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Ein Gruppenfoto: Die palästinensischen und deutschen Schüler beim Besuch der Xantener in Palästina. Fotos (2): privat
2. April 2024 · Sabrina Peters · Kurzmitteilungen

Nachhaltige Begegnungen

Schüler des Stiftsgymnasiums waren kurz vor Kriegsbeginn in Palästina / Kontakt halten sie bis heute zu ihren Austauschschülern

XANTEN. Als die radikalislamische Terrorgruppe Hamas vom Gazastreifen aus Israel am 7. Oktober vergangenen Jahres mit Raketen beschoss, war die Welt erschüttert. Auch die Anteilnahme in Deutschland war groß. Schüler des Stiftsgymnasiums in Xanten hat die Nachricht aber noch tiefer getroffen. Denn sie sind erst wenige Tage vorher aus Palästina zurückgekehrt. In Xantens palästinensischer Partnerstadt Bait Sahur haben sie Austauschschüler ihrer dortigen Partnerschule besucht und dabei ein schönes Land mit netten Gastfamilien kennengelernt.

Bereits einige Monate vorher waren die palästinensischen Schüler in Xanten zu Gast. Bei ihrem Aufenthalt haben sie bei den Xantener Schülern gelebt und mit ihnen Ausflüge am Niederrhein und auch in die benachbarten Niederlande unternommen. „Sie haben hier besonders die Bäckerei und ihre Backwaren geliebt“, erinnern sich die Schüler der Jahrgangsstufen Q1 und Q2. Im September vergangenen Jahres stand dann der Gegenbesuch in Bait Sahur an. Die Partnerschaft der beiden Schulen besteht schon seit vielen Jahren. Alle zwei Jahre dürfen die Mitglieder der Palästina-AG des Xantener Stiftsgymnasiums nach Palästina reisen, um dort das Land, die Kultur und die Menschen kennenzulernen.

Dieser Besuch stand 2023 wieder an – und als die Schüler dort waren, war noch nichts von einem drohenden Krieg zu spüren. „Wir haben uns sehr sicher und wohlgefühlt“, berichten die Schüler gemeinsam. „Man hat zwar schonmal Schüsse gehört, aber da haben uns die Gastfamilien aufgeklärt, dass es Hochzeiten sind. Es war nie ein Schusswechsel“, sagt Marten Messerschmidt. Vor Ort hätten sie insgesamt eine unbeschwerte und unvergessliche Zeit erlebt. Besonders gefallen habe ihnen der Zusammenhalt in den Familien, die abends gemeinsam zusammensaßen und zusammen gegessen haben. Auch das heimische Essen – vor allem Falafel und Pita-Breite – haben sie in den Tagen ihres Besuches lieben gelernt.

Als die Schüler am 7. Oktober wie der Rest der Welt vom Krieg am Gazastreifen erfuhren, konnten sie die Nachricht zunächst kaum glauben. „Wir hatten alle großes Mitgefühl und waren erschüttert“, erzählt Friedrich Postler. Natürlich seien sie angesichts dieser erschreckenden Nachrichten auch froh gewesen, bereits ein paar Tage vor dem Kriegsbeginn wieder sicher zuhause angekommen zu sein. „Dafür waren wir sehr dankbar“, sagt Postler.

Die Sorge um ihre Austauschschüler, die mittlerweile zu Freunden geworden seien, blieb allerdings. Diese konnten aber dank der heutigen modernen Telekommunikationsmöglichkeiten schnell Entwarnung geben. Ihnen sei nichts passiert. Auch ihre Region sei nicht unmittelbar vom Krieg betroffen. „Meine Austauschschülerin hat berichtet, dass am ersten Tag nach dem Kriegsbeginn keine Schule stattfand. Sie hat zudem mitbekommen, dass Muslime mitgenommen wurden“, erzählt Finja Liehr. „Meine Austauschschülerin hat auch berichtet, dass sie gesehen hat, wie Raketen in Richtung Gaza geflogen sind“, ergänzt Luisa Müller.

Die Xantener Schüler bewundern die palästinensischen Schüler dafür, wie sie mit der Situation umgehen. „Sie sind abgehärteter in diesen Situationen als wir“, sagt Müller. Der seit Jahrzehnten bestehende Nahostkonflikt zwischen Israel und Palästina und die damit verbundene schwierige Lage sei allen bewusst und immer präsent. Trotz allem würden die Schüler in Palästina versuchen, so normal wie möglich zu leben und zum Beispiel auch Geburtstage ausgiebig feiern. Das würden die Erzählungen, die sie den Xantener Schülern im regelmäßigen virtuellen Austausch berichten so wiedergeben.

Die Schüler des Stiftsgymnasiums haben in den vergangenen Monaten in intensiven Austauschen im Rahmen ihrer AG und mit ihren Lehrern versucht das Erlebte aufzuarbeiten. Viele Gespräche seien dafür notwendig gewesen. Dabei helfe ihnen aber auch der regelmäßige bestehende Kontakt zu den Schülern in Palästina. Kurz vor den Osterferien trafen sich die Xantener mit den Palästinensern zu einer Videokonferenz. Dabei berichteten die angehenden Abiturienten vom Niederrhein von ihrer Mottowoche in der letzten Schulwoche vor den Osterferien und ihren anstehenden Abiturprüfungen. Die palästinensischen Schüler konnten im Gegenzug berichten, dass ihr Unterricht wieder normal stattfindet und sie sich nicht in einem unmittelbaren Kriegsgebiet befinden.Sabrina Peters
Die Schüler unternahmen einige Ausflüge zusammen.

Die Schüler unternahmen einige Ausflüge zusammen.

Videokonferenz aus Xanten nach Palästina. NN-Foto: SP

Videokonferenz aus Xanten nach Palästina. NN-Foto: SP

Ein Gruppenfoto: Die palästinensischen und deutschen Schüler beim Besuch der Xantener in Palästina. Fotos (2): privat

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