Die ehrenamtlichen Helfer im Café Konkret konnten vielen bedürftigen Menschen helfen. Foto: privat

UEDEM. Anstrengend, aber unterm Strich sehr positiv – so lautet die Bilanz, die man beim Café Konkret in Uedem zum Ende des Jahres 2015 zieht.

In der Einrichtung, die vor acht Jahren zur Unterstützung bedürftiger Menschen in Uedem gegründet wurde, war die Betreuung von Flüchtlingen eine zentrale Herausforderung in den letzten Monaten.
„Die Zahl derjenigen, die unsere Hilfen in Anspruch nehmen, hat sich in diesem Jahr verdoppelt“, berichtet Manfred Bodden, der zusammen mit Gerhard Oerter und Christa Löhr zum Leitungsteam des Café Konkret gehört.

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Die insgesamt 50 ehrenamtlichen Helfer der Einrichtung sahen sich denn auch neuen großen Aufgaben gegenüber: „Das Team musste sich relativ schnell auf andere Sprachen, Mentalitäten und Problemstellungen einrichten“, erläutert Bodden. „Und bei alledem wollten wir natürlich auch diejenigen Menschen nicht vernachlässigen, die vorher schon bei uns waren, das ist uns ganz wichtig.“

Unterm Strich sei das auch gelungen, lautet das Fazit der Ehrenamtler. Einrichtungen wie das Café International, bei dem sich Flüchtlinge und Deutsche zum lockeren Austausch treffen, oder Deutschkurse, die von ehrenamtlichen Kräften organisiert werden, helfen bei der Integration.

Neben diesen neuen Aufgaben gab es aber auch eine wachsende Unterstützung: „Wir haben in diesem Jahr eine deutlich gestiegene Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung festgestellt“, berichtet Bodden. So hat das Café Konkret in 2015 deutlich mehr Spenden empfangen als in früheren Jahren. „Das ist nicht selbstverständlich und dafür sind wir allen Spendern sehr dankbar“, so Bodden.

Besonders erfreulich war es für das Team im Café Konkret, dass neben vielen privaten Spendern auch Gruppen und Vereine große Unterstützung geleistet haben. Seit einigen Monaten läuft zum Beispiel die Aktion „Solide“, die von der Uedemer Kolpingfamilie initiiert wurde. Die Idee: Vereine und Gruppen nutzen ihre Veranstaltungen, um zu Spenden für das Café Konkret aufzurufen. Neben der Kolpingfamilie haben inzwischen bereits die Queekes-piere Keppeln und die Hubertusschützen in Uedemerbruch mitgemacht, die nächste Aktion der Uedemer Anna-Bruderschaft steht bevor. Und auch viele andere Gruppen, etwa der Kirchenchor, die Messdiener oder die Feuerwehr, haben das Café Konkret mit Spendenaktionen unterstützt. „Das hilft uns sehr und macht uns sehr glücklich“, sagen Manfred Bodden, Gerhard Oerter und Christa Löhr übereinstimmend.

Für die Flüchtlinge in Uedem gibt es übrigens noch eine weitere gute Nachricht: Noch in diesem Jahr werden Deutsch-Intensivkurse in der Gemeinde angeboten, so dass die Menschen nicht mehr in Nachbarorte fahren müssen, um solche Angebote wahrzunehmen.

Am 28. Dezember startete die erste Veranstaltung, die unter der Leitung des Minilernkreises stattfand. Ab diesem Zeitpunkt werden dann an fünf Tagen die Woche jeweils fünf Unterrichtsstunden gegeben. Und das Angebot kommt an: „Die Nachfrage ist so groß, dass in Uedem wohl gleich zwei Gruppen gebildet werden“, berichten Bodden, Oerter und Löhr. Derzeit werden die nötigen Schulungsräume noch organisiert, Ort und Uhrzeit der Kurse sind dann demnächst im Cafe Konkret zu erfahren.

Das Café Konkret wurde 2007 gegründet und unterstützt Bedürftige in Uedem in vielen Lebenslagen. Die Hilfe reicht von günstigen Lebensmitteln über praktische Hilfe bei Behördengängen bis hin zur Beratung in schwierigen Lebenslagen. Das Team vom Café Konkret besteht aus 50 Personen, die alle ehrenamtlich arbeiten. Jährlich werden etwa 900 Beratungsgespräche und rund 3.500 Lebensmittelausgaben vorgenommen. Getragen wird das Café Konkret von der Katholischen Kirchengemeinde St. Franziskus Uedem, der Freien Evangelischen Gemeinde Uedem, der Evangelischen Kirchengemeinde Uedem und dem Caritasverband Kleve.

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