Im idyllischen Garten Kunst
und das gute Leben genießen

Doris Angenendt und Renate Wischinski laden wieder zur gemeinsamen Ausstellung in Uedem ein

UEDEM. Gänse recken ihren langen Hals und lugen vorwitzig aus dem Grün, der Frosch lässt sich gemütlich auf dem Seerosenblatt treiben und präsentiert seinen Bauch der Sonne, die Hortensien blühen in verschwenderischer Pracht – es ist wieder Zeit für die Ausstellung im Garten an der Schusterstraße 44.

Auch das gehört zum Landleben: Ein kräftiger Guss von oben, der das Gießen überflüssig macht. Renate Wischinski (l) und Doris Angenendt (r) nehmen es mit Humor und freuen sich schon auf ihre Besucher am Ausstellungswochenende. NN-Foto: CDS
Auch das gehört zum Landleben: Ein kräftiger Guss von oben, der das Gießen überflüssig macht. Renate Wischinski (l) und Doris Angenendt (r) nehmen es mit Humor und freuen sich schon auf ihre Besucher am Ausstellungswochenende. NN-Foto: CDS

Einmal mehr heißt es „Offener Garten trifft Kunst“ und die Besucher sind vom 28. bis 30. Juli eingeladen, sich von der Atmosphäre in dem 1.200 Quadratmeter großen Areal, mitten in Uedem, verzaubern zu lassen.
„Landlust“ lautet dieses Mal das Motto, das sich Doris Angenendt (Keramik) und Renate Wischinski (Malerei) ausgesucht und umgesetzt haben. „Das Thema gibt viel her und bietet eine tolle Bandbreite“, erzählt Doris Angenendt. Sie hat in den letzten Wochen und Monaten eine Menge getöpftert: Pferde, Kühe, Schweine, Vogelscheuchen und sogar einen „Hühnerhof“, der einträchtig beieinander auf der Stange thront.
„Sie sind frostsicher, fressen nichts und sind preiswert in der Unterhaltung“, lacht Doris Angenendt. Es fehlen natürlich nicht die Landfrauen und schmucke „Kuhladys“, deren Frisuren nicht von ungefähr an Kuhhörner erinnern. „Hennes“, die Ziege aus echtem Mohair, wird an den Ausstellungstagen durch den Garten streifen und die Besucher begrüßen.

Renate Wischinski hat das Thema in ihren groß- und kleinformatigen Bildern aufgegriffen, die überall im Garten anzutreffen sein werden. Die fröhlichen Motive spiegeln die Landlust wider: wollige Schafe, leckere Früchte, prächtige Blumen oder ein kraftvoller Hirsch, der sich zum Betrachter wendet, moderne Landfrauen und Jahres-Kalenderblätter für den kleineren Geldbeutel mit Kühen, Schweinen oder einem farbenfrohen Hahn. Letztere werden an einer Wäscheleine lustig im Wind flattern, ganz so als wäre Waschtag auf dem Land. Selbstverständlich sind beide wieder passend gekleidet: Doris Angenendt übernimmt den „bäuerlichen“ Part mit Holzschuhen und bunter Schürze; Renate Wischinski verkörpert die „schickere“ Landfrau. Das Thema auch im „Outfit“ umzusetzen, gehört für beide auf jeden Fall dazu.

[quote_box_left]Ausstellung
„Offener Garten trifft Kunst – Landlust 2017“: Geöffnet am Freitag, 28. Juli, von 16 bis 21 Uhr, am Samstag, 29. Juli, von 14 bis 21 Uhr und am Sonntag, 30. Juli, von 11 bis 18 Uhr. Der Eintritt kostet einmalig 1,50 Euro und gilt für alle drei Ausstellungstage.[/quote_box_left]„Wir hatten erst ein anderes Thema im Fokus doch das klappte zeitlich nicht“, erzählt Doris Angenendt von der Ideenfindung für die diesjährige Ausstellung, „dann hatte Renate den Einfall mit dem Landleben.“ Die beiden Frauen schätzen ihre intensive Zusammenarbeit sehr: „Eine kann sich auf die andere verlassen.“ Mit der aktuellen Ausstellung möchten sie die Leute zum „guten Leben“ einladen. So werden Landbier, Wein aus biologischem Anbau und Kaffee gereicht.

Gutes Leben, das heißt aber auch, dass die Besucher die vielen lauschigen Ecken und Sitzplätze genießen können, die den Blick auf immer andere Areale des Gartens lenken; sie können einfach verweilen, sich eine kleine Auszeit vom Alltag nehmen und die vielfältigen Eindrücke in sich aufnehmen. „Es ist schön zu sehen, wenn die Leute Spaß haben und unsere Arbeit wertgeschätzt wird“, da sind sich Doris Angenendt und Renate Wischinski einig. Das erfahren sie auch immer wieder in vielen Gesprächen mit den Besuchern, sei es über den Garten an sich, den Doris Angenendt liebevoll angelegt hat und pflegt, oder über die gezeigte Kunst. Unterstützung bei ihren Ausstellungsprojekten, die immer in Eigenregie gestemmt werden, bekommen die beiden von ihren Familien: „Sie sehen das nicht als Belastung, eher als Bereicherung.“