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Toben und proben: Die Schwanenfunker stimmen ihre Schützlinge auf ihren Auftritt ein. NN-Fotos: R. Dehnen
12. Februar 2025 · Verena Schade · Kleve

Läkk de Sökk

In der Marienschule gibt es eine Mundart-AG und die Kids stehen Samstag auf der Funker-Bühne

KLEVE. Kein Termin für schwache Nerven: Es ist Freitag, fünfte (Schul)stunde. Die Ruhe vor dem Sturm. „Pass auf, gleich wird’s richtig laut“, sagt Walter Heicks. Es hört sich an wie ein Drohung, doch er lächelt dabei. Da freut sich einer. Der Gong ertönt und es dauert nicht lang, bis knapp 30 Jungen und Mädchen kreuz und quer durch die Turnhalle flitzen und sie mit sehr viel Leben füllen.

„Das macht den Kindern immer richtig viel Spaß“, sagt Petra Nas. Die Lehrerin hat sich bereit erklärt, die Schwanenfunker bei einem ganz besonderen Projekt zu unterstützen. Seit Beginn des Schuljahrs gibt es an der Marienschule in Materborn nämlich eine AG für „Kleefs Platt“. André Budde leitet sie, heute sind Marc Mülders und Walter Heicks als Verstärkung dabei, von Seiten der Schule neben Petra Nas noch Alltagshelferin Marion Koenen.

Die Aufregung ist groß, schließlich geht es jetzt mit großen Schritten auf die Sitzungen zu. Und bei diesen werden die Kinder zum ersten Mal auf der Bühne stehen. „26 Kinder wollen beim Auftritt mitmachen“, freut sich Budde und sorgt erstmal für (geordnete) Bewegung. „Wir sind alle Dorfkinder“ schallt es aus der Lautsprecherbox und ziemlich zügig formiert sich die wilde Horde aus Erst- und Zweitklässlern für den Einzug. Dann ist Konzentration angezeigt, denn jetzt wird gesungen. Klever Heimatlieder, Willy Richrath (1899-1945), Gründungsmitglied der Schwanenfunker, hat sie einst verfasst. Die Kinder singen Stücke wie „Onse Schwoan, denn kreeg Jonge, wille, wille, wille, wille, wille, wej“ und man kann sich schon vorstellen, wie die ganze Stadthalle mit einstimmt. „Ich komme dann zu euch auf die Bühne und es gibt ganz viel Applaus für euch“, erklärt Heicks und kniet sich mit dem noch nicht vorhandenen Mikro neben Emil, der noch ein kleines Solo vortragen wird. Was genau, das wird noch nicht verraten. „Aber das kennen alle“, verspricht Budde. Seine Tochter Charlotte macht mit bei der AG. Ebenso Mülders‘ Sohn Niklas. „Ich finde es wichtig, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass es diese Lieder gibt und dass man früher Platt gesprochen hat“, sagt der Ex-Prinz. Er selbst kenne das von zuhause nicht, habe aber großen Respekt davor und findet: „Es klingt einfach schön.“ „Mit uns wurde auch nur Hochdeutsch gesprochen, obwohl meine Eltern und Großeltern miteinander Platt gesprochen haben“, pflichtet ihm Heicks bei, dass es gar nicht so einfach ist, wenn man das Platt erst als Erwachsener lernt. „Aber Kinder sind da ja viel schneller“, freut er sich schon auf die Premiere. „Das wird nochmal sehr aufregend, wenn vor den Auftritten das Lampenfieber kommt“, weiß er aus eigener Erfahrung und ist gespannt.

Dass die Kinder die Texte nicht nur auswendig gelernt haben, sondern auch wissen, was sie da singen, dafür sorgt Budde seit Ende Oktober. „Ganz am Anfang hat er den Kindern die Texte übersetzt und ihnen auch viele andere Wörter und Redewendungen auf Platt beigebracht“, erzählt Nas, die nach wie vor beeindruckt ist, dass sich so viele Kinder für das freiwillige Angebot angemeldet haben. „Was die Kinder schon nach dem ersten Treffen drauf hatten, war Schitt wat drop und Läkk de Sökk“, lacht Budde. Und dann wird‘s wieder laut, denn zwischendurch dürfen die Kinder Dampf ablassen. Mittendrin drei glückliche Funker, die wohl jetzt schon sagen können: Experiment geglückt!

Läkk de Sökk

Toben und proben: Die Schwanenfunker stimmen ihre Schützlinge auf ihren Auftritt ein. NN-Fotos: R. Dehnen

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