WEEZE. Der Sprachkurs für Zuwanderer ist beendet, die Teilnehmer aus dem Petrusheim halten ihre Zertifikate in der Hand und damit die Bestätigung, dass sie sich intensiv mit der deutschen Sprache beschäftigt haben. Dieter Paeßens, Bereichsleiter im Petrusheim Weeze, und Alfred Schmitz vom Internationalen Bund aus Geldern haben sie auf ihrem Weg begleitet.

Der Internationale Bund (IB) ist einer der großen Anbieter der Jugend-, Sozial- und Bildungsarbeit in Deutschland. „Mit ihm haben wir einen Kooperationspartner gefunden, der auch über die dazu notwendigen Rahmenbedingungen und das Know-How verfügt, einen solchen Sprachkurs durchführen zu können“, sagt Dieter Paeßens.
Im Kreis Kleve ist der Internationale Bund unter anderem mit Standorten in Geldern, Goch und Kleve vertreten. Seit 2004 führt er Integrationskurse in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) im Kreis Kleve durch. So auch den Kurs im Petrusheim.
„Auch im Bereich der Wohnungslosenhilfe weisen immer mehr Menschen einen Migrationshintergrund auf und so kamen wir auf die Idee, diesen Kurs zu initiieren“, erklärt Dieter Paeßens.
Im Petrusheim erhalten Wohnungslose oder von Wohnungslosigkeit bedrohte Menschen über 21 Jahre Unterstützung bei ihren individuellen Problemen und Schwierigkeiten. Rund zehn Prozent von ihnen sind Polen und Russland-Deutsche. Ihr mangelhaftes Deutsch“ bildet eine Sprachbarriere. „Sie erschwert die Integration ins Petrusheim und später in die Gesellschaft“, so Paeßens.
Alfred Schmitz vom Internationalen Bund berichtet: „Der Sprachkurs begann im September 2013 mit 13 männlichen Teilnehmern. Die meisten kamen aus dem Petrusheim, andere aus Weeze und Umgebung. Nur einer hat den Kurs abgebrochen.Unterrichtet wurde an vier Tagen jeweils fünf Stunden.“ Das Ziel: sich schriftlich und mündlich in der deutschen Sprache zurecht zu finden. „Die Grammatik spielt dabei keine so große Rolle wie früher. Wichtig ist, zu sprechen“, so Alfred Schmitz.
Einige Kursteilnehmer berichten, wie schwierig es ihnen im „fortgeschrittenen“ Alter gefallen ist, noch zu lernen. „Nach dem Wochenende ist alles wieder aus meinem Kopf verschwunden“, sagt einer von ihnen. Er müsse zuviel an Zuhause denken. Um die deutsche Sprache besser zu verstehen hat er sich sogar ein Grammatikbuch gekauft. „Kleine Verbesserungen haben sich bei den Teilnehmer eingestellt, je nach Sprachniveau. Wichtig sind die Bemühungen, sich verständigen zu wollen“, so Dieter Paeßens. Insgesamt 15 Teilnehmer legten den „Deutschtest für Zuwanderer“ sowie den darauffolgenden Test „Leben in Deutschland“ ab. Dessen Bestehen kann die Wartezeit bis zur Einbürgerung um ein Jahr verkürzen. Rund 600 Stunden Unterricht erhielten die „Schüler“. Die Kosten übernahm in den meisten Fällen das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Einen weiteren Integrationskurs wird es im Petrusheim erst dann geben, wenn neue Bewohner aufgenommen werden.

Kerstin Kahrl

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