Freuen sich auf die Hörspiel-Premiere: Reinhard Berens, Daniel Schuster und Sebastian Schminke. NN-Foto: Rüdiger Dehnen

KLEVE. Dass Hörspiele eine breite Fangemeinde haben, dürfte bekannt sein. Im Internet gibt es zahlreiche Portale, die sich dieser Leidenschaft widmen und wenn die drei Fragezeichen live auf Tour gehen, füllen sie den ISS Dome in Düsseldorf oder die König-Pilsener-Arena in Oberhausen. Bekennende Hörspiel-Fans sind auch die beiden Klever Daniel Schuster (44) und Sebastian Schminke (36). Sie hören nicht nur gerne zu. Sie machen‘s gleich selbst.

Ihre Vertonung von Grimms Märchen „Hänsel und Gretel“ kommt am 29. November im Rahmen einer Sonntagsmatinee ins Klever Kino. In diesem Rahmen stellen Schuster und Schminke auch ihre „Hörspielwerkstatt“ vor. Hier sollen behinderte und nicht behinderte Menschen gemeinsam ihre Kreativität ausleben. „Wir haben selbst eine Behinderung“, erklären die beiden Hörspiel-Macher. Ihr erklärtes Ziel: „Jeder soll bei unserer Werkstatt mitmachen können.“ Was alle vereint: Die Liebe zum Hörspiel – hören, aber auch entwickeln und machen. Für ihr Projekt „Hänsel und Gretel“ konnten die beiden Klever, die selbst Hänsel, den Vater und die Hexe sprechen, Synchronsprecherin Arianne Borbach mit ins Boot holen. „Das war mein größter Wunsch zum Geburtstag und sie ist tatsächlich extra aus Berlin angereist und war einen Tag lang mit uns im Studio, um Gretel einzusprechen“, ist Daniel Schuster stolz auf den prominenten Mitstreiter. Borbachs Stimme dürfte vielen bekannt vorkommen. Schließlich ist sie die deutsche Stimme von Hollywood-Star Cate Blanchett. Daraus geworden ist am Ende ein etwa 20-minütiges Hörspiel. Der Ton kommt an dem Sonntag vom Band, dazu gibt es auf der Leinwand passende Bilder, die Schuster und Schminke ausgesucht haben.

„Wir sind schon lange befreundet“, erklären sie, wie die Idee entstanden ist. Beide lieben die Geschichten von den drei Fragezeichen und John Sinclair. Irgendwann kamen sie auf die Idee, gemeinsam Geschichten zu entwickeln, Texte zu schreiben und auch einzusprechen. Im vergangenen Jahr waren sie schon einmal im Tichelpark Kino zu Gast. Da haben sie ihr erstes Projekt „Kampf gegen das Böse“ gezeigt.

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„Ich helfe den beiden gern“, sagt Kino-Chef Reinhard Berens, der Daniel Schuster und Sebastian Schminke schon seit einigen Jahren kennt. Er findet es gut, dass sie sich Ziele setzen und diese dann auch mit viel Ehrgeiz verfolgen. „So schaffen sie es immer wieder, auch andere Leute zu begeistern“, weiß Berens. Er unterstütze sie mit den ihm zur Verfügung stehenden Mitteln. Der Kinosaal ist reserviert – jetzt müssen nur noch Zuschauer kommen. Berens ist aber zuversichtlich: „Das Märchen passt gut in die Zeit und wird auch Familien mit Kindern ansprechen.“ Sprachlich sei die Geschichte in jedem Fall perfekt umgesetzt worden. „Die machen das wirklich gut“, ist Berens davon überzeugt, dass sich damit auch Werbung für die Hörspielwerkstatt machen lässt. Auf die Idee hat er die beiden nämlich gebracht. „Wir haben zwar schon einige Leute, die mitmachen wollen, aber es können natürlich gern noch mehr werden“, stehen Schminke und Schuster bereits in den Startlöchern. Sie planen, eine eigene kleine Kabine fürs Einsprechen zu installieren und auch ein Tonstudio wurde bereits gefunden, das prinzipiell zur Verfügung stünde. Allerdings will man noch abwarten, wie sich die Corona-Situation entwickelt.

Tickets für die Hörbuch-Vorstellung am 29. November, 12 Uhr, im Klever Kino, wird es voraussichtlich ab Anfang November online geben. Der Eintritt kostet fünf Euro. Infos zum Werkstatt-Projekt gibt‘s unter www.facebook.com/SebastianSchminkeundDanielSchuster/ und danielsebastianblog.jimdofree.com/