KEVELAER/WEEZE. Rund 200 Wahlvorstände und Wahlhelfer waren am Tag und Abend der Kommunalwahl 2020 in Kevelaer im Einsatz. Ihnen galt der Dank von Bürgermeister Dr. Dominik Pichler und der seines Allgemeinen Vertreters und Wahlleiters Ludger Holla bei der Präsentation der Wahlergebnisse im Bühnenhaus. Die Veranstaltung war gut organisiert und dauerte lange, denn es galt die Ergebnisse der Landrats-, Kreistags-, Bürgermeister- und Ratswahlen auszuzählen.
In einigen Wahlbezirken verlief die Auszählung – freundlich gesagt – schleppend. Das Ergebnis entschädigte für das lange Warten, wenn man Dominik Pichler heißt. Sein Ergebnis ist „spitze“. Dr. Domink Pichler (SPD), der aus dem Bürgermeisteramt heraus kandidierte, holte 77,96 Prozent der abgegebenen Stimmen. Sein Kontrahent, der Kevelaerer CDU-Fraktionsvorsitzende Mario Maaßen musste sich mit 22,31 Prozent begnügen. Die Wahlbeteiligung lag bei 54,13 Prozent (in 2014 waren es nur 49,38 Prozent. Mario Maaßen gab seine Niederlage unumwunden und mit Stil zu. „Ich habe gewaltig einen auf die Mütze bekommen.“ Er habe mit einer so gravierenden Ergebnisdifferenz nicht gerechnet. „Ich nehme das Ergebnis nicht persönlich. Werde erstmal eine Nacht drüber schlafen.“ Das sei niederrheinische Gelassenheit. „Ich habe meine Sache ganz gut gemacht und werde jetzt nicht den Kopf in den Sand stecken.“

Ein Bierchen in Ehren….Der Kevelaerer Wahlsieger und Bürgermeister Dr. Dominik Pichler, SPD, (r.) und sein Kontrahent Mario Maaßen (CDU), stoßen auf weitere konstruktive Zusammenarbeit an. NN-Foto: Gerhard Seybert

Bürgermeister Dr. Dominik Pichler ließ bei seiner Dankesrede seine Emotionen raus. „Wat soll ich sagen? Et is einigermaßen unfassbar“, so der auch der geschliffenen Rede mächtige Bürgermeister und gelernte Jurist. „Man hört wackelige Trends, hat ein gutes Gefühl und denkt am Sonntag verflixt. Das Ergebnis erfüllt mich mit Freude, Stolz und Demut. Der Bürger hat ein klares Votum abgegeben, was er will. Jetzt steht uns viel Arbeit bevor.“ An seinen Mitbewerber gewandt, formulierte er die Hoffnung, dass Mario Maaßen innerparteilich aufgrund seiner Niederlage „nicht in den Orkus gedrückt wird.“ Es gibt tatsächlich Gerüchte, dass sich in der CDU-Fraktion ein Konkurrenten um das Amt des künftigen Fraktionschefs warmläuft. Völlig geflasht von ihrem guten Wahlergebnis zeigten sich die Kevelaerer Grünen. „Was willst du mehr?“ fragte Ulrich Hünerbein-Ahlers, Sprecher der Grünen-Stadtratsfraktion Kevelaer. „Wir sind mächtig stolz, dass wir das (ein Ergebnis von 17,99 Prozent) hinbekommen haben.“ Der Abend klang für die Grünen, einige Sozialdemokraten und den Bürgermeister in geselliger Runde bei „Mine“ aus.
Gesellig war der Wahlabend auch für den parteilosen Weezer Bürgermeisterkandidaten Georg Koenen. Im Kreis seiner Familie verfolgte er den Wahlausgang, der ihm „eine kurze Nacht“ bescherte.Coronabedingt gab es in Weeze keine Wahlparty. Den Schlaf kann der frischgewählte Bürgermeister nachholen, denn er hat jetzt erstmal eine Woche Urlaub.

Nach einem haushohen Wahlsieg ist Georg Koenen der neue Weezer Bürgermeister.
NN-Foto: Gerhard Seybert

„Ich kann es immer noch nicht fassen“, so Koenen im Gespräch mit den NN und meinte sowohl sein überwältigendes Ergebnis von fast 80 Prozent als auch die Tatsache, dass er nun künftig Chef im Weezer Rathaus sein wird. Der Diplom-Verwaltungswirt arbeitet seit 1990 bei der Gemeinde Weeze und leitet seit 2003 dort den Fachbereich Bereich Ordnung, Soziales und Jugend. Nicht nur der Wahlsieger selber sondern auch seine Familie ist „glücklich“, die Welt im Hause Koenen somit in Ordnung. Weniger glücklich endete der Abend für den Weezer CDU-Kandidaten Guido Gleißner. An seinem Wahlergebnis von 20,31 Prozent ist deutlich abzulesen, dass ihm ein beachtlicher Teil seiner eigenen CDU-Parteifreunde an der Wahlurne die Gefolgschaft versagt hat. Die CDU Weeze hat aus seiner Niederlage bereits Konsequenzen gezogen: Gleißner soll, so die Meinung der meisten künftigen CDU-Ratsmitglieder, nicht mehr die Fraktion führen (die NN berichteten).

-Anzeige-