Dokumentation über die Fotografin Aenne Biermann
Erstausstrahlung des Bayerische Rundfunk am kommenden Dienstag
Der Film ist ein etwa elfminütiges Portrait; dafür wurde auch die in Israel lebende Enklein von Aenne Biermann, Edna Goldacki Biermann interviewt. Eingebettet ist er in die Thementage „Die Rückkehr der Namen“. Schon jetzt ist der Film im Internetangebot des BR verfügbar. Im Anschluss an die Sendung ist er auch in der ARD Mediathek zu sehen.
Aenne Biermann gehört zu den herausragenden Fotografinnen Deutschlands in den 1920er- und 1930er-Jahren des 20. Jahrhunderts. Sie wurde als drittes Kind der jüdischen Fabrikantenfamilie Sternefeld geboren. 1920 heiratete sie Herbert Biermann, einen Sohn des ebenfalls jüdischen Kaufhausbesitzers Max Biermann († 1922), und zog zu ihm nach Gera. Das Paar hatte zwei Kinder. Als Autodidaktin kam sie Anfang der 1920er-Jahre zur Fotografie. Zunächst fotografierte sie im familiären Rahmen; der Geraer Geologe Rudolf Hundt bat sie schließlich, scharfe und detailgenaue Fotos der von ihm gesammelten Gesteine zu machen. Im Laufe weniger Jahre professionalisierte sie ihr Schaffen immer mehr, wobei sie sich der Stilrichtung der Neuen Sachlichkeit verpflichtete. Ihr Werk umfasst Sachaufnahmen sowie die Sujets Porträt, Landschaft und Stillleben. 1930 fand in Jena die erste größere Ausstellung ihrer Werke statt. Charakteristisch für ihr Werk sind Makroaufnahmen von Personen und Gegenständen. Mit 34 Jahren starb Aenne Biermann im Januar 1933 - wenige Tage vor der Machtergreifung der Nationalsozialisten – an einem Leberleiden. Die nationalsozialistische Verfolgung und Enteignung ihrer Angehörigen erlebte sie nicht mehr. Ihr Mann und die Kinder konnten nach Palästina emigrieren. Ihr etwa 3.000 Negative umfassendes Archiv wurde in Triest beschlagnahmt, nach Deutschland zurückgeschickt und gilt seit dieser Zeit größtenteils als verschollen.
Im Jahr 2020 hat die Stadt Goch eine Straße im Neubaugebiet Neu-See-Land nach Aenne Biermann benannt.
Aenne Biermann gehört zu den herausragenden Fotografinnen der 1920er- und 1930er-Jahre.
Die Enkelin Edna Goldacki Biermann, die in Israel lebt, wurde für die Dokumentation interviewt.
Als Fotografin verpflichtete sie sich der Stilrichtung der neuen Sachlichkeit.