Geldern miteinander
„Geldern miteinander“ heißt das Projekt, für das Aminah Aengenheyster ein Logo erstellt hat. Bastian Aengenheyster, Werner Lütkemeier und Michael Weirauch (v.l.) wirkten maßgeblich an der Musik-Aktion mit. NN-Foto: Gerhard Seybert

GELDERLAND. Seit zwei Wochen arbeitet Musiker Michael Weirauch beinahe Tag und Nacht an einem Musik-Projekt. Gemeinsam mit insgesamt 22 Musikern hat er in seinem Walbecker Tonstudio einen selbstgeschriebenen Song aufgenommen, der in der Corona-Krise Mut machen und Zusammenhalt in der Künstlerszene demonstrieren soll. „Geldern miteinander“ heißt die Aktion. „Die zentrale Massage soll sein: Wir brauchen die Musik und Menschen brauchen Kunst“, sagt Weirauch. Mit dem Lied und dem dazugehörigen Video, das hier angesehen werden kann, wollen die Musiker zudem Spenden für ein zukünftiges Kunst-Projekt in Zusammenarbeit mit der Stadt Geldern sammeln.

Michael Weirauch Foto: Privat

Michael Weirauch hatte jedoch zunächst Zweifel, genügend Musiker für ein derartiges Projekt zu finden. „Ich dachte, dass, wenn ich 20 Künstler anspreche, mindestens zehn Absagen. Aber ich wurde überrascht. Von 24 angefragten Künstlern aus dem Gelderland haben 22 zugesagt. Zwei konnten aus terminlichen Gründen nicht“, sagt Weirauch. Mit dabei sind erfahrene Musiker und Hobby-Musiker, wie Ben Hantke, Christian Kempkens, Michael Klatt oder Hans Ingenpass. Einzeln lud Weirauch diese zu sich ins Walbecker Tonstudio ein, damit sie den von Werner Lütkemeier und Weirauch selbstgeschriebenen Song einspielen und -singen. Zuvor bekamen die Musiker dazu ein Demoband von Weirauch geschickt.

Musiker waren gut vorbereitet

„Die Arbeit im Tonstudio verlief super. Die Musiker kamen sehr gut vorbereitet zu mir ins Tonstudio, so dass wir den Song sehr schnell und gut aufnehmen konnten – natürlich immer unter Berücksichtigung aller hygienischen Sicherheitsvorkehrungen in Anbetracht des Coronavirus“, sagt Weirauch. In jeder der sechs Strophen sind jeweils sechs Musiker zu hören. Der Hauptsänger des Liedes ist Bastian Aengenheyster.

Werner Lütkemeier Foto: Privat

Das Video zum Projekt hat NN-Fotograf Gerhard Seybert erstellt. Neben Archivaufnahmen unter anderem von den Gelderner Straßenmalern sind in dem gut vierminütigen Clip auch selbst aufgenommene Videos der Musiker bei sich Zuhause und Aufnahmen im Tonstudio zu sehen. „Wir wollten, dass es eine bunte Mischung wird“, sagt Weirauch. Künstlerin Aminah Aengenheyster hat zudem ein Logo zum Projekt „Geldern miteinander“ gemalt.

Die Idee zur Aktion der 22 Musiker hatte allerdings nicht Weirauch selbst. „Benedikt May vom Bäderverein Waldfreibad Geldern hat mich gefragt, ob wir nicht in der Corona-Zeit ein Lied machen sollen. Wir wollten aber keinen typischen Corona-Song, den es ja schon häufig gibt. Also haben wir überlegt, mit vielen Künstlern gemeinsam etwas zu machen und dabei zu zeigen, wie vielfältig Kunst und Kultur ist“, sagt Weirauch. Das Projekt erinnere an das Bandprojekt „Band Aid“ internationaler Popstars aus dem Jahr 1984.

Erinnerung an „Band Aid“

Ebenso wie die damalige Initiative von Bob Geldorf und Midge Ure soll auch „Geldern miteinander“ nachhaltig etwas Gutes bewirken. „Wir verdienen mit unserer Aktion keinen einzigen Cent. Stattdessen wollen wir Spenden sammeln, um ein Kunst-Projekt in Zusammenarbeit mit der Stadt Geldern zu realisieren. Wann und was das genau sein wird, wissen wir noch nicht. Es gibt aber viele Möglichkeiten, zum Beispiel ein Kunst-Workshop für Kinder“, sagt Weirauch.

Benedikt May Foto: Privat

Der Musiker wünscht sich zudem, dass auch die 22 an „Geldern miteinander“ beteiligten Musiker auch nach dieser Aktion nicht auseinandergehen. „Ich würde gerne nachhaltig das Projekt ,Geldern miteinander‘ aufbauen. Verschiedene Musiker könnten so in Zukunft gemeinsam auf der Bühne Musik machen oder zum Beispiel eine Tanzeinlagen mit Musik begleiten“, sagt Weirauch. Schon jetzt sei erfreulich, dass an dem Projekt Musiker unterschiedlicher Art teilnehmen, die sonst vielleicht nie zusammengearbeitet hätten.