Emmerich
11. April 2024Brieffreundschaft aus dem Exil
EMMERICH. „Man hat uns alles genommen, nur das nackte Leben haben wir gerettet“, schrieb die Emmericherin Thea Nathan 1948 in einem Brief aus ihrem Exil in Elmhurst, USA. Thea war Jüdin und musste, wie viele andere Menschen, während der NS-Zeit aus Deutschland fliehen. Ihr Brief ist einer von Hunderten, die im Archiv des Heimatforschers Herbert Schüürman aufbewahrt werden. Schüürman hatte es sich zur Aufgabe gemacht, das Leben jüdischer Bürger in Emmerich aufzuarbeiten, und suchte ab den 1980er-Jahren den Kontakt zu Geflohenen und ihren Angehörigen in Nord- und Südamerika, Australien und Afrika. Er erstellte Familienstammbäume, trug damit bis zu seinem Tod im Jahr 2016 aktiv zur Emmericher Erinnerungskultur bei und gab anonymen Opfern wieder einen Namen.
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