrund hoher Personalkosten weltweit überzeugen kann.

Zur großen Freude von Bürgermeister Sven Kaiser und Kreis-Wirtschaftsförderer Hans-Josef Kuypers stellte der investitionsfreudige Geschäftsführer ohne jede Spur von Zweifeln heraus, dass er in Geldern sowohl die Stadt als auch den Kreis Kleve als auch die Bezirksregierung auf seiner Seite hatte: „Ohne diese Rückendeckung der Behörden wären die schnelle Schritte bis zur heutigen Baugenehmigung und Rohbautätigkeit niemals denkbar gewesen“. Am ersten November, so van Dierendonck, solle die Produktionsstätte fertiggestellt sein.