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Harald Gülzow (m.) und Ehrenamtler Heinz Wilhelm Hülsmans (r.) beraten einen Brunnennutzer am Labormobil vom VSR-Gewässerschutz. Foto: VSR/Susanne Bareiß-Gülzow
4. April 2024 Von NN-Online · Uedem

Labormobil steht in Uedem

Verein VSR-Gewässerschutz untersucht am 15. April auf dem Marktplatz Brunnenwasser

UEDEM. 1.281 Brunnenbesitzer brachten in den letzten Jahren im Kreis Kleve bereits ihre Wasserproben aus dem eigenen Brunnen zum Informationsstand des Vereins VSR-Gewässerschutz. Sie wollten wissen, ob ihr Brunnenwasser zum Befüllen eines Planschbeckens oder zum Gemüsegießen geeignet ist.

Manche interessierten sich aber auch dafür, ob das Wasser getrunken werden kann. Aufgrund der bisher guten Bürgerbeteiligung hält das gelbe Labormobil der gemeinnützigen Organisation am Montag, 15. April, auf dem Markt in Uedem. Brunnenwasserproben können von 11 bis 13 Uhr bei Harald Gülzow und dem Ehrenamtler Heinz Wilhelm Hülsmans abgegeben werden.

Der VSR-Gewässerschutz stellte bei den Untersuchungen im Kreis Kleve zahlreiche Belastungen fest. Dadurch kann es bei der Nutzung von Brunnenwasser zu einer gesundheitlichen Beeinträchtigung kommen. Nitrate, Pestizide und weitere Stoffe verschmutzen das Grundwasser. Auch können durch verschiedene Einflüsse Krankheitserreger ins Wasser geraten.

„Durch die Messkampagne möchten wir Gartenbesitzer bei der Nutzung des Brunnenwassers unterstützen. Der Verbrauch des kostbaren Leitungswassers im Garten muss dringend gesenkt werden“, sagt Heinz Wilhelm Hülsmans. Mit den Ergebnissen der Brunnenwasseranalysen aus Uedem und der Umgebung deckt die gemeinnützige Organisation Belastungen im Grundwasser auf.

Wie in den Jahren zuvor führt Harald Gülzow die Grunduntersuchung von Nitrat-, Säure- und Salzgehalt gegen eine Beteiligung von zwölf Euro im Labormobil durch. Nachdem das Analyseergebnis vorliegt, berät er die Brunnenbesitzer, was die festgestellte Belastung für die Nutzung des Wassers bedeutet. Gegen eine Kostenbeteiligung können auch weitere Parameter wie Bakterien, Schwermetalle, halogenierte Kohlenwasserstoffe und PFAS untersucht werden. „Brunnenbesitzer erfahren durch diese ergänzenden Untersuchungen, ob das Wasser zum Gemüsegießen, zum Planschbecken befüllen oder zum Trinken geeignet ist“, erklärt Harald Gülzow.

Gesundheitsrisiken durch verschmutztes Grundwasser können so vermieden werden. Die ausführlichen Gutachten werden mit der Post zugesandt. Damit die Ergebnisse auch aussagefähig sind, rät er, zur Probenahme und zum Transport Mineralwasserflaschen aus Kunststoff zu nutzen. Sinnvoll ist es, einen Liter Brunnenwasser mitzubringen. So können alle Untersuchungen durchgeführt werden.

Die bisherigen Ergebnisse der Brunnenwasseruntersuchungen im Kreis Kleve hat der Physiker Harald Gülzow, Vorstandsmitglied im VSR-Gewässerschutz von den letzten sechs Jahren ausgewertet. Besonders aufgefallen ist ihm, dass 33 Prozent der untersuchten Proben den Nitratgrenzwert für Trinkwasser von 50 Milligramm pro Liter überschreiten. Sein Fazit zu den Bakterienergebnissen: „Da 20 Prozent der Brunnen eine deutliche Belastung mit coliformen Keimen aufweisen, können wir nur raten, bei der Nutzung des Brunnenwassers eine Untersuchung auf Bakterien durchführen zu lassen.“ Recherchen vom Team des VSR-Gewässerschutzes hätten ergeben, dass durch die Starkregenfälle in den letzten Jahren die Bakterienbelastung zugenommen habe.

Die Bakterien werden häufig durch undichte Deckel oder Brunnenschächte ins Wasser gespült. Eine weitere Gefahr stellen im Untergrund liegende defekte Abwasserleitungen dar. In diesem Fall kann Abwasser ins Grundwasser eindringen und dieses mit Escherichia coli (E.coli) belasten. Diese Bakterien fand Harald Gülzow in sechs Prozent der untersuchten Brunnen. „Wir haben eine Checkliste vorbereitet und helfen den Brunnenbesitzern bakteriologische Belastungen zu verhindern, damit das Brunnenwasser vielseitiger einsetzbar ist. Außerdem beraten wir Bürger bei Fragen zu den Gutachten jeden Donnerstag von 10 bis 14 Uhr unter Telefon 02831/9763342“, informiert Harald Gülzow. Bereits 1980 entstand der VSR-Gewässerschutz als Zusammenschluss verschiedener Bürgerinitiativen und setzt sich seit dem für sauberes Wasser ein.

Nicht nur am Informationsstand, sondern auch auf der Homepage informiert der Verein über Brunnenwasserbelastungen. Durch die aktuellen PFAS-Untersuchungen könneman in Zukunft auch Aussagen über diese Belastungen im Kreis Kleve machen. Die Ergebnisse der Auswertungen und Recherchen findet jeder interessierte Bürger auf der Homepage vsr-gewaesserschutz.de/regionales/nordrhein-westfalen/kreis-kleve

Harald Gülzow (m.) und Ehrenamtler Heinz Wilhelm Hülsmans (r.) beraten einen Brunnennutzer am Labormobil vom VSR-Gewässerschutz. Foto: VSR/Susanne Bareiß-Gülzow

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