KLEVE. Sechs Jahre hat es gedauert, nun ist es vollbracht: Der 1. FC Kleve ist zurück in der Fußball-Oberliga – und das mit Ansage. 14 Punkte Vorsprung haben die Schwanenstädter vier Spieltage vor Saisonende auf ihre Verfolger. Das entscheidende Topspiel am vergangenen Sonntag gegen den FSV Duisburg, vor dem Anpfiff Tabellenzweiter, gewannen die Hausherren deutlich mit 4:0 (3:0) und sicherten sich damit vorzeitig die Meisterschaft und den Aufstieg.

Einfach gemacht! Die Mannschaft freue sich über ihren Aufstieg. NN-Foto: Rüdiger Dehnen

Damit endete für die Rot-Blauen eine jahrelange Misere. Mehrfach verpassten die Klever auf tragische Weise den Aufstieg, weshalb die Anspannung am Sonntag umso größer war. „Man hat der Mannschaft in der ersten Viertelstunde auch angemerkt, dass sie nervös war. Dabei habe ich meinen Spielern vor dem Spiel gesagt, dass sie heute keine Fehler machen können, sondern einfach nur spielen müssen”, erklärte FCK-Trainer Umut Akpinar. Bis zur Halbzeit nutzten Levon Kurikciyan (24., 45. +3) und Nedzad Dragovic (30.) ihre Tor-Chancen dann auch souverän, während die Duisburger an Kleves Torwart Ahmet Taner oder an sich selbst scheiterten.

Die rund 750 Zuschauer im Stadion am Bresserberg wussten in der Halbzeit schon, dass dieser Zwischenstand die halbe Miete bedeutet – oder wie es Akpinar in der Kabine zu seinen Spielern sagte: „Wir haben den Sack schon zu und müssen nur noch den Knoten reinmachen.” Das dauerte allerdings noch bis zur 82. Minute, ehe Pascal Hühner mit dem 4:0 die Duisburger Gegenwehr endgültig beendete.

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Und dann konnte die Feier beginnen: Die Aufstiegs-Shirts mit der Aufschrift „Einfach gemacht – Oberliga” (in Anlehnung an das vorherige Motto: Einfach machen) wurden verteilt und das Bier für die obligatorische Dusche stand auch bereit. Zu den Klängen von Queens Hit „We are the Champions” blieb kein Spieler trocken. „Wir genießen das jetzt einfach nur. So ein Aufstieg vor heimischer Kulisse ist einfach traumhaft schön. Dazu haben auch die verpassten Aufstiege der vergangenen Jahre sicherlich beigetragen”, sagte der glückliche Vereins-Vorsitzende Christoph Thyssen.

FCK-Kapitän Fabio Forster stellte derweil fest: „Der 1. FC Kleve gehört einfach in die Oberliga.” Forster schnupperte bereits beim SC Düsseldorf-West ein Jahr lang Luft in der fünften Liga, kehrte dann aber doch zu Rot-Blau zurück. „Ich glaube, mir bedeutet dieser Aufstieg noch mehr als anderen Spielern. Ich habe hier vier Jahre in der Jugend gespielt und nach meinem ersten Senioren-Jahr kam die Insolvenz. Seitdem hatte ich immer den Traum, mit dem 1. FC Kleve aufzusteigen”, verriet Forster.

Für Umut Akpinar war es insgesamt der vierte Aufstieg mit dem Klever Team: Drei als Spieler, einen jetzt als Trainer in seinem ersten Jahr als Coach der ersten Mannschaft. Die Anspannung merkte man ihm dieses Mal schon sehr lange an. „Als Spieler fokussierst du dich nur auf dein Spiel. Als Trainer denkst du immer: Habe ich auch an alles gedacht?”, merkte Akpinar an. Der 40-Jährige bekam als kleinen Gag deshalb ein exklusives Shirt mit seinem Konterfei und seinem wohl vielzitiertesten Satz „Ich denke nur von Spiel zu Spiel” überreicht.

Akpinar gab auch schon einen kleinen Vorausblick für die Oberliga. „Das ist eine ganz andere Ware. Das Spieltempo ist höher, die Qualität auch. Aber wir werden einfach wieder von Spiel zu Spiel denken.”