Ludwig, Julien, Dagmar und Ronja Moser stechen mit Kajaks in See - der Familienhund darf auch mit an Bord.

GRENZLAND. Familie Moser aus Xanten verbrachte das letzte Wochenende als Leserreporter im „anderen Holland“. Dagmar, Ludwig, Ronja (14) und Julien (5) verschlug es ins Rivierenland,  den besonders wasserreichen Teil der Grenzregion. Zurück kamen sie mit Kanonenkugeln aus Salz, tollen Fotos und einem begeisterten Erfahrungsbericht.

Im Naherholungsgebiet De Zandmeren laden viele kleine Sandstrände zum Zwischenstopp.
Im Naherholungsgebiet De Zandmeren laden viele kleine Sandstrände zum Zwischenstopp.

Dagmar Moser erzählt: „Obwohl das Rivierenland nur anderthalb Stunden von Xanten entfernt ist, sind wir noch nie dort gewesen. Umso gespannter waren wir auf unser Ziel. Wir steuerten direkt den Jachthafen von Kerkdriel im Naherholungsgebiet De Zandmeren an. Dort hatten wir eine Verabredung mit Van Gent Watersport, denn wir wollten die Region mit dem Kajak erkunden. Die Boote lagen schon für uns bereit. Es waren recht kentersichere, bedienungsfreundliche Kajaks, die auch für Anfänger gut zu steuern sind. Für unsere Kamera und einige Handtücher wünschten wir uns eine wasserdichte Tonne, die wir auch sofort bekamen. Außerdem nahmen wir für die Kinder Rettungswesten mit. Für den Hund lehnten wir die Weste dankend ab, obwohl es bestimmt lustig ausgesehen hätte.
Wir paddelten aus dem Hafengebiet bis auf die Maas, entdeckten kleine Sandstrände, schaukelten über die großen und kleinen Wellen der verschiedenen Boote und hatten viel Spaß. Die Sonne lachte den ganzen Tag, obwohl der Wetterbericht ganz anders ausgesehen hatte. Beim Zurückpaddeln waren wir sehr erstaunt, dass es schon so spät war. Wir gaben schnell alles ab, bedankten uns und liefen in unser Apartment „Het Gouden Zusje“, um uns fürs Abendessen umzuziehen.

Alles nah beieinander

Am Hafen in Kerkdriel mit Blick auf die jachten lässt es sich aushalten.
Am Hafen in Kerkdriel mit Blick auf die jachten lässt es sich aushalten.

Frisch geduscht gingen wir die paar Meter bis zum Restaurant Dukdalf. Der Service war umwerfend und der Abend mit Blick auf den Jachthafen und die untergehende, rotglühende Sonne erst recht. Die Speisekarte, die es nur auf Niederländisch gibt, war sehr vielversprechend – nachdem der Besitzer geduldig Übersetzungshilfe geleistet hatte. Und tatsächlich: Die Speisen waren ein Hingucker und schmeckten köstlich. Vor allem die Muschelsuppe war die beste, die wir jemals gegessen haben.
Die Kinder fühlten sich so wohl, dass sie drei Stunden mit uns dinierten bevor wir Ronja den Schlüssel für das Apartment gaben und den Abend zu zweit ausklingen ließen. Zurück in „Het Houden Zusje“ testete mein Mann noch die Whirlpoolwanne, während ich mich der Nachtlektüre hingab.

So fühlen sich Ferien an

Der zweite Tag startete mit einem Frühstück auf der großen Dachterrasse unseres Apartments. Direkt hinter dem Haus ist ein Strand. Wunderschön. Uns zog es aber zu einem weiteren Ausflugs-Highlight im Rivierenland.

Vor Wasserschloss Ammersoyen.
Vor Wasserschloss Ammersoyen.

Das Wasserschloss Ammersoyen zählt zu den besterhaltenen mittelalterlichen Burgen der Niederlande. Wir nahmen an einer Führung teil, die zwar auf Niederländisch war, uns aber trotzdem einiges zeigte, das man sonst nicht gesehen hätte. Zum Beispiel eine Falltür zum Verlies unter einem Teppich und den Haustresor. Außerdem versuchte der Schlossführer mit Englisch, Händen und Füßen und etwas Deutsch die wichtigsten Dinge zu erklären.

Im Schloss kann man auf Zeitreise gehen - und in historische Kostüme schlüpfen.
Im Schloss kann man auf Zeitreise gehen – und in historische Kostüme schlüpfen.

Danach machten wir noch eine Runde durchs Schloss, um alle Verkleidungsmöglichkeiten auszuschöpfen, die sich anboten: Julien wollte unbedingt das rote Samtkleid der Prinzessin tragen und natürlich auch einen Ritterhelm. Ich versuchte es einmal mit der Tracht der Nonnen, die Ammersoyen auch einige Zeit bewohnten. Als Souvenir nahmen wir uns Kirschwein, Honig und Kanonenkugeln aus Salz mit.

Hungrig wie ein Pirat

Zum Abschluss unserer Tour erwartete uns das Restaurant Brandend Zand in Kerkdriel. Das Haus ist von einer großzügigen überdachten Terrasse umgeben, sodass wir entspannt im Schatten sitzen konnten. Aber auch die Inneneinrichtung mit viel Holz und Bücherregalen ist so urig, sodass wir uns vorstellen können, auch im Herbst oder Winter hierher zu kommen. Das Essen schmeckte uns sehr – vor allem Julien, der sich einmal quer durch die Piratenkarte aß, die auch einen Jugendlichen satt gemacht hätte.
Unser Fazit: Zwei Tage Rivierenland sind wie eine Woche Urlaub. Wir entdeckten einen Ort zum Wohlfühlen … und wiederkommen!“

Das „andere Holland“ für 2

Im „anderen Holland“ gibt es noch viele spannende Fleckchen, die es zu entdecken gilt. Die Bücherstadt Deventer in der Region Overijssel zum Beispiel. Hierhin geht es am kommenden Wochenende (6./7. August) für zwei NN-Leserreporter. Das Duo bekommt am Samstag eine private Stadtführung auf Deutsch, geht auf kulinarische Weltreise im Restaurant MaX10 und kehrt im Bed & Breakfast „Alles Dichtbij“ ein. Am Sonntag findet dann der berühmte Deventer Büchermarkt statt, der sich auf einer Strecke von unglaublichen sechs Kilometern durch die Hansestadt schlängelt – und der größte seiner Art in ganz Europa ist. Von hier aus geht es zum Schluss direkt nach St. Tropez. Jedenfalls heißt so die Gastrolounge im Herzen Deventers, die das Reporter-Team zum Mittagessen lädt.
Wer Lust auf dieses Reporter-Wochenende zu Zweit hat, bewirbt sich bis Dienstag, 2. August per Mail an nn-reporter@nno.de. Adresse und Telefonnummer nicht vergessen. An- und Abreise erfolgt in Eigenregie. Der Erfahrungsbericht und einige Fotos der Leserreporter werden in den NN und auf www.das-andere-holland.de veröffentlicht.