Kevelaerer SV
Auch für Grete und Klaas kann das Training jetzt zumindest zu Hause mit vollem Elan weitergehen. Foto: privat

NIEDERRHEIN. Zwangspausen können hart sein, vor allem wenn es Dinge trifft, die man liebt. Davon können die Kicker der Fußballjugend des Kevelaerer SV sicherlich ein Lied singen. Um dem Bewegungsdrang der Kinder und Jugendlichen gerecht zu werden und auch die bisherigen Trainingsergebnisse nicht zu sehr einrosten zu lassen, haben sich zehn Jungtrainer daran gemacht, Trainingsvideos zu konzipieren. Nachahmen erwünscht!

Diese Videos sind speziell für die mehr als 200 Spieler der D-, E- und F-Jugend des KSV gedacht und halten eine vielseitige Übungspalette bereit. Auch wenn darunter ein spezielles Torwart-Video ist, an dem sich gerne auch alle Nicht-Torwarte versuchen dürfen und sollen, sind die mit Musik unterlegten Videos mit ihren Schwerpunkten eher allgemein gehalten.

So präsentieren die Jungtrainer mithilfe ihrer Geschwister Übungen, die es sonst auch beim regulären Fußballtraining gibt. Seien es Liegestütze oder Sit-Ups für die Muskulatur oder Ballübungen wie Dribbling und Passen. „Was man eben auf kleinem Raum machen kann. Man braucht nur einen Ball und etwas Platz“, sagt Jugendkoordinator Dr. Fridjof Lücke. Es gehe darum, dass die jungen Spieler in Bewegung bleiben und weiterhin ihre Balance und Koordination trainieren könnten. Dabei solle der Spaß am Spiel nicht vergessen sein.

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Ein Zeichen an die Mitglieder

Die Filmemacher kann Lücke nur loben: „Sie machen es nur für die Kleinen. Ich finde, das ist eine tolle Sache.“ So ein Vorgehen hat der Kevelaerer SV schon bei anderen Vereinen gesehen, diese Videos waren jedoch nicht unbedingt auf die eigenen Spieler beim SV zugeschnitten. Aber nicht nur das steht hinter der Idee der aktuell vier Titel umfassenden Videoreihe, der noch vier weitere Videos hinzugefügt werden sollen. „Seit Monaten haben wir kein Training, trotzdem zahlen die Mitglieder weiterhin ihren Beitrag“, erklärt Lücke. Auch um sie nicht zu verlieren soll dieses Angebot ein Zeichen an sie sein, dass sie nicht vergessen sind.

Und das kommt an, zeigen sich die Trainer begeistert. „Es wurde endlich Zeit“, sagt André Weymanns, Trainer der F2. „Die Kids müssen sich ieder bewegen und sind heiß darauf, vor den Ball zu treten. Mein Sohn hat mich jeden Tag genervt, wann doch endlich wieder Fußball ist. Der Junior ist überglücklich und kann jetzt, wie seine Mannschaftskameraden, jeden Tag trainieren.“

Positive Rückmeldungen erhalten hat auch der 16-jährige Jungtrainer Jono Lücke. Seit Ende 2017 betreut er mit drei Freunden eine D-Jugend und gehört zu den Machern der Filme. So hätten Eltern erzählt, wie gut ihren Kindern die Abwechslung tue. „Es ist keine vollwertige Alternative, aber ich denke, es ist schon mal etwas“, sagt Lücke. Wie er erzählt, falle es den Kindern schwer, so lange Zeit keine Leute zu treffen und auf dem Platz keinen Fußball spielen zu können. „Aber sie sind froh, sich durch die Videos bewegen zu können und eine Ablenkung gefunden zu haben.“

Lücke versteht die Nachwuchs-Spieler nur zu gut, denn auch ihm fällt die aktuelle Situation schwer. Trotzdem blickt er mit Hoffnung auf die kommende Zeit. „Wir hoffen, dass wir in den nächsten Monaten wieder auf den Platz zurückkehren können.“ Auch wenn das aktuell noch Zukunftsmusik bleien muss, war der Dreh für ihn und die anderen Trainer ebenso eine willkommene Abwechslung. Vor allem freuen sie sich darüber, den Kindern neue Möglichkeiten bieten zu können. Dabei war ihnen wichtig, dass der Inhalt der Filme leicht verständlich ist und jeder etwas zu Hause umsetzen kann – mit oder ohne Ball.

Sponsoren gewonnen

Diese digitale Trainings-Idee des Kevelaerer SV schlug auch außerhalb Wellen. So sagten Edeka Brüggemeier und Sport Dorenkamp ihre Unterstützung als Sponsoren zu. Erstgenannter spendet beispielsweise zwei Minitore.

Da die Videos sich an die Mitglieder des Vereins richten, bekommen diese sie per Whatsapp oder über einen Youtube-Link. Außenstehende haben keinen Zugriff, bekommen jedovh einen Einblick unter youtu.be/psDqHiDhKGw.